Zum Hintergrund der Liquidierung der Kommunistischen Partei Chinas
von Enver Hoxha - Reinhold Schramm (Bereitstellung)
[Teil 6]
»Mao Tse-tung klammert die Komintern aus, wenn es um Erfolge geht. Für die Niederlagen und Abweichungen der Kommunistischen Partei Chinas, die darauf zurückzuführen sind, daß die Situation in China nicht verstanden und daß aus ihnen nicht die richtigen Deduktionen abgeleitet wurden, macht er hingegen die Komintern, oder ihre Vertreter in China verantwortlich.
Er und andere chinesische Führer beschuldigen die Komintern, sie habe sie bei der Ent- faltung eines konsequenten Kampfes für die Ergreifung der Macht und für den Aufbau des Sozialismus in China behindert und verwirrt. Doch die Tatsachen der Vergangenheit und besonders die heutige chinesische Realität beweisen, dass die Beschlüsse und Direktiven der Komintern für China im allgemeinen richtig gewesen sind, und dass die Kommunistische Partei Chinas nicht auf der Grundlage und im Geist der Prinzipien des Marxismus-Leninismus gehandelt hat.
Die Folgen des bornierten Nationalismus und Chauvinismus eines großen Staates, die die ›Mao Tse-tung-Ideen‹ kennzeichnen und der Tätigkeit der Kommunistischen Partei Chinas nach wie vor zugrunde liegen, spiegeln sich auch in den Haltungen und in der Tätigkeit dieser Partei gegenüber der kommunistischen Weltbewegung wider.
Dies zeigt sich konkret auch an der Haltung der Kommunistischen Partei Chinas zu den neuen marxistisch-leninistischen Parteien, die nach dem Verrat der Chruschtschowianer gegründet wurden. Von Anfang an hatte die chinesische Führung nicht das geringste Vertrauen zu ihnen. Diese Ansicht hat Geng Biao, die Person, die im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas über deren Beziehungen zur internationalen kommunistischen Bewegung bestimmt, offen geäußert.
Er sagte: ›China ist nicht einverstanden mit der Gründung der marxistisch-leni- nistischen Parteien und wünscht nicht, dass die Vertreter dieser Parteien nach China kommen. Ihr Kommen stört uns‹, unterstrich er, ›doch was sollen wir machen, wir können sie nicht hinauswerfen. Wir akzeptieren sie so, wie wir auch die Vertreter der bürgerlichen Parteien akzeptieren.‹
(Aus dem Gespräch Geng Biaos mit Genossen unserer Partei in Peking am 16.04.1973, ZAP.)
Diese mit dem proletarischen Internationalismus unvereinbare Politik wurde schon zu Maos Lebzeiten verfolgt, als er noch vollkommen imstande war, zu denken und zu leiten, also hatte sie seine volle Zustimmung.
Als diese neuen marxistisch-leninistischen Parteien entgegen den Wünschen der chinesischen Führer zu erstarken begannen, schlugen letztere eine andere Taktik ein – sie anerkannten ausnahmslos und ohne Unterschied alle neuen Parteien und jede Gruppe, wenn sie sich nur ›marxistische Partei‹, ›revolutionäre Partei‹, ›Rote Garde‹ usw. nannten. -
Die Partei der Arbeit Albaniens hat diese Haltung und Taktik der Kommunistischen Partei Chinas kritisiert. Das gleiche haben auch die anderen wahren marxistisch-leninistischen Parteien getan. Dennoch ging die chinesische revisionistische Führung denselben Weg weiter.
Entsprechend ihrer pragmatischen Politik nahmen die chinesischen Führer gegenüber den neu geschaffenen Parteien und Gruppen eine differenzierte Faltung ein. Die wahren marxistisch-leninistischen Parteien hielten sie für ihre Feinde, die Gruppen und Parteien dagegen, die sich diesen Parteien entgegenstellten, wurden sehr beliebt bei ihnen. -
Gegenwärtig unterhalten die chinesischen Revisionisten zu diesen antimarxistischen Parteien und Gruppen, die die ›Maotsetungideen‹ in den Himmel heben, nicht nur Verbindungen, sondern rufen darüber hinaus ihre Vertreter einen nach dem anderen nach Peking, wo sie sie schulen, ihnen finanzielle Hilfe geben und ihnen politische und ideologische Anweisungen erteilen, sie instruieren, wie sie gegen die Partei der Arbeit Albaniens und gegen die wahren marxistisch-leninistischen Parteien vorzugehen haben. -
Sie fordern von ihnen, für die ›Maotsetungideen‹, die Theorie der ›drei Welten‹ und für die Außenpolitik Chinas überhaupt Propaganda zu machen, Hua-Kuo-feng- und Deng-Hsiao-ping-Kult zu betreiben und die ›Vier‹ zu verdammen. Die Partei, die diese Forderungen erfüllt, ist für die chinesischen Revisionisten marxistisch-leninistisch‹, während jene Parteien, die dagegen sind, für antimarxistisch, abenteuerlich usw. erklärt werden.
All das zeigt, dass die chinesischen revisionistischen Führer in den Beziehungen zu den marxistisch-leninistischen Parteien die leninistischen Prinzipien und Normen, die die Beziehungen zwischen wahren kommunistischen Parteien regeln, nicht angewandt haben. Genau wie die Chruschtschowrevisionisten haben auch sie den anderen Parteien gegenüber die antimarxistische Konzeption von der ›Mutterpartei‹, Diktat, Druck, Einmischung in die inneren Angelegenheiten praktiziert und niemals die kameradschaftlichen Ratschläge und Empfehlungen der Bruderparteien akzeptiert.
Sie haben sich multilateralen Treffen der marxistisch-leninistischen Parteien, Beratungen zur Diskussion der großen Probleme der Vorbereitung und des Siegs der Revolution, des Kampfes gegen den modernen Revisionismus für die Verteidigung des Marxismus-Leninismus, zum Erfahrungsaustausch und zur Koordination der Aktionen usw. widersetzt.
Diese Haltung liegt unter anderem darin begründet, dass sie Angst davor hatten, auf multilateralen Beratungen mit den wahren Marxisten-Leninisten konfrontiert zu werden, weil dabei ihre antimarxistischen und revisionistischen Theorien im Dienst des Weltkapitalismus und der Strategie, China in eine Supermacht zu verwandeln, aufgedeckt und entlarvt worden wären.
Ein weiteres Zeichen des antimarxistischen Kerns der ›Maotsetungideen‹ sind auch die Verbindungen, die die Kommunistische Partei Chinas zu vielen heterogenen, faschistischen, revisionistischen u.a. Parteien und Gruppen unterhalten hat und unterhält. Augenblicklich versucht sie, den Boden dafür zu bereiten, auch in die alten revisionistischen Parteien verschiedener Länder einzudringen und Verbindungen zu ihnen herzustellen, so zum Beispiel in Italien, Frankreich, Spanien und anderen Ländern Europas, Lateinamerikas usw. Diesen Verbindungen messen die chinesischen Revisionisten immer größere Bedeutung bei, weil alle diese Parteien ideologisch auf einer Linie mit der Kommunistischen Partei Chinas sind, unabhängig von den Differenzen, die sie in den Taktiken haben, die von der Natur, der Stärke und der Macht des Kapitalismus im jeweiligen Land abhängen.
Die Kommunistische Partei Chinas wird ihre Verbindungen zu diesen traditionell revisionistischen Parteien schrittweise ausbauen, ihre Handlungen mit ihnen abstimmen, und zugleich wird sie die kleinen ›marxistisch-leninistisch‹ genannten Gruppen, die die chinesische Linie verfolgen, auch weiterhin dazu benutzen, die wahren marxistisch-leninistischen Parteien, die existieren und auf unerschütterlichen Positionen verharren, sowie die anderen Parteien, die entstehen und entstehen werden, zu bekämpfen und zu spalten. -
Mit diesem Vorgehen helfen die chinesischen Revisionisten offen dem Kapitalismus, den sozialdemokratischen und den revisionistischen Parteien, sabotieren sie den Ausbruch und den Sieg der Revolution und besonders die Vorbereitung des subjektiven Faktors, die Festigung der wahren marxistisch-leninistischen Parteien, die diese Revolution führen werden.
Diese Taktik praktizierte die Kommunistische Partei Chinas in den Beziehungen zum sogenannten Bund der Kommunisten Jugoslawiens, der nach Kräften gearbeitet hat, um die kommunistische Weltbewegung zu spalten, und der pausenlos gegen den Sozialismus und den Marxismus-Leninismus gekämpft hat. Die gegenwärtigen chinesischen Führer wollen einen gemeinsamen Weg mit den jugoslawischen Revisionisten, und sie wollen mit ihnen die Handlungen im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus und alle marxistisch-leninistischen Parteien, gegen die Revolution, den Sozialismus und den Kommunismus koordinieren.
Mao Tse-tung und die Kommunistische Partei Chinas nahmen gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus eine pragmatische Haltung ein und machten in ihren Ansichten über Tito und den Titoismus eine große Evolution durch. Zuerst sagte Mao Tse-tung, Tito habe keinen Fehler gemacht, vielmehr habe Stalin Tito gegenüber falsch gehandelt. Später stellte Mao Tse-tung Tito in eine Reihe mit Hitler und Tschiang Kai-schek und sagte, dass ›man solche Menschen... wie Tito, Hitler, Tschiang Kai-schek und den Zaren nicht bessern kann, man tötet sie‹. Diese Haltung änderte er indes erneut und äußerte den starken Wunsch, mit Tito zusammenzutreffen.
Tito selbst erklärte unlängst: ›Ich bin schon zu Mao Tse-tungs Lebzeiten nach China eingeladen worden. Während des Besuchs des Vorsitzenden der Föderativen Exekutivwetscha Djemal Bijedi´c äußerte Mao Tse-tung ihm gegenüber damals den Wunsch, ich möge China besuchen. Ebenso hat mir Vorsitzender Hua Kuo-feng erklärt, Mao Tse-tung habe schon vor fünf Jahren gesagt, er müsse mich zu einem Besuch einladen, und dabei betont, Jugoslawien habe auch schon im Jahr 1948 recht gehabt. Er (Mao Tse-tung) habe das schon damals im internen Kreis erklärt. In Anbetracht der damaligen Beziehungen zwischen China und der Sowjetunion hätten sie es jedoch nicht öffentlich gesagt.‹ (Aus der Rede Titos vor dem Aktiv der SR Slowenien am 8. September 1978.)
Dieses ›Vermächtnis‹ Mao Tse-tung setzt die revisionistische Führung Chinas getreulich in die Tat um. Hua Kuo-feng nutzte Titos Besuch in China und besonders seinen eigenen Besuch in Jugoslawien, um sich in Lobhudeleien über Tito zu ergehen, ihn als einen ›hervorragenden Marxisten-Leninisten‹, als einen ›großen Führer‹ nicht nur Jugoslawiens, sondern auch der kommunistischen Weltbewegung hinzustellen. Auf diese Weise hat die chinesische Führung offen auch allen Angriffen der Titoisten auf Stalin und die Partei der Bolschewiki, auf die Partei der Arbeit Albaniens, auf die kommunistische Weltbewegung und den Marxismus-Leninismus gutgeheißen.
Die engen politischen und ideologischen Beziehungen der chinesischen Revisionisten zum Titoismus, zu den ›Eurokommunisten‹ wie Carrillo und Co., die Unterstützung, die sie antimarxistischen, trotzkistischen, anarchistischen und sozialdemokratischen Parteien und Gruppen geben, zeigen, dass die chinesischen Führer, inspiriert von den ›Maotsetungideen‹, dabei sind, eine gemeinsame ideologische Front mit den Renegaten des Marxismus-Leninismus gegen die Revolution, gegen die Interessen des Befreiungskampfes der Völker zu schaffen. Deshalb freuen sich alle Feinde des Kommunismus über die chinesischen ›Theorien‹, denn sie sehen, dass sich die ›Maotsetungideen‹, die chinesische Politik gegen die Revolution und den Sozialismus richten.
Mit diesen Fragen, die wir analysiert haben, ist der ganze antimarxistische und antileninistische Inhalt der ›Maotsetungideen‹ nicht erschöpft. Sie reichen aber zur Schlussfolgerung aus, dass Mao Tse-tung kein Marxist-Leninist, sondern ein fortschrittlicher demokratischer Revolutionär war, der lange Zeit an der Spitze der Kommunistischen Partei Chinas gestanden hat und eine wichtige Rolle beim Sieg der chinesischen antiimperialistisch-demokratischen Revolution gespielt hat. Innerhalb Chinas, in der Partei, im Volk und außerhalb Chinas kam er in den Ruf eines großen Marxisten-Leninisten, und selbst gab er sich als Kommunist aus, als marxistisch-leninistischer Dialektiker, der er jedoch nicht war.
Er war ein Eklektiker, der einige Elemente der marxistischen Dialektik mit dem Idealismus, mit der bürgerlichen und der revisionistischen Philosophie, selbst mit der alten chinesischen Philosophie verquickte. Die Ansichten Mao Tse-tungs dürfen daher nicht nur nach den zurechtgestutzten Phrasen in einigen seiner veröffentlichten Werke studiert werden, sondern müssen in ihrer Gesamtheit, in ihrer Anwendung im Leben, unter Einbeziehung der Folgen, die sie in der Praxis nach sich zogen, untersucht werden.
Es ist wichtig, bei der Bewertung der ›Maotsetungideen‹ auch die konkreten historischen Bedingungen in Betracht zu ziehen, unter denen sie sich herausbildeten. Die Gedanken Mao Tse-tungs entwickelten sich zur Zeit des Verfaulens des Kapitalismus, also zu der Zeit, in der die proletarischen Revolutionen auf der Tagesordnung stehen und das Beispiel der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, die großen Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin zum unfehlbaren Wegweiser für das Proletariat und die revolutionären Völker der ganzen Welt geworden sind.
Mao Tse-tungs Theorie, die ›Maotsetungideen‹, die unter diesen neuen Bedingungen entstanden, würden sich in das Gewand der revolutionärsten und wissenschaftlichsten Theorie der Zeit, des Marxismus-Leninismus, zu kleiden versuchen, und sie kleideten sich auch darin, im Kern aber blieben sie eine ›Theorie‹, die im Gegensatz zur Sache der proletarischen Revolution steht und dem in Fäulnis und in der Krise befindlichen Imperialismus zu Hilfe kommt. Deshalb sagen wir, dass Mao Tse-tung und die ›Maotsetungideen‹ antimarxistisch sind.
Wenn man von den ›Maotsetungideen‹ spricht, ist es schwierig, darin eine einzige und klare Linie zu bestimmen, denn sie sind, wie wir einleitend sagten, ein Amalgam von Ideologien, von Anarchismus, Trotzkismus, vom modernen Revisionismus à la Tito, à la Chruschtschow, à la ›Eurokommunismus‹, bis hin zur Verwendung einiger marxistischer Phrasen. In diesem ganzen Amalgam nehmen auch die alten Ideen von Konfuzius, Menzius und anderen chinesischen Philosophen, die die Herausbildung der Ideen Mao Tse-tungs, seine kulturelle und theoretische Entwicklung direkt beeinflussten, einen Ehrenplatz ein. Auch jene Seiten der Ansichten Mao Tse-tungs, die in Form eines deformierten Marxismus-Leninismus hervortreten, tragen den Stempel und das Spezifikum einer Art ›Asiokommunismus‹ mit kräftigen Dosen von nationalistischen, xenophoben und sogar religiösen, buddhistischen Ideen, und sie mussten eines Tages in offenen Widerspruch zum Marxismus-Leninismus geraten.
Die revisionistische Gruppe um Hua Kuo-feng und Deng Hsiao-ping, die heute in China herrscht, hat die ›Maotsetungideen‹ als theoretische Basis und ideologische Plattform ihrer reaktionären Politik und Tätigkeit.
Die Gruppe von Hua Kuo-feng und Jeh Tschien-jing, die die Macht antrat, schwenkte die Fahne Mao Tse-tungs, um ihre schwankenden Positionen zu festigen. Unter dieser Fahne verurteilten sie die Demonstration am Tienammen-Platz und schaltete Deng Hsiao-ping aus, dem sie das verdiente Etikett eines Revisionisten aufklebte. Unter dieser Fahne ergriff diese Gruppe durch einen Putsch die Macht und zerschlug die ›Vier‹. Doch das Chaos, das China schon immer gekennzeichnet hat, ging noch schlimmer weiter. Diese verworrene Situation brachte Deng Hsiao-ping auf die Bühne und erzwang seinen Machtantritt, und Deng schlug erneut seinen Weg des rechten Extrems mit faschistischen Methoden ein.
Dengs Ziel war, die Positionen seiner Gruppe zu festigen, ganz unverhohlen den Kurs des Bündnisses mit dem amerikanischen Imperialismus und mit der reaktionärsten Weltbourgeoisie zu verfolgen. Deng Hsiao-ping brachte das Programm der ›vier Modernisierungen‹ auf, zog einen Schlussstrich unter die Kulturrevolution, schaltete die ganze Masse der Kader aus, die durch diese Revolution an die Macht im Staat, in der Partei und in der Armee aufgestiegen waren, und ersetzte sie durch Leute der finstersten Reaktion, die zuvor entlarvt und verurteilt worden waren.
Wir werden nun Zeugen einer Periode, deren Kennzeichen die Dazibaos gegen Mao Tse-tung sind, mit denen Deng Hsiao-pings Gefolgschaft die Mauern Pekings verziert. Es ist die Periode der ›Revanche‹, die zwei Ziele hat: erstens, Maos ›Prestige‹ zu liquidieren und das Hindernis Hua Kuo-feng aus dem Weg zu räumen, und zweitens, Deng Hsiao-ping zu einem allmächtigen faschistischen Diktator zu machen und Liu Schao-tschi zu rehabilitieren.
Angesichts dieser reaktionären Manöver gibt es in China, aber auch außerhalb Chinas Leute, die einen Vergleich ziehen zwischen Deng Hsiao-pings Kampf gegen Mao, der nie ein Marxist-Leninist gewesen ist, und Chruschtschows Verbrechen, Stalin, der ein großer Marxist-Leninist war und bleibt, mit Schmutz zu bewerfen. Niemand, und mag er noch so wenig Verstand im Kopf haben, kann eine solche Analogie akzeptieren.
Der richtigste Vergleich, der gezogen werden kann, ist der zwischen Breschnew und seiner Gruppe, als sie Chruschtschow stürzten, und dem jetzigen chinesischen Breschnew, Deng Hsiao-ping, der gerade dabei ist, den chinesischen Chruschtschow, Mao Tse-tung, vom Sockel zu stürzen.
Das ganze ist ein revisionistisches Spiel, ist ein Kampf um persönliche Macht. So ist es in China schon immer gewesen. Daran ist nichts Marxistisches. Diese Situation können nur die chinesische Arbeiterklasse und eine wahre, von den ›Maotsetungideen‹, den ›Denghsiaopingideen‹ und anderen entsprechenden antimarxistischen, revisionistischen, bürgerlichen Ideen gesäuberte marxistisch-leninistische Partei bereinigen. Die Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin sind es, die China aus dieser Situation retten können, durch eine wahrhaft proletarische Revolution.
Wir glauben, dass der Marxismus-Leninismus und die proletarische Revolution in China eines Tages siegen und dass die Feinde des chinesischen Proletariats und des chinesischen Volkes unterliegen werden. Das wird sich natürlich nicht ohne Kampf und Blut erreichen lassen, denn in China werden viele Anstrengungen nötig sein, um die revolutionäre marxistisch-leninistische Partei, die für den Sieg über die Verräter, für den Sieg des Sozialismus unabdingbare Führerin zu schaffen.
Wir sind davon überzeugt, dass sich das chinesische Brudervolk, dass sich die wahren chinesischen Revolutionäre von allen Illusionen und Mythen befreien werden. Sie werden politisch und ideologisch verstehen, dass es in der Führung der Kommunistischen Partei Chinas keine marxistisch-leninistischen Revolutionäre gibt, sondern Menschen der Bourgeoisie, des Kapitalismus, die einen Weg verfolgen, der in keinerlei Beziehung zum Sozialismus und zum Kommunismus steht. -
Doch um dies zu verstehen, müssen die Massen und die Revolutionäre begreifen, dass die ›Maotsetungideen‹ kein Marxismus-Leninismus sind und dass Mao Tse-tung kein Marxist-Leninist gewesen ist. -
Die Kritik, die wir Marxisten-Leninisten an den ›Maotsetungideen‹ üben, hat nichts gemein mit den Angriffen, die die Deng-Hsiao-ping-Gruppe in ihrem Kampf um die Macht gegen Mao Tse-tung richtet.
Dadurch, dass wir albanischen Kommunisten offen und aufrichtig über diese Fragen sprechen, erfüllen wir unsere Pflicht zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus und helfen zugleich als Internationalisten auch dem chinesischen Volk und den chinesischen Revolutionären, in diesen schwierigen Situationen, die sie durchmachen, den richtigen Weg zu finden. «
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Quelle: Enver Hoxha: Imperialismus und Revolution. Verlag „8 Nëntori“, Tirana 1979. Hrsg.: Institut für marxistisch-leninistische Studien beim ZK der PAA. Vgl.: Die „Maotsetungideen“ – eine antimarxistische Theorie.