Skip to main content Skip to page footer

Chinas Plan, zur Supermacht zu werden

von Enver Hoxha - Reinhold Schramm (Bereitstellung)

»Die heute in China herrschende Gruppe legt große Betonung auf die ›dritte Welt‹, wobei sie nicht zufällig und nicht ohne Absicht auch China selbst zu dieser Welt zählt.

Die ›dritte Welt‹ der chinesischen Revisionisten hat ein ziemlich deutlich umrissenes politisches Ziel.

Sie ist ein Bestandteil der Strategie, die darauf abzielt, China so früh und so rasch wie möglich zu einer Supermacht zu machen. China ist bestrebt, alle Länder der ›dritten Welt‹ oder die ›blockfreien‹ Länder oder die ›Entwicklungsländer‹ um sich zu sammeln, um eine große Macht zu schaffen, die nicht nur das allgemeine chinesische Potenzial vergrößert, sondern China auch dabei helfen wird sich den beiden anderen Supermäch- ten, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion, entgegenzustellen, bei den Schachereien zur Aufteilung der Märkte und der Einflusszonen ein größeres Gewicht zu haben und den Status einer wirklichen imperialistischen Supermacht zu erlangen.

China bemüht sich, sein Ziel, möglichst viele Staaten der Welt um sich zu sammeln, unter der Parole zu verwirklichen, es trete für die Befreiung der Völker vom Neokolo- nialismus und für ihren Übergang zum Sozialismus durch den Kampf gegen den Imperia- lismus ein. Dieser Imperialismus ist einigermaßen abstrakt, doch China betont, der ge- fährlichste Imperialismus sei der sowjetische.

China hat diese demagogische und theoretisch inhaltslose Parole in der Hoffnung ausge- geben, sie als ein Mittel für seine hegemonistischen Zwecke verwenden zu können. Fürs erste hat China vor, die chinesische Vorherrschaft über die sogenannte dritte Welt her- zustellen, und danach will es mit dieser ›Welt‹ im Sinne seiner eigenen imperialistischen Interessen manövrieren.

Gegenwärtig versucht China dies mit seinem Ruf als sozialistisches Land zu kaschieren, den es sich erworben hat. Es spekuliert damit, dass ein sozialistisches Land keine ver- sklavenden Absichten haben kann, nicht die Absicht, die anderen an der Nase herumzu- führen, sie zu erpressen, zu bekämpfen, zu unterdrücken und auszubeuten.

Es bedient sich dieser Parole und stützt sie auf den Ruf, dass die vom ›großen‹ Mao Tse-Tung gegründete Kommunistische Partei Chinas eine marxistisch-leninistische Partei sei, die die Theorie von Marx und Lenin getreulich befolge, eine Theorie also, die gegen alle Übel des kapitalistischen Systems, gegen die koloniale Ausbeutung usw. ist.

Damit, dass es sich mit diesem nicht existierenten Sein tarnt, dass es sich hinter einer Phrase – ›dritte Welt‹ – versteckt, dass es sich ohne jedes Kriterium und ohne jede klassenmäßige Definition zu dieser ›Welt‹ zählt, glaubt China, sein strategisches Ziel, über diese ›Welt‹ seine Hegemonie zu errichten, leichter erreichen zu können. {...}«
[Auszug.]

Quelle: Enver Hoxha: Imperialismus und Revolution. Verlag „8 Nëntori“, Tirana, 1979, deutsche Ausgabe.Vgl.: Chinas Plan, zur Supermacht zu werden.