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Hass gegen die Mongolische Volksrepublik

von Rudolf Müller, Dietmar Klein (DDR 1975) - Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Politik der Maoisten

»Ein Bestandteil und charakteristischer Ausdruck des ausgesprochenen expansionistischen und nationalistischen Kurses der maoistischen Führung ist ihre Politik gegen die souveräne Mongolische Volksrepublik. Es muss hervorgehoben werden, dass die Politik der Maoisten gegenüber den mongolischen Kommunisten von abgrundtiefem Hass und äußersten Zynismus geprägt ist.

Schon 1936 erklärte Mao Tse-Tung gegenüber dem amerikanischen Journalisten Edgar Snow, dass mit dem Sieg der chinesischen Revolution die Mongolische Volksrepublik automatisch Teil der chinesischen Föderation werde. Mao sagte weiter, er betrachte Burma, Indochina, Korea und die Mongolei als von China rechtswidrig abgetrennte Gebiete. Das gleiche behauptete auch Tschiang Kai-schek. Die Maoisten gingen so weit, hinter dem Rücken des mongolischen Volkes über das Schicksal seiner Eigenstaatlichkeit zu verhandeln.

Im Februar 1949 erkundigte sich Mao bei der Führung der UdSSR nach ihrer Meinung über den Anschluss der MVR an China. Stalin antwortete darauf, die Führer der Sowjetunion glaubten nicht, dass die MVR zugunsten einer Autonomie im Bestand des chinesischen Staates auf ihre Unabhängigkeit und Souveränität verzichten würde. Stalin betonte, dass die Entscheidung über diese Frage voll und ganz beim mongolischen Volk selbst liegt.

Dennoch waren die Maoisten 1954 so skrupellos, anlässlich des Besuchs einer sowjetischen Delegation erneut eine „Verständigung“ über den „Anschluss“ der MVR an China anzustreben. Er erübrigt sich fast zu betonen, dass die sowjetischen Genossen ein derartiges Ansinnen empört ablehnten und nochmals klarstellten, dass über die MVR in Ulan Bator und nicht in Peking oder Moskau entschieden wird.

Nach dem XX. Parteitag der KPdSU im Jahre 1956 taten die Maoisten erneut ihre expansionistischen Absichten kund. Das gleiche wiederholte sich 1964, als eine Delegation der Sozialistischen Partei Japans Peking besuchte.

Freiheit und Unabhängigkeit der friedliebenden MVR sind seit Jahren unmittelbar bedroht. Viele Divisionen der chinesischen Armee wurden der 4700 Kilometer langen Grenze zur MVR stationiert. Sie führen ständig Übergriffe auf mongolisches Territorium durch und starten Provokationen, die sich besonders nach dem X. Parteitag der [antikommunistischen] KP Chinas verstärkten. Hinzu kam, dass Peking seine auf der Grundlage zwischenstaatlicher Abkommen in der MVR tätigen Spezialisten und Bauarbeiter abzog und die bestehenden Verträge brach. -

Die Maoisten negieren die Befreiung des mongolischen Volkes im Jahre 1911 vom Joch der chinesischen Mandschus und strichen den historischen Sieg der mongolischen antiimperialistischen und antifeudalen Volksrevolution im Jahre 1921 einfach aus ihrem Geschichtsbild.«

Quelle: Rudolf Müller, Dietmar Klein: Nacht über China. Dietz Verlag Berlin 1976