Skip to main content Skip to page footer

Die »Kulturrevolution« und der maoistische Kurs auf Zusammenarbeit mit dem Imperialismus

von Wang Ming - Reinhold Schramm (Bereitstellung)

»Kulturrevolution« dem Namen nach – konterrevolutionärer Umsturz dem Charakter nach

Seit dem Sommer 1966 vollzieht Mao Zedong unter dem Deckmantel der »Kulturrevolution« einen konterrevolutionären Umsturz, der gegen die KP Chinas und das chinesische Volk, gegen die Sowjetunion und die internationale kommunistische Bewegung gerichtet ist.

Vorrangige Aufgabe dieses konterrevolutionären Umsturzes ist es, den revolutionären Marxismus-Leninismus durch die konterrevolutionären »Ideen Mao Zedongs« zu ersetzen und diese »Ideen« zur einzigen Grundlage bei der Festlegung der innen- und außenpolitischen Linien und Zielsetzungen zu machen.

In der Innenpolitik setzte Mao Zedong militärische Gewalt ein, um die große und ruhmreiche Kommunistische Partei Chinas zu zerschlagen und das fleißige, begabte und revolutionäre chinesische Volk niederzuwerfen. -

Die meisten Mitglieder des Politbüros der KP Chinas wurden entweder an den Pranger gestellt und Repressalien unterworfen (Liu Shaoqi, Peng Dehuai, Tao Zhu, He Long, Li Jingquan, Peng Zhen, Tan Zhenlin, Ulanfu, ZhangWentian [Luo Fu], Lu Dingyi und Bo Yibo) oder Verfolgungen ausgesetzt (Zhu De, Chen Yi, Xu Xiangqian und Nie Ronggzhen). Auch gegen die übergroße Mehrzahl der Mitglieder des Sekretariats des Zentralkomitees wie Wang Jiaxiang, Tan Zheng, Huang Kecheng, Luo Ruiqing, Xi Zhongxun, Wang Renzhong, Liu Ningyi, Yang Shangkun, Hu Qiaomu und Liu Lanttao ging Mao Zedong erbarmungslos vor. Von den 174 Mitgliedern des Zentralkomitees der KP Chinas waren 140, das heißt nahezu vier Fünftel, schwersten Repressalien von seiner Seite ausgesetzt. Die Parteiorganisationen aller Ebenen, die Provinz-, Stadt-, Bezirks-, Kreis-, Dorfparteiorganisationen usw., wurden zerschlagen. -

Damit einher gingen Massenmorde an Funktionären aller Gliederungen der Partei und an einfachen Parteimitgliedern sowie gegen sie gerichtete Repressalien. Auf Befehl Mao Zedongs wurden Massenmorde begangen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Kommandeure und Politoffiziere der Streitkräfte verübt. Zerschlagen wurden auch die staatlichen Machtorgane, die Organisationen aller Ebenen des Kommunistischen Jugendverbandes und des Gewerkschaftsverbandes sowie die Verbände der Kulturschaffenden und die wissenschaftlichen Vereinigungen. Die in diesen Organisationen tätigen Vertreter der Intelligenz wurden, ob sie nun Parteimitglieder oder parteilos waren, grausamsten Repressalien ausgesetzt. Viele von ihnen wurden umgebracht. Auf Mao Zedongs Befehl sind Millionen fortschrittlicher Arbeiter und Bauern sowie Vertreter der Intelligenz und der revolutionären Jugend ermordet oder grausam unterdrückt worden.

Die ungeheuerlichen Verbrechen Mao Zedongs haben der Kommunistischen Partei Chinas und dem chinesischen Volk enorme Verluste gebracht. Diese Verluste wiegen weitaus schwerer als der Schaden, den der Weltimperialismus, die Beiyang-Militärmachthaber, Jiang Jieshi, Wang Jingwei und sonstige Konterrevolutionäre zusammengenommen der Kommunistischen Partei und dem chinesischen Volk zugefügt haben.

Wir werden aller Revolutionäre, die den Gräueltaten Mao Zedongs zum Opfer gefallen sind, stets gedenken!

Vom IX. Parteitag der KP Chinas im April 1969 an verdrängte Mao Zedong die wahre Kommunistische Partei durch eine von ihm zusammengezimmerte pseudokommunistische Partei, der er sich zur Durchsetzung seiner antikommunistischen und antisowjetischen Ziele zu bedienen versucht. Die Kommunistische Partei Chinas und das chinesische Volk gerieten in abgrundtiefes, nie zuvor gekanntes Elend.

Durch diese unerhört schweren Verbrechen ist Mao Zedong zum Verräter an der Kommunistischen Partei Chinas und der chinesischenRevolution, zum Feind des ganzen chinesischen Volkes geworden.

Auf außenpolitischen Gebiet führt Mao Zedong einen wütenden Kampf gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder und bemüht sich mit aller Kraft, das sozialistische Weltsystem zu untergraben und zu spalten. Er verstieg sich sogar dazu, Gebietsansprüche an die UdSSR zu stellen, hat einen bewaffneten Angriff auf die sowjetische Grenze inszeniert und trug sich mit der Absicht, die Mongolische Volksrepublik zu annektieren.

Blindwütig bekämpft er die marxistisch-leninistischen kommunistischen Parteien und Arbeiterparteien aller Länder und verhehlt nicht seine Absicht, sie zu »erledigen«. Mit aller Macht betreibt er die Unterminierung und Spaltung der internationalen kommunistischen Bewegung sowie der antiimperialistischen nationalen Befreiungsbewegung in den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. -

Auf jede erdenkliche Art versucht er, die Freundschaft und Verbundenheit zwischen diesen Ländern und den sozialistischen Ländern sowie der internationalen kommunistischen Bewegung zu untergraben. Damit unterstützt er die Versuche des Imperialismus, überall dort, wo es ihm möglich erscheint, die Kontrolle über diese Länder wiederzugewinnen und Aggressionen gegen sie zu unternehmen. -

Er spinnt Intrigen und versucht, einen US-amerikanisch-sowjetischen, einen weltweiten militärischen Konflikt zu provozieren. Es ist seine Absicht, auf diesem Weg alle sozialistischen Länder sowie alle imperialistischen Staaten und deren Verbündete zu vernichten. Er bildet sich ein, nach einem thermonuklearen Krieg seinen irrsinnigen Traum von der ungeteilten Herrschaft über die ganze Welt verwirklichen zu können. Die Wirtschaftsbeziehungen zur sozialistischen Staatengemeinschaft hat er abgebrochen und das Land an das Lager des Kapitalismus gebunden, wodurch er Bedingungen für die Restauration des Kapitalismus in China schafft.

Diese von Mao Zedong in den internationalen Angelegenheiten begangenen schwerwiegenden Verbrechen haben ihn zum Verräter an der internationalen kommunistischen Bewegung sowie der antiimperialistischen revolutionären Bewegung und zum gemeinsamen Feind der ganzen fortschrittlichen und friedliebenden Menschheit werden lassen.

Die von Mao Zedong im Verlaufe des konterrevolutionären Umsturzes begangenen Verbrechen bestätigen die Wahrheit, dass Innen- und Außenpolitik nicht voneinander zu trennen sind. Die Innenpolitik ist die Quelle der Außenpolitik und die Außenpolitik die Fortsetzung der Innenpolitik. Der Antikommunismus im Lande dient Mao Zedong dazu, das Hinterland für den antisowjetischen Kampf frei zu machen. Zugleich versucht er mit Hilfe des Antisowjetismus, sich stärkere Positionen in seinem antikommunistischen Kampf innerhalb des Landes zu verschaffen.

Die antisowjetischen und antikommunistischen Aktionen sind ihm Mittel zur Annäherung an die Imperialisten und Reaktionäre verschiedener Länder.

In der 1969 erschienen Arbeit »Mao Zedong führt keine ›Kulturrevolution‹, sondern einen konterrevolutionären Umsturz durch« bin ich bereits ziemlich ausführlich auf die verschiedenen von Mao Zedong im Lande selbst sowie auf internationaler Ebene zu Beginn der »Kulturrevolution« verübten Verbrechen eingegangen, so dass ich an dieser Stelle auf Wiederholungen verzichten kann.

Der konterrevolutionäre Umsturz wurde in den darauffolgenden Jahren weitergeführt. Sein Hauptinhalt waren Antikommunismus, Antisowjetismus und Verbrechen am Volk. -

Mao Zedong betrieb sie unter Losungen wie »Vertiefung der Verurteilung des Revisionismus und der Berichtigung des Arbeitsstils«, »Weitere Vertiefung von Kampf, Kritik und Umgestaltung«, »Fortsetzung des einen ›Nieder‹ und der drei ›Gegen‹« [1] und »Sich auf einen plötzlichen Angriff aus dem Norden vorbereiten« sowie im Verlaufe von Kampagnen wie der »Kampagne der Erziehung auf dem Gebiet der Ideologie und der politischen Linie« und der »Kampagne des Boykotts gegen die Pseudomarxisten Wang Ming und Liu Shaoqi«.

Unter diesen Losungen und im Verlaufe der genannten Kampagnen spürte Mao Zedong im Lande weiterhin mit allen Kräften fortschrittliche Mitglieder der Kommunistischen Partei und des Kommunistischen Jugendverbandes sowie revolutionäre Arbeiter, Bauern, Angehörige der Intelligenz und Jugendliche auf, verfolgte sie und vernichtete sie. -

Andersdenkende wurden in jeder Institution, in jedem Truppenteil, in jeder Organisation, in jeder Schule, in jedem Betrieb, in jeder »Volkskommune« und in jeder Familie ausfindig gemacht. Die wahre Bedeutung von Mao Zedongs Losung »Altes ausschneiden und Neues aufnehmen« ist, dass er auch künftig seine Feinde, und nicht nur seine eigenen Feinde, sondern auch die seiner Frau und Nachfolgerin, Jiang Qing, und seines Schwiegersohns, Yao Wenyuan, vernichten wird. -

In erster Linie lässt er die Marxisten-Leninisten und Internationalisten, die Befürworter der chinesisch-sowjetischen Freundschaft sowie alle Gegner des USA-Imperialismus umbringen. Damit will er sein extrem individualistisches und egoistisches Ziel »Zu Lebzeiten nicht gestürzt und nach dem Tode nicht verurteilt werden« erreichen.

Auf dem Gebiet der auswärtigen Beziehungen bemühte sich Mao Zedong unter den genannten Losungen und im Verlaufe besagter Kampagnen einerseits weiterhin verzweifelt, das sozialistische Weltsystem sowie die internationale kommunistische und die antiimperialistische Bewegung zu untergraben und zu spalten, und er versuchte andererseits mit aller Macht, den imperialistischen Kreisen der USA und anderer Länder näherzukommen.

Seine Angriffe gelten ohne Frage nach wie vor hauptsächlich der KPdSU und der Sowjetunion. Dies ist erklärlich, denn – die KPdSU und die UdSSR sind die reale Verkörperung des wissenschaftlichen Kommunismus, sind Marxismus-Leninismus in Aktion;
– die KPdSU ist die fortgeschrittenste, erfahrenste, angesehenste und stärkste kommunistische Partei, die allgemein anerkannte Vorhut in der internationalen kommunistischen Bewegung, und die Sowjetunion hat die reichsten Erfahrungen, die größten Leistungen sowie das stärkste Potential aufzuweisen und genießt das höchste Ansehen in der sozialistischen Staatengemeinschaft;

– die KPdSU und die Sowjetunion sind das stärkste Bollwerk für den Kampf der Völker gegen Imperialismus und Reaktion, für Frieden, Demokratie, nationale Unabhängigkeit, sozialen Fortschritt und Sozialismus, und die sowjetischen Kommunisten und das Sowjetvolk sind die treuesten Genossen und Mitstreiter der chinesischen Kommunisten und des chinesischen Volkes im revolutionären Kampf und beim Aufbau des Sozialismus;

– das Sowjetvolk verwirklicht unter der Führung der KPdSU durch die Erfüllung der historischen Beschlüsse des XXIV. Parteitages der KPdSU die großartigen Pläne des Aufbaus des Kommunismus und das ehrenvolle Programm zur Gewährleistung des Friedens in der ganzen Welt.

Aufgrund ebendieser Tatsache hat Mao Zedong den Antisowjetismus auf seine Fahnen geschrieben. Der Antisowjetismus ist der konzentrierte Ausdruck von Mao Zedongs Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die sozialistischen Länder, gegen die kommunistischen und Arbeiterparteien (einschließlich der Kommunistischen Partei Chinas), gegen die antiimperialistische Bewegung und gegen den Weltfrieden. -

Mit seinem Antisowjetismus will er sich ferner den Beifall und das Verständnis der imperialistischen Mächte und vor allem der USA-Imperialisten sowie der Reaktion aller Länder sichern. Er bemüht sich um eine antisowjetisch und antikommunistisch orientierte Zusammenarbeit mit ihnen.

Der Antisowjetismus ist der konzentrierte Ausdruck von Antikommunismus und Proimperialismus. Völlig zu Recht hat daher Genosse János Kádár, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei, erklärt, dass es keinen antisowjetischen Kommunismus gab und gibt und ihn nicht geben wird. Daraus folgt, dass es auch keinen antisowjetischen Kommunisten gab oder gibt und ihn nicht geben kann.

Eben weil der Antisowjetismus Mao Zedongs von der Form her Nationalismus und vom Inhalt her Antikommunismus ist, bildet es nicht nur die Grundlage für dessen reaktionäre Außenpolitik, sondern ist auch das Kernstück seiner reaktionären Innenpolitik.

Mao Zedong hat dem chinesischen Volk jegliche Informationen über die gemeinsame Festsitzung des Zentralkomitees der KPdSU, des Obersten Sowjets der UdSSR und des Obersten Sowjets der RSFSR vorenthalten, die im Dezember 1972 anlässlich des 50. Jahrestages der Bildung der UdSSR in Moskau stattfand und zu der die marxistisch-leninistischen Bruderparteien, national-demokratische Parteien und nationale Befreiungsbewegungen ihre Vertreter entsandt hatten. Auch die historische Rede des Genossen Leonid Iljitsch Breshnew, des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU, auf dieser Sitzung, in der er eine glänzende Bilanz der überragenden Erfolge der Leninschen Nationalitätenpolitik sowie der großen Leistungen des multinationalen sozialistischen Sowjetstaates in den fünfzig Jahren des Bestehens der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gezogen und den Leninschen Kurs der Innen- und Außenpolitik der KPdSU und der Sowjetregierung unter den gegenwärtigen Bedingungen umfassend erläutert hat, hält Mao Zedong mit allen Mitteln vor dem chinesischen Volk geheim. Daher scheint es zweckmäßig, den Teil der Rede von Leonid Iljitsch Breshnew, in dem dieser auf die augenblicklichen Beziehungen zwischen China und der Sowjetunion sowie zwischen China und den meisten sozialistischen Ländern und auf den Charakter der Außenpolitik Maos und seiner Anhänger eingegangen ist, im Wortlaut anzuführen, damit sich die chinesischen Kommunisten und das chinesische Volk ein klares Bild von diesen Problemen machen und den heuchlerischen und provokatorischen Charakter des Lärms, den Mao Zedong um eine »sowjetische Bedrohung« macht, eindeutig erkennen können.

Genosse Breshnew sagte:

»Und nun, Genossen, zu unseren derzeitigen Beziehungen zu China, genauer gesagt, zur Haltung Chinas gegenüber den meisten sozialistischen Staaten.

Bereits seit mehr als zehn Jahren halten die Führer der Volksrepublik China nun schon Kurs auf den Kampf gegen die UdSSR, damit aber auch gegen die ganze sozialistische Staatengemeinschaft, die sie nach wie vor als Haupthindernis für ihre Großmachtpläne betrachten.

Was ist heute – ohne jede Beschönigung – der außenpolitische Kurs Pekings? Das sind sinnlose Ansprüche auf sowjetisches Territorium, böswillige Verleumdungen der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung der UdSSR, ihrer friedliebenden Außenpolitik. Das ist eine offensichtliche Sabotage der Anstrengungen zur Eindämmung des Wettrüstens, des Kampfes für die Abrüstung und die Minderung der internationalen Spannungen. Das sind ständige Versuche, das sozialistische Lager und die kommunistische Bewegung zu spalten, Uneinigkeit in die Reihen der Kämpfer für die nationale Befreiung hineinzutragen, die Entwicklungsländer in Gegensatz zu bringen zur Sowjetunion und zu den anderen sozialistischen Staaten. Das ist letztlich die prinzipienlose Blockbildung auf antisowjetischer Grundlage mit allen, sogar den reaktionärsten Kräften, seien es die wütenden Gegner der Sowjetunion aus dem Lager der britischen Torys oder revanchistische Elemente in der BRD, portugiesische Kolonialisten oder Rassisten aus Südafrika.

Im Grunde genommen ist das einzige Kriterium, das gegenwärtig die Haltung der chinesischen Führer zu jedem großen internationalen Problem bestimmt, die Interessen der sozialistischen Gemeinschaft zu verletzen. Was kann man zu dieser Politik sagen?

Wir sind der Meinung, dass sie für die Beziehungen zwischen sozialistischen Ländern widernatürlich ist, dass sie gegen die Interessen nicht nur des sowjetischen, sondern auch des chinesischen Volkes gerichtet ist, gegen die Interessen des Weltsozialismus, des Befreiungs- und des antiimperialistischen Kampfes, gegen die Interessen des Friedens und der Sicherheit der Völker.

Es ist verständlich, dass wir eine solche Politik zurückweisen.

Die chinesischen Führer erklären, dass sie angeblich irgendeine Bedrohung seitens der UdSSR befürchten. Wenn diese Erklärungen nicht doppelzüngig wären, dann wäre es unmöglich zu verstehen, warum denn China in diesem Falle den von uns seit 1969 mehrmals unterbreiteten Vorschlag unbeantwortet ließ, klare, feste und beständige Verpflichtungen zu übernehmen, die den Überfall des einen Landes auf das andere ausschließen? Wenn man sich in Peking tatsächlich Sorgen um die Sicherheit Chinas macht, warum hat sich dann die Führung der VR China nicht einverstanden erklärt, einen speziellen Vertrag über die Nichteinmischung von Gewalt abzuschließen, dessen Entwurf der chinesischen Seite am 15. Januar 1971 überreicht worden war? Denn in dem Entwurf des Vertrages heißt es mit aller Bestimmtheit, dass die Seiten, und ich zitiere, ›gegeneinander keine Streitkräfte unter Anwendung jeglicher Waffenarten einsetzen werden, einschließlich a) konventioneller Waffen, b) Raketenwaffen, c) Kernwaffen‹. Nein, die Klagen der chinesischen Führer über eine mystische ›sowjetische Bedrohung‹ sind eindeutig eine Verleumdung.« [2]
[Vgl. Quelle]

Anmerkungen

1 Das eine »Nieder« diente als Deckmantel für die antikommunistischen und antisowjetischen Kampagnen innerhalb des Landes, die unter Losungen wie »Nieder mit den Machthabern, die den kapitalistischen Weg beschreiten!« und »Nieder mit den konterrevolutionären Revisionisten!« geführt wurden. Bei den drei »Gegen« gilt nur eine einzige Losung, die Losung »Gegen den modernen Revisionismus kämpfen, dessen Zentrum die Revisionisten der UdSSR bilden«, mit der die antisowjetischen und antikommunistischen Aktionen Mao Zedongs auf internationaler Ebene bemäntelt werden. Die beiden übrigen »Gegen« waren stets heuchlerisch und verlogen gemeint. Die eine Losung, »Gegen die Imperialistenclique unter der Führung der USA kämpfen«, wurde durch die von Mao Zedong betriebene Entwicklung der Beziehungen zwischen China und den USA entlarvt. -

Die andere Losung, »Gegen die Reaktionäre aller Länder kämpfen«, wurde entlarvt, als Mao Zedong im Verein mit den USA-Imperialisten den reaktionären pakistanischen Militaristen Yahya Khan bei der Vernichtung von drei Millionen Einwohnern Bangladeshs, die für nationale Befreiung, für Demokratie und für Freiheit gekämpft hatten, tatkräftig unterstützte.

2 L. I. Breshnew: Zum 50. Jahrestag der Bildung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. In: Auf dem Wege Lenins, Bd. 4, Berlin 1974, S. 77/78.

Quelle: Wang Ming: 50 Jahre KP Chinas und der Verrat Mao Zedongs. Dietz Verlag Berlin 1981. Vgl.: III. Die »Kulturrevolution« und der maoistische Kurs auf Zusammenarbeit mit dem Imperialismus. »Kulturrevolution« dem Namen nach – konterrevolutionärer Umsturz dem Charakter nach.

Nachtrag

»Das Ende 1975 in Moskau erschienene Buch des verdienstvollen Funktionärs der KP Chinas und der internationalen kommunistischen Bewegung Wang Ming ist gleichsam dessen politischer Nachlass für die chinesischen Kommunisten, für das ganze chinesische Volk.

In den vier Kapiteln des Buches, geschrieben in den Jahren 1971 bis 1974, verdichten sich Dokumente und persönliche Erinnerungen Wang Mings, die von unschätzbaren Wert für die internationale Arbeiterklasse sind, zu schlagkräftigen Beweisen über die Geschichte der KP Chinas und den Verrat Mao Zedongs. Wang Ming bringt in seinem Buch seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Kommunisten, die Kämpfer gegen den Imperialismus, alle friedliebenden Kräfte und alle Menschen guten Willens den chinesischen Kommunisten und dem ganzen chinesischen Volk in dem schweren und komplizierten Kampf gegen die reaktionäre Herrschaft des Maoismus bis zu dessen endgültiger Niederlage zur Seite stehen werden.« -

»Wang Ming wurde 1925 Mitglied der KP Chinas. 1926 bis 1929 studierte er an der Kommunistischen Universität der Werktätigen des Ostens in Moskau. 1931 wurde Wang Ming zum Mitglied des Zentralkomitees und seines Politbüros sowie zum Sekretär des Zentralkomitees der KP Chinas gewählt. In den Jahren 1931 bis 1937 war Wang Ming Vertreter der KP Chinas in der Komintern und wurde 1935 als Mitglied des Präsidiums und Kandidat des Sekretariats des EKKI gewählt. Auf dem VII. (1945) und dem VIII. (1956) Parteitag wurde er als Mitglied des Zentralkomitees der KP Chinas gewählt. Wang Ming verstarb 1974 in der Sowjetunion, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.«