Der Nationalismus der imperialistischen Bourgeoisie entspricht ihren Klassenzielen
Bürgerlicher Nationalismus und Antikommunismus
Bereitgestellt von Reinhold Schramm
Der Imperialismus beschwört die Gefahr der Vernichtung der Menschheit herauf. Imperialismus ist mit aggressiver Politik verbunden; sie ist eine Gesetzmäßigkeit des Imperialismus, die dem Fortschritt mit ihr entsprechenden Methoden des Krieges, des kolonialen Terrors, sogenannter Entwicklungshilfe oder schleichender Konterrevolution entgegenwirkt.
„Der Imperialismus“, schrieb Lenin, „erwuchs als Weiterentwicklung und direkte Fortsetzung der Grundeigenschaften des Kapitalismus überhaupt. Zum kapitalistischen Imperialismus aber wurde der Kapitalismus erst auf einer bestimmten, sehr hohen Entwicklungsstufe, als einige seiner Grundeigenschaften in ihr Gegenteil umzuschlagen begannen, als sich auf der ganzen Linie die Züge einer Übergangsperiode vom Kapitalismus zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation herausbildeten und sichtbar wurden ... Als z. B. die europäischen Mächte mit ihren Kolonien erst den zehnten Teil von Afrika besetzt hatten, wie es noch 1876 der Fall war, da konnte sich die Kolonialpolitik auf nichtmonopolistische Weise entfalten, in der Art einer sozusagen ,freibeuterischen’ Besetzung des Landes. Als aber neun Zehntel Afrikas bereits besetzt waren (gegen 1900) als die ganze Welt verteilt war, da begann unvermeidlich die Ära des monopolistischen Kolonialbesitzes und folglich auch eines besonders verschärften Kampfes um die Aufteilung und Neuaufteilung der Welt.“ [1]
Der Imperialismus vermag dem Erfordernis der Entwicklung der Produktivkräfte, die nationalen Grenzen zu überschreiten, nur auf reaktionären Wege „gerecht“ zu werden. Die imperialistischen Großmächte streben nun danach, ganze Nationen und Völkerschaften ihrer Herrschaft zu unterwerfen.
Ihren Profit- und Machtinteressen entsprechend, gebiert die imperialistische Bourgeoisie einen mit Chauvinismus und Revanchismus gepaarten Nationalismus. Lenin hob den grundlegenden Unterschied zwischen der Stellung der imperialistischen Bourgeoisie und der Arbeiterklasse zur Nation hervor, als er schrieb: „Bürgerlicher Nationalismus und proletarischer Internationalismus – das sind zwei unversöhnlich feindliche Losungen, die den beiden großen Klassenlagern ... entsprechen und zwei Arten von Politik (mehr noch: zwei Weltanschauungen) in der nationalen Frage zum Ausdruck bringen.“ [2]
Der Nationalismus der imperialistischen Bourgeoisie ergibt sich aus ihren Klassenzielen. In dem Bestreben, das Proletariat und die anderen Werktätigen für ihre imperialistischen Ziele zu missbrauchen, setzt die imperialistische Bourgeoisie alle Mittel ein, um den Hass des Volkes gegen die Unterdrücker und Ausbeuter im eigenen Land auf andere Völker abzulenken, um das Volk auf die Aggression und den Krieg gegen andere Völker vorzubereiten.
Der Nationalismus tritt in den unterschiedlichsten Gewändern auf, zum Beispiel in Form der Rassenhetze, im religiösen Gewand, im Erfinden von Erzfeinden oder auch unter der heuchlerischen Devise der Freiheit und Demokratie.
Die Imperialisten hatten niemals Skrupel, die Interessen der Völker für ihre Ziele zu missbrauchen. Sie dichten der Nation mystische Merkmale an und erfinden Feinde, um das Volk irrezuleiten. Der Nationalismus wird mit dem Antikommunismus gepaart.
Der Imperialismus heizt ständig Nationalismus und Chauvinismus an. Es ist eine seiner Hauptmethoden beim Betrug der Werktätigen. Die reaktionäre herrschende Klasse versucht damit, die zu erwartenden Klassenauseinandersetzungen abzufangen und die Bevölkerung systematisch für ihre Aggressionsziele zu gewinnen. {...}
[Ein modifizierter Auszug, vgl.]
Quelle: Politisches Grundwissen. Dietz Verlag Berlin 1972. Vgl.: Der Nationalismus der imperialistischen Bourgeoisie entspricht ihren Klasseninteressen. Bürgerlicher Nationalismus und Antikommunismus.
16.05.2015, Reinhold Schramm (Bereitstellung)