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Animal Rights Watch demonstrierte am Samstag in Lohne gegen tierquälerische CO2-Betäubung von Schweinen

Von Animal Rights Watch 

Tierleid sichtbar machen: Unter diesem Motto protestierte die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) gestern zusammen mit 200 Teilnehmer*innen in Lohne gegen die brutale CO2-Betäubung von Schweinen. Unterstützung holte sich ARIWA von dem Schauspieler Daniel Noah. Kürzlich veröffentlichte Aufnahmen von ARIWA geben Einblicke in die tierschutzwidrigen Abläufe in CO2-Betäubungsanlagen und bestätigen zahlreiche Forderungen nach einem Verbot der CO2-Betäubung wie beispielsweise der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Der Protest startete um 13 Uhr in der Marktstraße mit einer Auftaktkundgebung und einer Kunstaktion. Die Laufdemonstration führte über die Lohner Innenstadt zum Ort des Geschehens. Teilnehmer*innen hielten Schilder mit den Slogans „Tierrechte JETZT“, „Tiere gehören nicht auf den Teller“, „Vegan für Gerechtigkeit“ und „Schlachthäuser schließen!“ in ihren Händen. Angekommen an dem Schlachtbetrieb hielt die Tierrechtsaktivistin, von der die Aufnahmen aus dem Schlachtbetrieb stammen, eine Rede, in der sie sich an den Schlachthof-Chef richtete: „Herr Brand, kommen Sie hier raus und sagen Sie uns ehrlich, dass Ihre Schweine da unten in der Grube keinen qualvollen Tod erlitten haben. Sie wissen es selbst – das können Sie nämlich nicht sagen.“ Der Schlachthof-Chef wurde während der Demonstration nicht gesehen.

„Undercover-Recherchen sind das einzige Mittel, um die Gesellschaft darüber aufzuklären, was den Tieren in den Betrieben und in Schlachthäusern angetan wird. Unsere Veröffentlichung über die brutale CO2-Betäubung von Schweinen hat gezeigt, dass das Interesse der Öffentlichkeit an diesen Informationen enorm hoch ist“, so Scarlett Treml, Agrarreferentin bei ARIWA. „Während der CO2-Betäubung werden Schweine schrecklichen Schmerzen und einem grausamen Erstickungskampf ausgesetzt, in diesen Anlagen spielt sich unvorstellbare Tierquälerei ab. Die Verbreitung dieser schrecklichen Erkenntnisse durch die verdeckte Recherche war richtig und wichtig, denn die Gesellschaft hat ein Recht auf diese Informationen.“

Animal Rights Watch fordert eine rein pflanzliche Agrar- und Ernährungswende. Die Gesellschaft müsse den Umgang mit Tieren prinzipiell neu denken.

Schlachthof-Chef wehrt entstandene Aufnahmen zurück

Aktivist*innen hatten an verschiedenen Punkten in der CO2-Betäubungsanlage in Lohne versteckte Kameras installiert und diese im Nachhinein Animal Rights Watch zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Aufnahmen wurden gefunden und die Aktivist*innen daraufhin festgenommen. Der Betriebschef des Lohner Schlachthofs weist die von ARIWA veröffentlichten Aufnahmen in einem Interview mit dem Nachrichtenportal OM-Medien entschieden zurück. Die von der Polizei beschlagnahmten Aufnahmen, meint er, passen „überhaupt nicht mit den jetzt veröffentlichten Aufnahmen zusammen“. Weiter behauptet er, dass das von der Polizei beschlagnahmte Material Schweine zeige, die „völlig ruhig und entspannt innerhalb weniger Sekunden durch das CO2 betäubt werden“. Der Vorgang, führt er fort, laufe „nahezu geräuschlos“ ab. Zusammen mit dem Seniorchef des Schlachtbetriebs gehe man davon aus, dass die Aufnahmen gar nicht im eigenen Betrieb entstanden seien, da die Betäubungsanlage im Video entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn laufe. Animal Rights Watch erklärt hierzu, dass sich die CO2-Gondeln, je nachdem, von welcher Seite aus sie betrachtet werden, logischerweise entweder mit oder auch gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Die Organisation betont zudem, dass es nichts Neues sei, mit Vorwürfen konfrontiert zu werden, in denen die Authentizität von Recherche-Aufnahmen angezweifelt wird. Zudem weist ARIWA darauf hin, seit Jahrzehnten mit seriösen Journalist*innen zusammen zu arbeiten und derartige Dokumentationen schon immer kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen:

https://www.ariwa.org/co2-betaeubung-schweine/ 

Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) deckt durch investigativen Journalismus die grausamen Zustände in der Tierwirtschaft auf. Mit bundesweit rund 25 Ortsgruppen setzt sich ARIWA für das Ende jeglicher Tierausbeutung ein. Durch regelmäßige TV- sowie Print- und Online-Veröffentlichungen macht die Tierrechtsorganisation das Leid und die Unterdrückung von landwirtschaftlich genutzten Tieren sichtbar und fordert durch Aufklärungsarbeit Tierrechte statt Reformen.