Bielefelder Gramsci-Tage
von AStA-Team der Universität Bielefeld
„Die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig machen“, ist eine altbekannte und häufig anzutreffende Zielformulierung der kriti- schen und emanzipatorischen Bildungsarbeit.
Der Urheber dieser Formulierung - Antonio Gramsci - entwickelte diese Feststellung Ende der 1920er Jahre in den Kerkern des faschisti- schen Italiens in einem Zeitpunkt, als die Arbei- terbewegung Westeuropas aufgrund des Sturmes reaktionärer und faschistischer Kräf- te bereits auf dem Rückzug gewesen war.
Gramsci als marxistischer Theoretiker analysierte in einer undogmatischen Art und Weise diese Niederlage der Arbei- terbewegung und entwickelte so neue strategische Konzep- tionen, in der Begriffe wie Hegemonie, Kultur, Ideologie und Alltagsverstand eine Schlüs- selrolle spielten und bis heute als ein Erkenntnisgewinn in der Analyse von Herrschafts- verhältnisse begriffen werden.
Um die heutigen Krisen und gesellschaftlichen Widersprüche besser verstehen zu kön- nen, bietet Gramsci mit seinem Verständnis von einer undogmatischen ‚Philosophie der Praxis’ einen originellen Beitrag zur Erfassung der derzeit herrschenden strukturellen Krise des Neoliberalismus an.
Die Bielefelder Gramsci-Tage wollen im Rahmen von drei Vorträgen in der Universität Bielefeld das Denken und Wirken Antonio Gramscis interessierten Studierenden näher bringen und einen kritischen Austausch über die Aktualität seiner Konzeptionen ermög- lichen.
Folgende Veranstaltungen stehen dafür an:
Montag, 10. Juni, um 18:00 Uhr: Heiner Fechner (Uni Bremen)
- Recht und Gesellschaft bei Gramsci und Bourdieu, in T2-213
Donnerstag, 20. Juni, um 19:00 Uhr: Dr. Gundula Ludwig (Uni Wien)
- Geschlecht, Hegemonie und Staat, in S0-115
Mittwoch, 26. Juni, um 18:00 Uhr: Dr. Sabine Kebir (Berlin)
- Alltagsverstand, Ideologie, Hegemonie, in S0-115