Pferde starten trotz Auffälligkeiten in den Rosenmontagszug
Von NTK
Das Netzwerk für Tiere Köln (NTK) stellt nach Sichtung des umfangreichen Bildmaterials vom Rosenmontagszug fest, dass ein Großteil der Pferde starke Auffälligkeiten zeigte und gar nicht hätte mitgehen dürfen.
Bi der Sichtung des Film,- und Fotomaterials, das während des Rosenmontagszuges 2024 erstellt wurde, stellten die Tierschützer fest, dass vieles offensichtlich von den Pferdekontrolleuren nicht bemerkt oder sogar ignoriert wurde. „Das würde uns nicht wundern, denn einige Kontrolleure kamen aus den Reihen der Reitercorps und daher ist deren Objektivität zumindest anzuzweifeln“, so Natalie Steffen (NTK)
„Neben der konsequenten Nichtbeachtung der eigenen hochgelobten Leitlinien für den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug wie z.B. die zu unterlassende Positionierung der Pferde unmittelbar vor oder hinter eine Musikkapelle, dem Höchstgewicht der Reiter im Verhältnis zum Pferdegewicht, die maximalen Einsatzzeiten und Pausenzeiten für die Pferde usw., sahen wir teilweise ausgebrochene Hufe und unpassende Kopfstücke und Gebisse – die Liste lässt sich weiter fortsetzen. Wir wissen, dass viele Pferde von weiter her kamen und direkt nach 5 Stunden Zugweg noch 5-8 Stunden Autofahrt vor sich hatten..“, so Steffen weiter.
Einem Pferd wurde vom Pferdeführer im Maul herumgefummelt, weil das Pferd wohl falsch aufgetrenst worden war, ein Kutschpferd hatte ein viel zu kleines Gebiss, so dass die Schenkel der Trense im Maul hingen und hier quetschten und scheuerten.
Ein Pferd der Prinzengarde wurde kurz nach dem Severinstor rausgenommen und hätte niemals überhaupt eingesetzt werden dürfen, denn das Tier war schon vor dem Zug am Chlodwigplatz ein reines Nervenbündel. Laut wiehernd wurde es danach in den Seitenstraßen gesichtet, wo man es dann 2,5 Stunden bis Zugende herumführte.
Ein Pferd ging lahm, was an mehreren Stellen dokumentiert werden konnte.
Ein anderes Pferd war entweder sediert oder hatte schlimme Schmerzen, Bildaufnahmen zeigen es breitbeinig, schwankend stehen.
Ein weiteres Pferd schlug permanent mit dem Kopf, was auch möglicherweise der Unfähigkeit des Reiters zuzuschreiben ist, denn in 2023 hatte dieser ebenfalls ein stark kopfschlagendes Pferd unter sich.
Das NTK beobachtete sehr nervöse Pferde, die buckelten und teilweise sogar stiegen und verzweifelt versuchen, sich ihres Reiters/ ihrer Reiterin zu entledigen, um der Situation zu entkommen. Und an vielen Stellen würden Pferde, die in Panik losrennen würden, Menschen überrennen und verletzen oder sogar töten können, vor allem da es an vielen Stellen keine Drängelgitter gab und auch einige Pferde wieder unmittelbar hinter Fußgruppen gingen.
6 Pferde wurden 2024 aus dem Zug genommen -mit Sicherheit eine notwendige Maßnahme, aber man muss sich schon fragen, wieso sind sie trotz der Kontrollen überhaupt gestartet? Und bei 3 Pferden von 40 waren die Blutproben auffällig.
Eine Zusammenfassung unserer Beobachtungen wird in Kürze unter Netzwerk für Tiere Köln – Tierschutz Köln (netzwerk-fuer-tiere-koeln.de) zu sehen sein.
Hier werden Aufnahmen von Pferden zu sehen sein, die deutlich zeigen, dass es im Kölner Rosenmontagszug nicht möglich ist, Pferde, die angeblich Gelassenheitsprüfungen bestanden haben und von Veterinäramt und Co vor dem Zug kontrolliert wurden, ohne Qual und Sicherheitsrisiko für alle, mitgehen zu lassen. Und gezeigt werden hier nur die eklatantesten Beispiele.
Es gab auch 2024 - wie in den Jahren vorher- extrem viele riskante Situationen und es ist wieder nur Glück gewesen, dass keine schlimmen Unfälle passierten. Bei nahezu allen Pferden kann man Stress, Angst, Leid und Schmerz beobachten und die Stimmen in der Bevölkerung werden immer lauter, dass man endlich dem Beispiel der Stadt Bonn folgen soll und auf die Pferde im Rosenmontagszug verzichten soll.