Die Entstehung der marxistischen Philosophie (Teil 62)
von Teodor Oiserman - Reinhold Schramm (Bereitstellung)
Die materialistische Dialektik und Proudhons „Philosophie des Elends“
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Proudhon, sagt Marx, spielt den Ökonomen unter den Philosophen und den Philosophen unter den Ökonomen. Man muss daher von der Kritik seiner ökonomischen Utopie zur Analyse seiner „Metaphysik der politischen Ökonomie“ fortschreiten.
Jedes philosophische System offenbart sich in seiner Methode. Die Methode Proudhons ist eine vulgarisierte Hegelsche Dialektik.
Wie Hegel betrachtet auch Proudhon die Kategorien als Grundlage der empirisch erfass- baren Erscheinungen. In welchem Verhältnis stehen die ökonomischen Kategorien zu den ökonomischen Erscheinungen? Proudhon gibt auf diese Frage, ihrem Wesen nach die Grundfrage der Philosophie, eine idealistische Antwort. Die ökonomischen Verhältnisse sind die Fleischwerdung der ökonomischen Kategorien. Diese werden von den Menschen erkannt, sobald sie sich ihrer Bedürfnisse bewusst werden und versuchen, diese auf vernünftige Weise zu befriedigen.
Proudhon bemüht sich, eine Kategorie aus der anderen abzuleiten. Er konstruiert ein ganzes System ökonomischer Kategorien und glaubt, damit die wahre Struktur des wirtschaftlichen Lebens der Gesellschaft zu enthüllen. Diese Kategorien bringt er in eine bestimmte Reihenfolge und charakterisiert sie als „Aufeinanderfolge der Ideen in der Vernunft“, nach der sich die Reorganisation der ökonomischen Verhältnisse zu richten habe. Proudhon übersieht, dass es sich bei diesen Kategorien um die Kategorien der kapitalistischen Ökonomie handelt, die nicht direkt auf andere Typen ökonomischer Verhältnisse angewandt werden können. Die geschichtliche Entwicklung wird zur Geschichte der Aufdeckung und Verwirklichung ewiger und unveränderlicher Ideen. Die geschichtlichen Kollisionen erklären sich aus dem Missverhältnis zwischen dem prästabilierten Ideal und seiner irdischen Verwirklichung. Die Weltgeschichte nimmt teleologischen Charakter an. Als ihr Fundament wird der Begriff des „Genius der Gesellschaft“ verkündet, der ganz und gar dem Hegelschen absoluten Geist entspricht. Die Geschichte wird als das Suchen des Genius der Gesellschaft nach der absoluten Wahrheit (oder der absoluten Gerechtigkeit) und nach Wegen ihrer praktischen Verwirklichung interpretiert. Eine Entwicklung im eigentlichen Sinne erkennt Proudhon nicht an: „In der Zivilisation wie im Weltall existiert alles, wirkt alles von jeher ... Es verhält sich ebenso mit der ganzen Sozialökonomie.“ [1]
Proudhon übernimmt also unbesehen die idealistischen Voraussetzungen der Hegelschen Dialektik, insbesondere die Vorstellung von einer absoluten Vernunft, ais der die empirische Wirklichkeit logisch abgeleitet werden muss. „Warum“, fragt Marx, „spricht Herr Proudhon von Gott, von der universellen Vernunft, von der unpersönlichen Vernunft der Menschheit, die nie irrt, die stets sich selbst gleich war, deren man sich nur richtig bewusst zu sein braucht, um das Wahre zu treffen? Warum treibt er schwächlichen Hegelianismus, um sich als starker Denker aufzuspielen? Er selbst gibt die Lösung des Rätsels. Herr Proudhon erblickt in der Geschichte eine bestimmte Reihe gesellschaftlicher Entwicklungen; er findet den Fortschritt in der Geschichte verwirklicht; er findet endlich, dass die Menschen, als Individuen, nicht wussten, was sie taten, dass sie sich über ihre eigene Bewegung täuschten, d. h. dass ihre gesellschaftliche Entwicklung auf den ersten Blick verschieden, getrennt, unabhängig von ihrer individuellen erscheint. Er kann diese Tatsachen nicht erklären, und die Hypothese von der sich offenbarenden universellen Vernunft ist reinste Erfindung. Nichts leichter, als mystische Ursachen, d. h. Phrasen zu erfinden, denen jeder Sinn fehlt.“ [2]
Den idealistischen Charakter der Hegelschen Dialektik hatte Marx schon 1843 und vor allem 1845 kritisiert. Darum beschränkt er sich im „Elend der Philosophie“ auf zusammenfassende kritische Bemerkungen hierzu. Da Hegel, heißt es dort, mit der Vorstellung des reinen Denkens, der reinen Vernunft beginnt, die angeblich alle Wirklichkeit in sich einschließt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Vernunft sich selbst entgegenzusetzen.
Hegels absolute Methode ist die Abstraktion der Bewegung oder die Bewegung in abstrakter Form, das heißt die von den Dingen losgelöste rein logische Bewegung oder die Bewegung der reinen Vernunft. „Worin besteht die Bewegung der reinen Vernunft? Sich zu setzen, sich selbst entgegenzusetzen, und schließlich wieder sich mit sich selbst in eins zu setzen, sich als These, Antithese, Synthese zu formulieren, oder schließlich sich zu setzen, sich zu negieren und ihre Negation zu negieren.“ [3]
Marxens Kritik an der idealistischen Methode Hegels wird von bürgerlichen Autoren des öfteren als eine Kritik an jeglicher Dialektik gedeutet. Dabei stellt Marx im „Elend der Philosophie“ der idealistischen Dialektik die materialistische Dialektik gegenüber. Plechanow hatte also völlig recht, als er schrieb: „Marx’ Sieg in diesem Streit mit Proudhon war der Sieg eines Mannes, der dialektisch zu denken verstand, über einen Mann, der sich die Natur der Dialektik nicht klarzumachen wusste und doch ihre Methode auf die Analyse der kapitalistischen Gesellschaft anzuwenden versuchte.“ [4] Marx’ Kritik der Hegelschen Triade enthält keinerlei Zweifel an der dialektischen Konzeption der Entwicklung, auch nicht am Gesetz der Negation der Negation. [5]
Die idealistische Dialektik abstrahiert aufs äußerste von den realen Besonderheiten der Dinge, woraus die mystische Vorstellung entspringt, die reine Qualität, die reine Quantität und die anderen „reinen“ Kategorien seien die Grundlage alles dessen, wovon sie abstrahiert sind. „Dass alles, was existiert, dass alles, was auf der Erde und im Wasser lebt, durch Abstraktion auf eine logische Kategorie zurückgeführt werden kann, dass man auf diese Art die gesamte wirkliche Welt ersäufen kann in der Welt der Abstraktion, der Welt der logischen Kategorien – wen wundert das?“ [6]
Natürlich bestreitet Marx in keiner Weise, dass die Kategorien für das theoretische Denken unbedingt notwendig sind. Er verlangt jedoch, dass sie als Widerspiegelung der objektiv existierenden Verhältnisse angesehen werden. Er polemisiert lediglich gegen die idealistische Vorstellung von der Selbstbewegung des Denkens, des Begriffes. Der Widerspruch bildet nach Marx den Inhalt der sich im Denken widerspiegelnden Prozesse, er ist nicht die dem Denken immanente Selbstentzweiung des Gedankens, der sich sich selbst (das heißt ohne Bezugnahme auf einen Gegenstand) entgegenstellt und „in zwei widersprechende Gedanken, in Positiv und Negativ, in Ja und Nein“, spaltet. [7] Der spekulative Philosoph bildet sich ein, dass nicht der Kampf der tatsächlich existierenden Gegensätze den dialektischen Prozess ausmache, sondern einzig und allein der Kampf von Gedanken. „Das Ja wird Nein, das Nein wird Ja, das Ja wird gleichzeitig Ja und Nein, das Nein wird gleichzeitig Nein und Ja; auf diese Weise halten sich die Gegensätze die Waage, neutralisieren sie sich, heben sie sich auf. Die Verschmelzung dieser beiden widersprechenden Gedanken bildet einen neuen Gedanken, die Synthese derselben. Dieser neue Gedanke spaltet sich wiederum in zwei widersprechende Gedanken, die ihrerseits wiederum eine neue Synthese bilden.“ [8] Mit einer solchen Auffassung des Entwicklungsprozesses als Selbsterzeugung von Gedanken, zu deren Triebkraft ihre permanente Spaltung, gegenseitige Durchdringung usw. erklärt wird, konnte Marx sich natürlich nicht einverstanden erklären. Dem Idealismus hält er das materialistische Prinzip entgegen, dass sich die objektive Realität im Bewusstsein der Menschen widerspiegelt. In dieser vom Bewusstsein unabhängig existierenden Wirklichkeit sind auch die keineswegs vom Denken erzeugten Widersprüche zu suchen.
Im Gegensatz zu Proudhon, dessen Interpretation der Dialektik subjektivistisch gefärbt ist, enthüllt Marx die Objektivität der Dialektik als einer Methode, deren Wesen nicht einfach im logischen Schließen, in der Kombination von Begriffen, sondern in der Erforschung der realen Widersprüche eines realen Prozesses besteht. Marx lehnt also die idealistische Verabsolutierung des logischen Prozesses, bei der am Ende alle Erscheinungen auf logische Kategorien, auf die „absolute Idee“ zurückgeführt werden, ab. Dabei liefert er glänzende Beispiele einer dialektischen Analyse von Kategorien der politischen Ökonomie.
Die ökonomischen Kategorien sind weder ewig noch unveränderlich. Sie gehen den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht voraus und sind als deren theoretischer Ausdruck ebenso veränderlich, wie diese Verhältnisse selbst. Hierin besteht vor allem die reale Dialektik der Begriffe und des Denkens, die durch die objektive Dialektik der materiellen Wirklichkeit bedingt ist. Proudhon hat die Objektivität der Widersprüche, ihre Rolle als innere, vom Subjekt unabhängige Quelle der Entwicklung nicht begriffen. Für ihn besteht ein Widerspruch nur zwischen den Ideen und ihrer allzu unvollkommenen Realisierung. -
„Er bildet sich ein, dass die Teilung der Arbeit, der Kredit, die Kooperation in der Werkstatt, kurz alle ökonomischen Verhältnisse nur erfunden worden sind zum Besten der Gleichheit, und doch sind sie schließlich stets zu ihrem Schaden ausgefallen. Wenn die Geschichte und die Fiktion des Herrn Proudhon einander auf Schritt und Tritt widersprechen, so schließt dieser, dass ein Widerspruch besteht. Wenn aber ein Widerspruch besteht, so besteht er nur zwischen seiner fixen Idee und den wirklichen Vorgängen.“ [9]
Proudhons Auffassung der Dialektik ist nicht nur deshalb unrichtig, weil er den realen Entwicklungsprozess auf die logische Bewegung des Gedankens reduziert. In dieser Hinsicht folgt er im wesentlichen Hegel. Die wichtigste Eigenart seiner Methode, die Vulgarisierung der Hegelschen Dialektik, tritt besonders krass in seiner Interpretation des wichtigsten Problems der Dialektik, des Problems des Widerspruchs, zutage. Nach Proudhon hat jede Kategorie zwei Seiten, eine gute und eine schlechte, woraus denn auch der Widerspruch resultiert. Um diesen aufzulösen, braucht man lediglich die schlechte Seite zu beseitigen, und dies wird nicht durch die Entwicklung des Widerspruchs möglich, sondern dadurch, dass der einen Kategorie eine andere hinzugefügt wird, die als Gegengewicht zu deren schlechter Seite dient. Von der realen gegenseitigen Bedingtheit einander ausschließender Gegensätze, vom Kampf der Gegensätze und der wirklichen Rolle der verschiedenen Seiten des Widerspruchs im objektiven Entwicklungsprozess hatte Proudhon nicht die mindeste Ahnung. Marx bemerkt daher, er [Proudhon] habe von der Hegelschen Dialektik nur die Redeweise übernommen. Durch die Reduzierung der dialektischen Bewegung auf die dogmatische Unterscheidung zwischen dem Guten und dem Schlechten nahm Proudhon ihr den objektiven Inhalt und die objektive Tendenz. In dieser Hinsicht ist er weit hinter Hegel zurückgeblieben, dessen Dialektik trotz ihres spekulativen Charakters nichts mit einem subjektivistischen Moralisieren zu tun hatte, das Hegel verachtete. Proudhons Pseudodialektik „ist nicht mehr die Bewegung der absoluten Vernunft. Es gibt keine Dialektik mehr, es gibt höchstens nur noch pure Moral“. [10]
Proudhon begriff nicht, dass man nicht von den realen Widersprüchen der kapitalistischen Gesellschaft die „schlechte“ Seite ausmerzen und die „gute“ behalten kann. Im Kapitalismus wird der Reichtum durch die Armut und die Armut durch den Reichtum erzeugt. Man kann folglich die Armut nicht beseitigen, ohne die kapitalistische Ordnung zu beseitigen. Die Forderung, nur die „schlechte“ Seite zu beseitigen, ist nicht mehr als ein frommer Wunsch.
Proudhon bezeichnet sich zwar selbst als Dialektiker, aber er übersieht nicht nur die gegenseitige Bedingtheit der „guten“ und der „schlechten“ Seiten des Kapitalismus, sondern auch, dass gerade die „schlechte Seite“, wie schon in der „Heiligen Familie“ verdeutlicht wurde, zu einer revolutionären gesellschaftlichen Kraft wird. Dieser Gedanke wird im „Elend der Philosophie“ weiterentwickelt, wo Marx betont: „Was die dialektische Bewegung ausmacht, ist gerade das Nebeneinanderbestehen der beiden entgegengesetzten Seiten, ihr Widerstreit und ihr Aufgehen in eine neue Kategorie. Sowie man sich nur das Problem stellt, die schlechte Seite auszumerzen, schneidet man die dialektische Bewegung entzwei.“ [11]
Proudhon spricht von einem Endziel der Weltgeschichte, der Erreichung absoluter Gerechtigkeit oder Gleichheit, zu dem die Menschen aller Zeiten bewusst oder unbewusst hinstreben. Der Begriff der Gleichheit wird zu einem außergeschichtlichen Kriterium erhoben. „Von jetzt ab ist die gute Seite eines ökonomischen Verhältnisses stets diejenige, welche die Gleichheit bekräftigt, die schlechte diejenige, welche sie verneint und die Ungleichheit stärkt. Jede neue Kategorie ist eine Hypothese des Genius der Gesellschaft behufs Ausmerzung der von der vorhergehenden Hypothese geschaffenen Ungleichheit. Mit einem Wort: Die Gleichheit ist die ursprüngliche Absicht, die mystische Tendenz, das providentielle Ziel, welches der Genius der Gesellschaft beständig vor Augen hat, indem er sich im Zirkel der ökonomischen Widersprüche herumdreht.“ [12] Selbstverständlich ist die Beseitigung der sozialen Ungleichheit eine Aufgabe der proletarischen Befreiungsbewegung, die man keiner anderen Klasse übertragen kann. Proudhon jedoch hat die Gleichheit der Kleinproduzenten im Auge. Von diesem äußerst beschränkten Standpunkt aus beurteilt er die Arbeitsteilung, das Fabriksystem, die Konkurrenz, die Steuern usw.
Seine Untersuchung der „ökonomischen Entwicklungen“ beginnt Proudhon mit einer Betrachtung der Arbeitsteilung. Er analysiert nicht ihre konkreten historischen Formen und ihre Entwicklung. Er verkündet lediglich, die Arbeitsteilung habe eine gute und eine schlechte Seite. Gut ist an ihr, dass sie der „Modus“ ist, nach welchem sich die Gleichheit der Arbeitsbedingungen realisiert. Schlecht ist an ihr, dass sie das Elend vermehrt und die Arbeit in eine einseitige, reizlose Tätigkeit verwandelt. Die Aufgabe besteht also darin, ein ökonomisches Verhältnis zu finden, das die schädlichen Seiten der Arbeitsteilung beseitigen und gleichzeitig ihre für die Menschheit wohltätigen Folgen bewahren würde. Proudhon behauptet, dieses ökonomische Verhältnis habe er entdeckt: es seien die Maschinen, die Fabrik.
Marx stellt zunächst einmal klar, dass die Maschine im Unterschied zum kapitalistischen Fabriksystem überhaupt kein ökonomisches Verhältnis ist. Die Maschine ist eine Sache, ihre soziale Verwendung eine andere. Ebenso muss man unterscheiden zwischen der maschinellen Produktion als einem bestimmten technologischen Prozess und dem kapitalistischen Fabriksystem. Für Proudhon indessen besteht dieser Unterschied nicht. Er macht die Maschinen (und die Fabrik) zu einer Abstraktion und beschränkt sich auf die allgemeine Schlussfolgerung, dass die Maschine die verschiedenen, durch die Arbeitsteilung geschiedenen Operationen vereinigt und damit die durch sie verletzte Einheit der menschlichen Arbeit wiederherstellt.
Die Maschine führt eine fortlaufende Reihe von Operationen aus, die bei der Handarbeit in der Manufakturproduktion von verschiedenen Arbeitern ausgeführt wurden. Das veranlasst Proudhon zu der Ansicht, die Maschine sei die logische Antithese der Arbeitsteilung. Dabei lässt er jedoch außer acht, dass sich auf der Basis des kapitalistischen Fabriksystems neue Formen der Arbeitsteilung entwickeln. Nichts ist abgeschmackter, bemerkt Marx, als in den Maschinen, die eigentlich erst am Ende des 18. Jahrhunderts aufgekommen sind, eine Synthese zu erblicken, die die Einheit der früher zerstückelten Arbeit wiederherstellt. In Wirklichkeit hat jede große Erfindung auf dem Gebiet der mechanischen Technik eine größere Arbeitsteilung zur Folge, die ihrerseits neue Erfindungen und damit auch eine weitere, gesteigerte Arbeitsteilung hervorruft. Die Erfindung der Maschinen hat die Manufakturproduktion endgültig von der landwirtschaftlichen Produktion getrennt. „Dank der Anwendung der Maschinen und des Dampfes hat die Arbeitsteilung eine derartige Ausdehnung nehmen können, dass die von nationalem Boden losgelöste Großindustrie einzig und allein vom Welthandel, vom internationalen Austausch, von einer internationalen Arbeitsteilung abhängt. Kurz, die Maschine übt einen solchen Einfluss auf die Teilung der Arbeit aus, dass, wenn bei der Fabrikation irgendeines Gegenstandes das Mittel gefunden ist, Teile desselben mechanisch herzustellen, seine Fabrikation sich alsbald in zwei voneinander unabhängige Betriebe sondert.“ [13] « {...}
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Anmerkungen
1 Zit. in: Karl Marx: Das Elend der Philosophie. In: MEW, Bd. 4, S. 135.
2 Karl Marx an P. W. Annenkow, 28. Dezember 1846. In: MEW, Bd. 4, S. 547/548.
3 Karl Marx: Das Elend der Philosophie. In: MEW, Bd. 4, S. 128.
4 G. W. Plechanow: Grundprobleme des Marxismus, Berlin 1958, S. 39.
5 Gleichfalls im Jahre 1847 schreibt Marx: „Jede Entwicklung, welches ihr Inhalt sei, lässt sich darstellen als eine Reihe von verschiedenen Entwicklungsstufen, die so zusammenhängen, dass die eine die Verneinung der andern bildet. Entwickelt sich z. B. ein Volk von der absoluten Monarchie zur konstitutionellen Monarchie fort, so verneint es sein früheres politisches Dasein. Auf keinem Gebiet kann man eine Entwicklung durchlaufen, ohne seine frühere Existenzweise zu verneinen.“ (Karl Marx: Die moralisierende Kritik oder die kritisierende Moral. In: MEW, Bd. 4, S. 336.)
6 Karl Marx: Das Elend der Philosophie. In: MEW, Bd. 4, S. 127/128.
7 Ebenda, S. 128/129.
8 Ebenda, S. 129.
9 Ebenda, S. 138.
10 Ebenda, S. 134. Sehr bezeichnend ist, dass einige moderne Antimarxisten der marxistischen Methode mit einer „neuen Dialektik“ entgegentreten, die Proudhons Konzeption übernimmt, nach der aus dem Kamp der Gegensätze ein neues Gleichgewicht hervorgeht. (Siehe: De Marx at marxisme. 1848–1948. Collection dirigée par Robert Aron, Paris 1948, S. 299.)
11 Karl Marx: Das Elend der Philosophie. In: MEW, Bd. 4, S. 133.
12 Ebenda, S. 138. Etwas weiter unten erläutert Marx diese Ausführungen folgendermaßen: „Gewiss, die Tendenz zur Gleichheit ist unserem Jahrhundert eigen. Wer nun sagt, dass die vorhergegangenen Jahrhunderte mit vollständig verschiedenen Bedürfnissen, Produktionsmitteln etc. providentiell für die Verwirklichung der Gleichheit wirkten, der substituiert zunächst die Mittel und die Menschen unseres Jahrhunderts den Menschen und Mitteln der früheren Jahrhunderte und verkennt die historische Bewegung, mittels derer die aufeinander folgenden Generationen die von den ihnen vorhergehenden Generationen erreichten Resultate umformten.“ (Ebenda, S. 139.
13 Ebenda, S. 154.
Quelle: Teodor Oiserman: Die Entstehung der marxistischen Philosophie. Dietz Verlag Berlin 1980. Zweiter Teil. Zweites Kapitel. Vgl.: 3. Die materialistische Dialektik und Proudhons „Philosophie des Elends“.