Zum Hintergrund der Liquidierung der Kommunistischen Partei Chinas
von Enver Hoxha - Reinhold Schramm (Bereitstellung)
[Teil 4]
»Die antimarxistischen Vorstellungen der ›Mao- Tse-tung-Ideen‹ von der Revolution zeigen sich noch deutlicher daran, wie Mao die Triebkräfte der Revolution behandelte.
Mao Tse-tung erkannte die hegemonisti- sche Rolle des Proletariats nicht an.
Lenin sagte, dass in der Periode des Imperialismus in jeder Revolution, also auch in der demokratischen Revolution, in der antiimperialistischen nationalen Befreiungsrevolution wie auch in der sozialistischen Revolution, die Führung dem Proletariat gehören muss.
Dagegen unterbewertete Mao Tse-tung, obwohl er von der Rolle des Proletariats sprach, in der Praxis dessen Hegemonie in der Revolution und übertrieb die Rolle der Bauernschaft. Mao Tse-tung sagte, dass ›... der heutige Kampf gegen die japani- schen Besatzer seinem Wesen nach ein Bauernkampf ist. Die politische Ordnung der Neuen Demokratie bedeutet ihrem Wesen nach, dass man den Bauern zur Macht verhilft.‹
(Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 3, alb. Ausgabe, S. 177-178.)
Diese kleinbürgerliche Theorie formulierte Mao Tse-tung in der globalen These: ›Das Dorf muss die Stadt einkreisen‹. Er schrieb: ›... das revolutionäre Dorf kann die Städte einkreisen ... die Arbeit im Dorf muss die Hauptrolle in der chinesischen revolutionären Bewegung spielen, die Arbeit in der Stadt dagegen eine zweitrangige Rolle.‹
(Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 4, alb. Ausgabe, S. 257, 259.) -
Diese Idee brachte Mao auch zum Ausdruck, als er über die Rolle der Bauernschaft an der Macht schrieb. Er sagte, dass alle Parteien und die anderen politischen Kräfte sich der Bauernschaft und ihren Ansichten unterordnen müssten. ›... Millionen Bauern‹, schrieb er, ›werden sich erheben; sie werden ungestüm und unbezwingbar wie ein wahrer Orkan sein, und es wird keine Kraft geben, sie aufzuhalten ... Sie werden alle revolutionären Parteien und Gruppen, alle Revolutionäre auf die Probe stellen, um ihre Ansichten entweder zu akzeptieren oder zu verwerfen.‹
(Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 1, alb. Ausgabe, S. 27-28.)
Nach Mao ergibt sich, dass die Bauernschaft und nicht die Arbeiterklasse in der Revolution die Hegemonie innehaben muss.
Diese These von der hegemonischen Rolle der Bauernschaft in der Revolution wurde von Mao Tse-tung auch als Weg der Weltrevolution gepredigt. Hierin wurzelt die antimarxistische Konzeption, die die sogenannte dritte Welt, die in der chinesischen politischen Literatur auch ›Weltdorf‹ genannt wird, als ›Haupttriebkraft für die Umwandlung der heutigen Gesellschaft‹ betrachtet. Den chinesischen Auffassungen nach ist das Proletariat eine gesellschaftliche Kraft von zweitrangiger Bedeutung, die die von Marx und Lenin vorgesehene Rolle im Kampf gegen den Kapitalismus und beim Sieg der Revolution, im Bündnis mit allen vom Kapital unterdrückten Kräften, nicht zu spielen vermag.
In der chinesischen Revolution dominierten das Kleinbürgertum und das mittlere Bürgertum. Es ist diese breite Schicht des Kleinbürgertums, die Chinas ganze Entwicklung beeinflusst hat.
Mao Tse-tung baute nicht auf der marxistisch-leninistischen Theorie auf, die uns lehrt, dass die Bauernschaft, das Kleinbürgertum im allgemeinen, schwankend sind. Natürlich spielt die arme und mittlere Bauernschaft eine wichtige Rolle in der Revolution und muss zum engen Verbündeten des Proletariats werden. Doch die bäuerliche Klasse, das Kleinbürgertum können das Proletariat in der Revolution nicht führen. Das Gegenteil glauben und predigen heißt gegen den Marxismus-Leninismus sein. Hier liegt auch eine der Hauptquellen der antimarxistischen Anschauungen Mao Tse-tungs, die die ganze chinesische Revolution negativ beeinflusst haben.
Das revolutionäre und wegweisende Grundprinzip der Hegemonie des Proletariats in der Revolution war für die Kommunistische Partei Chinas in der Theorie nicht klar und konnte infolgedessen auch in der Praxis nicht in erforderlicher Weise und konsequent angewandt werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Bauernschaft ihre revolutionäre Rolle nur spielen kann, wenn sie im Bündnis mit dem Proletariat und unter seiner Führung handelt. Dies hat sich während des Nationalen Befreiungskampfes auch in unserem Land bestätigt. Die albanische Bauernschaft war die Hauptkraft in unserer Revolution, dennoch hat unsere Arbeiterklasse, obwohl zahlenmäßig klein, die Bauernschaft geführt, denn die Führerin der Revolution war die marxistisch-leninistische Ideologie, die Ideologie des Proletariats, verkörpert in der Kommunistischen Partei Albaniens, der heutigen Partei der Arbeit Albaniens, der Vorhut der Arbeiterklasse. Deshalb siegten wir nicht nur im Nationalen Befreiungskampf, sondern auch beim Aufbau des Sozialismus. [Dem Versuch folgte die Niederlage. / R. S.]
Wir errangen einen Erfolg nach dem anderen, trotz all der Schwierigkeiten, denen wir auf unserem Weg begegneten. Diese Erfolge vermochten wir in erster Linie zu erringen, weil sich die Partei das Wesen der Theorie von Marx und Lenin aneignete, weil sie verstand, was die Revolution war [?], wer sie machte und wer sie führen mußte, weil sie verstand, dass an der Spitze der mit der Bauernschaft verbündeten Arbeiterklasse eine Partei leninistischen Typs stehen mußte. [>!<]
Die Kommunisten begriffen, dass diese Partei nicht nur dem Namen nach kommunistisch sein durfte, sondern eine Partei zu sein hatte, die die marxistisch-leninistische Theorie der Revolution und des Parteiaufbaus unter den Bedingungen unseres Landes anwandte, sich an die Arbeit machte, um die neue sozialistische Gesellschaft nach dem Vorbild des Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion der Zeit Lenins und Stalins zu schaffen. Diese Haltung brachte unserer Partei den Sieg, gab unserem Land die große politische, wirtschaftliche und militärische Kraft, die es heute hat. [Physische und ideologisch-geistige Entfremdung gegenüber der gesellschaftlichen Realität in Albanien, auch bei E. Hoxha. / R.S.] Wäre anders gehandelt worden, wären diese Prinzipien unserer großen Theorie nicht konsequent angewandt worden, könnte in einem von Feinden eingekreisten kleinen Land wie dem unseren der Sozialismus nicht aufgebaut werden.
[- Enver Hoxhas vergebliche Erkenntnisse vor 1979 -]
Auch wenn die Macht für kurze Zeit ergriffen worden wäre, hätte sie die Bourgeoisie doch wieder an sich gerissen, so wie es in Griechenland geschah, wo die Griechische Kommunistische Partei, noch ehe der Krieg gewonnen war, der reaktionären Bourgeoisie des Landes und dem englischen Imperialismus die Waffen aushändigte.
Die Frage der Hegemonie in der Revolution ist deshalb von großer grundsätzlicher Bedeutung, weil deren Ausrichtung und Entwicklung davon abhängt, wer sie führt. Lenin betonte: ›... der Verzicht auf die Idee der Hegemonie ist die gröbste Art von Reformismus.‹
(W. I. Lenin, Werke, Bd. 17, alb. Ausgabe, S. 252.)
Gerade die Leugnung der hegemonistischen Rolle des Proletariats durch die ›Maotsetungideen‹ war eine der Ursachen dafür, dass die chinesische Revolution eine bürgerlich-demokratische Revolution blieb und nicht in die sozialistische Revolution hinüberwuchs. In der Schrift ›Über die neue Demokratie‹ predigte Mao Tse-tung, dass nach dem Sieg der Revolution in China ein Regime errichtet werden sollte, das sich auf das Bündnis der ›demokratischen Klassen‹ stützte, das außer der Bauernschaft und dem Proletariat auch das Kleinbürgertum der Städte und die nationale Bourgeoisie einschloss. ›Wenn es richtig ist‹, schreibt Mao, ›dass ‘alle essen müssen’, dann darf es auch nicht sein, dass sich nur eine Partei, eine Gruppe, eine Klasse die Macht aneignet.‹ (Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 3, alb. Ausgabe, S. 235.) Dies fand auch in den vier Sternen der Nationalflagge der Volksrepublik China seinen Niederschlag, die für vier Klassen stehen: die Arbeiterklasse, die Bauernschaft, das Kleinbürgertum der Städte und die nationale Bourgeoisie.
[Es fehlt heute noch der Stern für die internationale Finanz- und Monopolbourgeoisie in der Intern. Flagge Chinas. / R. S.]
Die Revolution in China, die die Befreiung des Landes, die Schaffung des unabhängigen chinesischen Staates brachte, war ein großer Sieg für das chinesische Volk, für die antiimperialistischen und demokratischen Kräfte der Welt. Nach der Befreiung fanden in China viele positive Veränderungen statt: die Herrschaft des ausländischen Imperialismus und der Grundherren wurde liquidiert, die Armut und die Arbeitslosigkeit wurden bekämpft, eine Reihe von sozialen und wirtschaftlichen Reformen zugunsten der werktätigen Massen wurde durchgeführt, die Rückständigkeit in Bildung und Kultur wurde bekämpft, eine Reihe von Maßnahmen für den Wiederaufbau des durch den Krieg zerstörten Landes wurde getroffen, und es gab auch einige Umgestaltungen sozialistischen Charakters. In China, wo vorher Millionen Menschen umgekommen waren, gab es keinen Hunger mehr usw. das sind unleugbare Tatsachen, das sind wichtige Siege für das chinesische Volk. [!]
Die Ergreifung dieser Maßnahmen und die Tatsache, dass die Kommunistische Partei Chinas an die Macht kam, ließen es so erscheinen, als schreite China zum Sozialismus. Doch so geschah es nicht. Die Kommunistische Partei Chinas, die nach dem Sieg der bürgerlich-demokratischen Revolution vorsichtig vorgehen musste, sich nicht linksradikal zeigen und nicht die Etappen überspringen durfte, erwies sich mit den ›Maotsetungideen‹ als Grundlage als ›demokratisch‹, liberal, opportunistisch und führte das Land nicht konsequent auf den richtigen Weg des Sozialismus.
Die nichtmarxistischen, eklektizistischen, bürgerlichen politischen und ideologischen Ansichten Mao Tse-tungs gaben dem befreiten China einen unbeständigen Überbau, eine chaotischestaatliche und wirtschaftliche Organisation, die sich niemals stabilisierte. China befand sich in einem ständigen, geradezu anarchistischen Wirrwarr, in einem Wirrwarr, das von Mao Tse-tung selbst mit der Parole ›Man muss verwirren, um zu klären‹ geschürt wurde.
Im neuen chinesischen Staat spielte Tschou En-lai eine besondere Rolle. Er war ein befähigter Wirtschaftler und Organisator, niemals ist er jedoch ein marxistisch-leninistischer Politiker gewesen. Als typischer Pragmatiker verstand er es, seine nichtmarxistischen Auffassungen umzusetzen und sie auf perfekte Weise jeder Gruppe, die in China die Macht ergriff, anzupassen. Er war ein poussah (Stehaufmännchen), der immer auf den Beinen blieb, obwohl er ständig vom Zentrum nach rechts schwankte, doch niemals nach links.
Tschou En-lai war ein Meister der prinzipienlosen Kompromisse. Er unterstützte und verurteilte Tschiang Kai-schek, Gao Gang, Liu Schao-tschi, Deng Hsiao-ping, Mao Tse-tung, Lin Piao, die ›Vier‹, niemals aber hat er Lenin und Stalin, den Marxismus-Leninismus unterstützt.
Nach der Befreiung machten sich in der politischen Linie der Partei als Folge der Ansichten und Haltungen Mao Tse-tungs, Tschou En-lais u.a. viele Schwankungen nach allen Seiten bemerkbar. In China wurde die von den ›Maotsetungideen‹ gepredigte Tendenz lebendig erhalten, dass die Etappe der bürgerlich-demokratischen Revolution lange andauern müsse. Mao Tse-tung beharrte darauf, dass in dieser Etappe parallel zur Entwicklung des Kapitalismus, der er den Vorrang einräumte, auch die Voraussetzungen für den Sozialismus geschaffen würden. Damit hängt auch seine These von der Koexistenz des Sozialismus mit der Bourgeoisie auf sehr lange Sicht zusammen, die als etwas für den Sozialismus wie für die Bourgeoisie gleichermassen Vorteilhaftes hingestellt wurde. -
Als Antwort auf diejenigen, die sich dieser Politik widersetzten und die Erfahrungen der Sozialistischen Oktoberrevolution als Argument anführten, sagte Mao Tse-tung:
›Die russische Bourgeoisie war eine konterrevolutionäre Klasse; sie lehnte damals den Staatskapitalismus ab, sabotierte die Produktion, betrieb Wühltätigkeit und griff sogar zu den Waffen. Das russische Proletariat konnte nicht anders, als sie vernichten. Das brachte die Bourgeoisien der anderen Länder in Wut, und sie begannen wüst zu schimpfen. Hier in China gehen wir etwas milder mit unserer nationalen Bourgeoisie um, die sich darum ein bisschen wohler fühlt und meint, dass unsere Politik auch einige gute Seiten habe.‹
(Mao Tse-ung, Ausgewählte Werke, Bd. 5, franz. Ausgabe, Peking 1977, S. 338.)
Diese Politik hat China, so Mao Tse-tung, in den Augen der internationalen Bourgeoisie einen guten Leumund eingebracht, in Wirklichkeit hat sie aber dem Sozialismus in China großen Schaden zugefügt.
Mao Tse-tung hat die opportunistische Haltung gegenüber der Bourgeoisie als eine schöpferische Anwendung der Lehren Lenins über die NÖP (Neue Ökonomische Politik) bezeichnet. -
Doch zwischen Lenins Lehren und Mao Tse-tungs Konzeption von der unbeschränkten Zulassung der kapitalistischen Produktion und der Bewahrung der bürgerlichen Beziehungen im Sozialismus besteht ein tiefgreifender Unterschied. -
Lenin akzeptiert, dass die NÖP ein Rückzug war, der eine Zeitlang die Entwicklung der Elemente des Kapitalismus zuließ, betont aber: ›Für die proletarische Macht hat das nichts Schreckliches an sich, solange das Proletariat die Macht fest in Händen hält, das Verkehrswesen und die Großindustrie fest in Händen hält.‹
(W. I. Lenin, Werke, Bd. 32, alb. Ausgabe, S. 434.)
Doch in China hat das Proletariat weder 1949 noch 1956, als Mao Tse-tung diese Predigt von sich gab, die Macht und die Großindustrie fest in Händen gehalten.
[Anmerkung: Heute in China, nicht nur die internationalen Produktions-Konzerne und Finanz-Unternehmen aus Deutschland, „mit“ und „ohne“ JV: Siemens, Daimler, BMW, Volkswagen, Porsche, Bosch, ThyssenKrupp, Allianz, Deutsche Bank, Bertelsmann, Springer AG, BASF usw. usf.; mehr als 500 der weltgrößten Konzerne und -internationalen- Monopole, der führenden imperialistischen NATO-Staaten, Militär- und Wirtschafts-Bündnisse: Nordamerikas, EU-Europas, Japans, Südkoreas, Australiens etc. / Sie kontrollieren große Teile der nationalen und internationalen Wertschöpfung und Produktion, die Wirtschaft und den Handel Chinas, ebenso, wie den chinesischen Export und Import – von Gütern und Dienstleistungen. / Siehe hierzu auch die mehr als 500 Quellen-Auszüge und -Zusammenfassungen von Konzernen und vor allem auch aus chinesischen Quellen und Medien von mir. – R.S.]
Darüber hinaus betrachtete Lenin die NÖP als eine zeitweilige Sache, die aufgenötigt wurde durch die konkreten Bedingungen des damaligen, durch den langen Bürgerkrieg zerstörten Russland, und nicht als eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des sozialistischen Aufbaus. Und es ist eine Tatsache, dass Lenin ein Jahr nach Verkündigung der NÖP betonte, dass der Rückzug ein Ende genommen hatte, und die Losung von der Vorbereitung der Offensive gegen das Privatkapital in der Wirtschaft ausgab. -
In China dagegen wurde die Periode der Beibehaltung der kapitalistischen Produktion auf beinahe das ganze Leben veranschlagt. [Nach chinesischen Nonsens- und Konvergenz-Quellen, nicht vom “CIA“: für „zwölf Generationen“ und darüber hinaus, bis ins 23. Jahrhundert. / R.S.] -
Mao Tse-tungs Standpunkt nach musste die nach der Befreiung in China errichtete Ordnung eine bürgerlich-demokratische Ordnung sein, dem Äußeren nach sollte jedoch die Kommunistische Partei Chinas an der Macht sein. So sind die ›Maotsetungideen‹.
Der Übergang von der bürgerlich-demokratischen Revolution zur sozialistischen Revolution kann nur dann verwirklicht werden, wenn das Proletariat die Bourgeoisie entschlossen von der Macht entfernt und sie enteignet. [!] Solange die Arbeiterklasse in China die Macht der Bourgeoisie teilte, solange die Bourgeoisie ihre Privilegien wahrte, konnte die in China errichtete Macht nicht die Macht des Proletariats sein, demnach konnte auch die chinesische Revolution nicht in die sozialistische Revolution hinüberwachsen.
Die Kommunistische Partei Chinas nahm gegenüber den Ausbeuterklassen eine wohlwollende, opportunistische Haltung ein, und Mao Tse-tung propagierte offen die friedliche Integration der kapitalistischen Elemente in den Sozialismus. Mao Tse-tung sagte:
›Obwohl heute alle Ultrareaktionäre der Welt ultrareaktionär sind, und das werden sie auch morgen und übermorgen bleiben, können sie es doch nicht in alle Ewigkeit bleiben; letztendlich werden sie sich ändern... Die Ultrareaktionäre sind ihrem Wesen nach Starrköpfe, doch nicht beständig... Es kommt vor, dass sich die Ultrareaktionäre auch zum Guten ändern... Sie geben ihre Fehler zu und schlagen den richtigen Weg ein. Mit einem Wort, die Ultrareaktionäre ändern sich.‹
(Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 3, alb. Ausgabe, S. 239.)
Im Bestreben, dieser opportunistischen Konzeption eine theoretische Grundlage zu geben, sagte Mao Tse-tung, mit dem ›Umschlagen ins Gegenteil‹ spielend, dass sich die antagonistischen Widersprüche durch Diskussion, Kritik und Umgestaltung in nichtantagonistische Widersprüche verwandelten, dass sich die Ausbeuterklassen und die bürgerliche Intelligenz in ihren Gegensatz verwandeln, d. h. revolutionär werden könnten.
›Unter den gegebenen Bedingungen unseres Landes‹, schreibt Mao Tse-tung 1956, ›wird sich die große Mehrheit der Konterrevolutionäre jedoch schließlich in verschiedenem Grade wandeln können. Dank unserer richtigen Politik sind nicht wenige Konterrevolutionäre so weit umerzogen worden, dass sie nicht mehr gegen die Revolution arbeiten, ein paar haben sogar etwas Nützliches geleistet.‹
[Damit wäre wohl auch der verstorbene Berthold Beitz von ThyssenKrupp und Konzern-Stiftung, und auch der Sozialdemokrat Helmut Schmidt und Bundeskanzler a. D. einverstanden - oder? / R.S.]
(Vgl. Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 5, franz. Ausgabe, Peking 1977, S. 321.)
Ausgehend von derart antimarxistischen Vorstellungen, dass sich nämlich die Klassenfeinde mit der Zeit besserten, predigte er die Klassenversöhnung mit ihnen und ließ zu, dass sie sich weiter bereicherten, weiter ausbeuten, sich weiter unbehindert gegen die Revolution aussprechen und weiter gegen sie handeln. Zur Rechtfertigung dieser kapitulationistischen Haltung gegenüber dem Klassenfeind schrieb Mao Tse-tung:
›Wir haben jetzt so viel zu tun. Es ist einfach nicht möglich, jeden Tag auf sie einzuschlagen und das 50 Jahre lang durchzuhalten! Es gibt eben bestimmte Leute, die es ablehnen, ihre Fehler zu korrigieren, sollen sie sie mit ins Grab nehmen und zum Höllenfürsten gehen.‹
(Mao Tse-tung, Ausgewählte Werke, Bd. 5, franz. Ausgabe, Peking 1977, S. 512.)
Da in der Praxis nach diesen den Feinden gegenüber versöhnlerischen Erwägungen gehandelt wurde, blieb die Staatsverwaltung in China in Händen der alten Funktionäre. Tschiang Kai-scheks Generale wurden sogar Minister. Selbst der Kaiser Pu-Yi von Mandschukuo, der Marionettenkaiser der japanischen Besatzer, wurde sehr pfleglich behandelt und zu einem Museumsobjekt gemacht, so dass die angereisten Delegationen sich mit ihm treffen und unterhalten und sehen konnten, wie im ›sozialistischen‹ China solche Menschen umerzogen werden. Die Reklame, die für diesen Exmarionettenkaiser gemacht wurde, diente unter anderem dem Zweck, den Königen, den Häuptern und Marionetten der Reaktion anderer Länder ebenfalls die Angst zu nehmen und sie denken zu lassen, Maos ›Sozialismus‹ sei gut und es gebe keine Ursache, sich vor ihm zu fürchten. « {...}
[Teil 4]
Quelle: Enver Hoxha: Imperialismus und Revolution. Verlag „8 Nëntori“, Tirana 1979. Hrsg.: Institut für marxistisch-leninistische Studien beim ZK der PAA. Vgl.: Die „Maotsetungideen“ – eine antimarxistische Theorie.