Definieren bis zum Abwinken
von Franz Witsch
Textauszug des 19.Teils der zukünftigen Buchveröffentlichung "Mehrwert und die Sprache der Moral" (2.Teil zum Buch "Die Politisierung des Bürgers").
Es wird um die generische Methode gehen, im Zusammenhang damit um Sinn und Zweck einer Definition.
Der Text wird wieder recht lang werden, wahrscheinlich an die 50 Seiten, deshalb sei an dieser Stelle ein kleiner Appetit-Happen präsentiert, der über eine Kritik von Detels Werk "Geist und Verstehen" in das Thema locker mit narrativen Einfärbungen einführen möchte; meine Arbeitsthese lautet in etwa: Mit Definitionen zu arbeiten, diese endlos über- und aufeinander zu häufen, kann missbräuchliche Ausmaße annehmen, um von wesentlichen Dingen abzulenken; die Definition kann dabei ihrer eigentlich (generischen) Funktion verlustig gehen, wie der Text insgesamt später erfahrbar machen möchte.
Narrative Elemente ergeben sich z.B. durch die Einbeziehung von Filmen, so auch im folgenden Textauszug, der die sehr berührende Film-Doku über den weltberühmten JAZZ-Pianisten Michel Petrucciani (1962-1999) einbezieht.
PS: Die Quellangaben (z.B. WIM-DOS) des folgenden und vorläufigen Textauszuges sind einsehbar unter dem LINK:
http://www.film-und-politik.de/C26.pdf
C26.14.6.5.1 Definieren bis zum Abwinken
Knapp vierzehn Tage, nachdem Kapitel 14.6.4 (“Regelwidrigkeiten”) vorab veröffentlicht worden war, erreichte mich eine EMail von Wolfgang Detel, dem Autor des Buches “Geist und Verstehen”, mit dem ich mich in Kapitel 14.6.4 beschäftigt habe; Detel schreibt u.a., dass es in einer Theoriekonstruktion immer um einen explanatorisch vertretbaren Aufbau gehe; Detel wörtlich:
“So klar (ja trivial) es ist, dass das Verstehen konkret immer in einem sozialen Setting vor sich geht, so unklar und überaus schwierig ist die theoretische Frage, wie die Erklärungsrichtung zwischen dem geistigen und sozialen Bereich aussieht. Und da bin ich der dezidierten Meinung, dass man grundsätzlich geist-theoretische Begrifflichkeit braucht, um das Soziale einzuführen, dass aber das Umgekehrte nicht gilt. Damit Du genauer sehen kannst, wie ich das meine und wie schwierig die Dinge hier sind, schicke ich Dir einen neueren kurzen Artikel von mir zu sozialen Normen (erschienen vor zwei Jahren in ‘Analyse und Kritik’) (DEW-OCN), und den fünften Band meines Grundkurses als Überblick zur Philosophie des Sozialen.” (DEW-GK5)
Anders als Detel finde ich es nicht trivial, wenn Menschen aufeinandertreffen und gehalten sind, Gedanken auszutauschen: zu externalisieren im Bemühen, sich zu verstehen, das heißt, etwas zu einem Bild zu verdichten: zu internalisieren, was zuvor externalisiert worden ist. (WIF-DPB, 51ff) Trivial ist, dass “Verstehen” mentale (geisttheoretisch ermittelte) Fähigkeiten voraussetzt, die Detel in seinem Werk “Geist und Verstehen” hoch und runter dekliniert, ohne zu sagen, was daraus folgt, also ohne dass, ich sprach darüber in 14.6.4.6: soziale Praxis: der Konflikt, real ins Spiel kommt. Analog dazu ist es trivial, wenn wir wir philosophisch beweisen, dass ein Klavierspieler zwei Hände benötigt, am besten zehn gesunde Finger, um ein guter Klavierspieler zu sein, um dann noch hinzuzufügen, dass diese natürlichen Voraussetzungen nicht garantieren würden, dass er ein guter Klavierspieler werde. Richtig, denn es muss noch etwas hinzukommen: soziale Praxis; in ihrem Kontext müssen sich Fähigkeiten ausleben. Um den Begriff “soziale Praxis” zu vermeiden, zieht Detel mal eben einen neuen Begriff, den des “sozialen Settings”, aus dem Hut, ein Begriff, den er weder in DEW-GK5 noch im Aufsatz DEW-OCN verwendet. Zumindest habe ich ihn dort nicht gefunden.
Nun, neue Worte sind das Salz in der Suppe einer lebendigen Auseinandersetzung; vielleicht dass Detel diesen Begriff in einem späteren Text noch erläutert, vielleicht in Abgrenzung zum Begriff der sozialen Praxis? Nun, von selbst komme ich nicht auf den Unterschied; ich bin da etwas schlichter gestrickt; ich denke, wo Menschen in einem Setting sich aufeinander beziehen, findet soziale Praxis statt. Konfliktgesteuert. Menschlichkeit zeigt sich nicht im Kontext guter Gefühle oder wunderschöner Stimmungslagen, sondern erst dann, wenn Konflikte zu bewältigen sind. Es ist keineswegs trivial, in einem konflikthaltigen Kontext das Klavierspielen zu erlernen, überhaupt etwas zu lernen, was von sozialer Bedeutung sein kann, auch wenn es immer wieder schön und erholsam ist, wenn Konflikte sich auflösen. Man kann nicht immer nur unter Spannung stehen. Aber es bleibt nicht so; Gefühle lassen sich nicht beliebig lang in die Zukunft verlängern. Menschen versuchen dies im Huldigungswahn.
Vergeblich. Im Lernen sind Menschen in einer Weise aufeinander bezogen, im Projektionsmodus, der immer wieder zu schaffen macht; beim Denken und Handeln (im Projektionsmodus) ist es unerlässlich, dass die beteiligten Menschen in der Lage sind, negative Gefühle, die in der Verschiebung (des Gefühls im Objektbezug) sich immer wieder bilden, als Ressource zwischenmenschlicher Verständigung zu verhandeln. (Kap.14.6.3) Diese Fähigkeit bildet das Kleinkind schon im vorsprachlichen Alter aus (WIM-DOS, 38f) und zwar im Zusammenhang mit der Ausgestaltung der Innen-Außen-Beziehung; jene Fähigkeit wird aber auch hernach zusammen mit der Entwicklung der Sprache weiterhin tief verinnerlicht werden müssen, bis ins hohe Alter in immer neuen Anläufen. Schon Kleinkinder müssen, wenn sie anfangen, in ganzen Sätzen zu sprechen, zugleich lernen, über (ihre) Gefühle, vor allem über negative Gefühle, zu reden.
Das erfordert eine komplexe Erziehungsumgebung, in die Erzieherinnen und Erzieher einbezogen werden müssen, die zuvor eine entsprechende Hochschulausbildung absolviert haben, um von der komplexen Umgebung nicht überfordert zu werden. Andernfalls überließe man es dem Zufall, wie Menschen mit Konflikten oder ihren weniger schönen Gefühlen umgehen, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Dass Michel Petrucciani (1962-1999) das Klavierspiel erlernen konnte, bevor er einer der weltbesten Jazz-Pianisten wurde, war keineswegs selbstverständlich; das verdankte er einer erzieherischen Umgebung, die (zufällig) in der Lage war, mit (seinen) negativen Gefühlen umzugehen. Die körperlichen Voraussetzung waren für sein virtuoses Klavierspiel nicht besonders gut, denn Michel wurde mit einer Glasknochenkrankheit geboren, die ihn nie größer als ein Meter werden lassen sollte, und die es mit sich brachte, dass er Zeit seines Lebens unter starken Schmerzen spielen musste. Dass er spielen lernte bis zu seinem Tod, verdankte er seiner großen Leidenschaft zur Musik; sie sorgte dafür, dass er seine extreme Behinderung als nicht behindernd empfand.
So etwas macht Hoffnung für alle Behinderungen dieser Welt. Ja, auch Behinderte können leidenschaftlich sein. Michels vermochte mit Musik zu verzaubern; dadurch sah seine Umgebung über seine Behinderung hinweg, als sei sie ganz normal, ebenso sah sie über all seine Exzesse hinweg, die Michels Kunst und seinen Umgang mit geliebten Menschen Zeit seines Lebens begleiteten. Doch bevor es mit dem Klavierspielen im Alter von vier Jahren losgehen konnte, musste Michel einen Konflikt mit seinen Eltern austragen; sie schenkten ihm zu seiner großen Enttäuschung ein Spielzeugklavier zu Weihnachten. Der kleine Michel verhandelte den Konflikt kurz und schmerzlos, wie es seiner exzessiven Mentalität entsprach, so wie er auch später, als Erwachsener, Liebesbeziehungen kurz und schmerzlos, viele würden sagen: rücksichtslos, abwickeln sollte: er nahm einen Hammer und zertrümmerte das Klavier. So erzählt es uns Michael Radford in seiner ziemlich anrührenden Film-Dokumentation “Michel Petrucciani”.
Das Leben von Michel Petrucciani zeigt exemplarisch, dass und wie negative Gefühle oder Konflikte in einen Verstehenskontext eingelassen sind, mit dem Menschen dann so ihre Schwierigkeiten haben, ohne gleich sozialunverträglich reagieren zu müssen. Dennoch: ob und dass Menschen, sie mögen sein wie sie wollen, Konflikte auf sozialverträgliche Weise verstehen und bewältigen, ist nirgends ausgemacht und schon gar nicht sicher prognostizierbar. Lässt man den Konflikt, mithin negative Gefühle aber außen vor, weil man mit ihren Unwägbarkeiten nicht gern etwas zu tun haben möchte, dann gerinnt das Verstehen sowie, im Gefolge dazu, die Erfassung und Konstitution sozialer Strukturen zur puren Definitionsangelegenheit, konfliktfrei, wie Detel dies insbesondere in seinem fünfbändigen “Grundkurs Philosophie” zelebriert.
Mit der Folge, dass Konflikte einen dann doch irgendwann sozialunverträglich einholen, ohne dass die Konfliktbeteiligten dann darauf vorbereitet wären. In diesem Sinne sind Definitionen unzureichend und trivial: soziale Strukturen werden in ihrem Aufbau lediglich terminologisch benannt, so als würde den Worten etwas zukommen, was in der sozialen Welt eindeutig und deshalb eben nicht verhandelbar, bzw. konfliktfrei der Fall ist.
Richtig ist, die (Beziehungs-)Arbeit fängt eigentlich erst richtig an, nachdem Definitionen (da ist etwas zu benennen) erfolgt sind, nämlich wie etwas sein soll, das bislang nur ist im Kontext eines terminologisch umrissenen sozialen Settings. Darüber unterhalten sich Menschen in Machtpositionen stundenlang, bzw. Menschen, die Macht erst noch erlangen wollen; und das heißt, sie unterhalten sich leerbegrifflich: das, was sie wollen, bleibt im Unbestimmten; es soll für etwas stehen, ohne für etwas stehen zu können, weil es im Leerbegrifflichen dem Imaginativen nicht entrinnt. Das ist möglich, weil wir selbst im Imaginativen nicht umhin kommen, im Projektionsmodus zu denken (vor uns hin monologisieren), und zwar deshalb, weil Leerbegriffe es mit sich bringen, die Identität von Innen und Außen stillschweigend vorauszusetzen (Kap.14.6.4.4), selbst dort, wo menschliche Verstehensbemühungen Differenzen ausmachen, z.B. unterschiedliche Bedeutungen von Worten, je nachdem in welchem semantischen Kontext sie eingelassen sind. (DEW-GuV, 407ff)
Dies freilich selbstkritisch zu reflektieren, wie Detel es nicht tut, setzt einen begrifflichen Schnitt zwischen Innen und Außen voraus, wenn auch (da Innen und Außen real zusammengehören) nur im Sinne einer gleichsam wirklichkeitsfremden Konstruktion, die Detel nicht akzeptiert, weil er mit der Notwendigkeit des (konfliktträchtigen) Wirklichkeitsfremden vermutlich nichts anfangen kann, ein dunkler Fleck in seiner Hermeneutik.
Den begrifflichen Schnitt zwischen Innen und Außen vorausgesetzt, ist man in der Lage, den Innen-Außen-Mechanismus zu beschreiben, über den Menschen sich auslegen und verstehen, nicht objektiv oder erschöpfend oder zunehmend objektiv, sondern um zu kommunizieren. Die Wahrheit liegt in der Kommunikation, wenn sie sich an etwas bemisst, das nicht in jener Kommunikation enthalten ist, wenn sich “Wahrheit” also nicht von selbst versteht; wenn sich Verstehen und Kommunikation sich also letztendlich nicht am Auge Gottes bemessen, ein Auge, das, nicht weiter begründbar, alles sieht und alles versteht, im höchsten Maße objektiv und alles verobjektivierend, sondern wenn Verstehen und Kommunikation sich letztendlich an Grundrechten bemessen, die als solche genauso wenig begründbar sind wie das Auge Gottes, auch wenn die Notwendigkeit der Existenz von Grundrechten begründbar ist. Heute mehr den je in Abgrenzung zum Auge Gottes, das heute nichts mehr zu leisten vermag.
Fehlt daher die Bemessungsgrundlage in Gestalt von Grundrechten, bleibt alles im Unbestimmten, dann brechen sich Verstehen und Kommunikation nicht an der sozialen Praxis, so wie sie sich zuvor, wenn auch nur imaginativ, am Gottesglauben brechen konnten. Freilich nur imaginativ im Zweifel an seiner wirklichen Existenz, nicht zuletzt, weil im und durch den Gottesglauben hindurch alles begründbar ist: Todesstrafe, Inquisition, Mord und Totschlag und heute einmal mehr humanitäre Kriege. Heute müssen Verstehens- und Verständigungsbemühungen sich an etwas bemessen lassen, was für den Einzelnen von unmittelbar praktischer und nicht nur von imaginärer Bedeutung ist (durch unmittelbar einklagbare Grundrechte). Nur in diesem praktischen (Gott abgewandten) Kontext machen sozial-terminologische, bzw. sozialstrukturelle Verweisungs-Zusammenhänge Sinn. Man trennt Gehalte begrifflich; man reißt sie wirklichkeitsfremd auseinander in der Gewissheit, dass sie real nicht getrennt werden können; vergeblich; man glaubt, dass begriffliche Trennungen im Realen eine Entsprechung haben. Schließlich muss dem Begriff doch etwas zukommen, was in der Welt “eindeutig” der Fall ist.
Das redet man sich ein mit Hilfe eines terminologischen Kniffs: man erfindet eben mal ein neues Wort: “soziales Setting”, dem man stillschweigend, also alles andere als “eindeutig”, eine abweichende Bedeutung zum altbewährten Begriff der sozialen Praxis beilegt. Wohin man auch schaut, überall Verweise, die in den Himmel wachsen, ohne dass klar wird, wohin das führen soll. Bei Detel verweist der Geist auf Verstehen, bei mir das Verstehen darüber hinaus auf kommunikative Verständigung; für mich gehören Verstehen und Verständigung zusammen, wiewohl Kommunikation und Verstehen getrennt voneinander analysierbar sind, also ein begrifflicher Schnitt zwischen Kommunikation und Verstehen wiewohl wirklichkeitsfremd legitim ist, aber nur, wenn man auf dem Teppich, der sozialen Praxis zugewandt, bleibt.
Real gesehen sind Verstehen wie Verständigung soziale Handlungen (also nicht trennbar), die mit Absichten einhergehen, bzw. auf ein Soll verweisen, dass sich regelmäßig an der sozialen Praxis bricht, aber nur, wenn sich die Vorstellung, wie etwas sein soll, der sozialen Praxis: dem Ist, aussetzt. In diesem Sinne ist für Detel die Absicht von der Handlung als solche zu trennen, nicht nur begrifflich, sondern real. Unmöglich. Der Projektionsmodus bindet die Begriffe real zusammen. Den Verstehensvorgang beispielsweise im Projektionsmodus zu analysieren schließt zwingend ein, ihn, real gesehen, als sozialen Akt aufzufassen.
Für einen praxisbezogenen Ansatz interessiert sich die geistheoretisch unterfütterte wiewohl definitionswütige Hermeneutik von Detel freilich kaum, auch wenn Detel, zugegeben, einem sehr differenzierten Verstehensbegriff das Wort redet. Das wird zum Beispiel deutlich, wenn er mit Schleimacher zurecht zwischen Auslegung und Verstehen (von Texten) unterscheidet. (DEW-GuV, 407ff) Es nützt nur alles nichts, wenn nicht klar wird, worauf das im Projektionsmodus Verstandene, mithin Verinnerlichte verweist. Verstehen mag, wie oben gesagt, ein sozialer Vorgang von Externalisierung des Geistes sein, dem freilich, nachdem etwas verstanden worden ist, ein Verinnerlichungsvorgang folgt; dieser Vorgang bezeichnet den Innen-Außen-Mechanismus, mithin einen Zyklus, der nicht definitionswütig im Leeren kreist, sondern sich willentlich (sozialverträglich) oder unwillentlich (sozialunverträglich) an der sozialen Praxis bricht, brechen muss, wenn er nicht imaginativ (leerbegrifflich) im Leeren kreisen soll (Praxis als Phantasie).
Detel nimmt die Innen-Außen-Grenze freilich nicht ernst genug; er hält sie für (zu) schwammig, um den Innen-Außen-Mechanismus, mithin den Projektionsmodus ernsthaft in seinen modernen hermeneutischen Ansatz einzubeziehen, obwohl er sich für die Psychoanalyse aufgeschlossen zeigt, diese freilich, wie er selbst eingesteht, auf recht krude Weise rezipiert (DEW-GuV, 421, 425), um nicht zu sagen unkritisch nachplappert; so reproduziert er Klischees über die Funktion der Kunst, welche z.B. die literarische Tätigkeit auffasst als Sublimierung ungelebter Lust oder unerfüllter Wünsche:
“Der Lustgewinn des Dichters im Dichten besteht darin, dass er in dichterischen Phantasien die Erfüllung unbefriedigter Wünsche erleben kann. Genauer ist das Dichten wie das Phantasieren allgemein eine Form der Erfüllung unbewusster verdrängter Wünsche.” (ebd)
Das läuft auf öde Dichotomisierungen hinaus: Ungehobelter Sex oder Kultur; Leben oder Kunst. Beides ist nicht möglich; oder beides zusammen erzeugt keine vielversprechende Kunst. Das, was man nicht unmittelbar auslebt, ergießt sich auf wertvolle Kultur (Phantasie); doch nicht nur der Künstler, auch der Betrachter darf phantasieren.
“Die poetischen Formen erzeugen in Gestalt eines ästhetischen Genusses eine Verlockungsprämie und bringen die anstößigen unbewussten Wünsche in eine annehmbare, intersubjektiv zugängliche Form.” (ebd)
Alles nur Phantasie, wenn’s besonders schön sein soll? Damit ist die Kuh vom Eis, der Konflikt auf krude psychoanalytische Weise aufgelöst. Dass Detel in der Psychoanalyse terminologische Präzision anmahnt, könnte man, mit Verlaub, auch als Drohung auffassen. Er hat ja recht: in der Sublimierungsthese wird die Innen-Außen-Grenze in der Tat schwammig, was allerdings nicht für die Sublimierungsthese spricht.
In der Ablehnung der Innen-Außen-Grenze schüttet Detel mit seiner durchaus richtigen ablehnenden Haltung Luhmans Systemverständnis gegenüber das Kind mit dem Bade aus (aaO, 427); Luhmann wendet den Systembegriff und damit Grenzziehungen in einem sehr elementaren Sinne auf soziale Strukturen an; es geht aber nicht um eine Grenze, die sich in einer kausalen oder physikalistischen Sprache beschreiben ließe, sondern darum, wie soziales Handeln überhaupt möglich ist und entstehen kann, dass sich also der (verstehende) Blick von Innen nach Außen wendet angesichts dessen, dass die menschliche Bestandsregung, also der Blick nach Innen, fundamental ist. Im Volksmund gesprochen könnte man fragen: warum ist Narziss ein Ding der Unmöglichkeit, nur ein schönes Beispiel wirklichkeitsfremden Konstruierens, um etwas besser zu verstehen? Anders gesprochen, wieso bleibt trotz Narziss der Blick niemals nur nach Innen gerichtet? Und noch einmal anders gefragt, warum handeln Menschen sozial, obwohl sie zu allererst sich selbst lieben, verliebt sind in ihr eigenes Spiegelbild, vornehmlich an sich selbst denken, mithin immer wieder egozentrieren,
www.film-und-politik.de
Von ihrer kriminellen Verantwortungslosigkeit dürfen wir keinen Politiker freisprechen, eingeschlossen israelische Politiker. Das ist einigermaßen schwer, weil man sich, wie ich finde, vor antisemitischen Ressentiments in Acht nehmen muss. Dennoch müssen wir auch den Israelis einiges in ihr politisches Stammbuch schreiben. Der Link zum Text lautet:
http://www.welt.de/politik/ausland/article13700076/Israel-bereitet-die-Welt-auf-Schlag-gegen-Iran-vor.html