Ungehorsam! Disobedience! - Einladung zum Kongress
von Ungehorsam!
Aktionen des zivilen Ungehorsams haben weltweit Konjunktur: in Kairo, Madrid, Athen, New York, Frankfurt … überall gehen Menschen auf die Straße.
Die Zelte und Platzbesetzungen, die Blockaden und Flashmobs zeigen unmissverständlich, dass eine neue globale Generation von Ungehorsamen, Empörten und Wutbürger_innen entstanden ist.
Gegen Prekarisierung, Perspektivlosigkeit und erstarrte Autoritäten entsteht die Forderung nach direkter Demokratie und Partizipation an politischen Entscheidungen.
Gegen die Untätigkeit der Landesregierung ist es in Dresden seit 2010 gelungen durch Massenblockaden den alljährlichen „Trauermarsch“ von Neonazis zu verhindern. In Stuttgart führte ein in der Bevölkerung umstrittenes Bahnbauvorhaben tausende Menschen zusammen. Last but not least wird im Wendland seit 30 Jahren ziviler Ungehorsam geprobt, gegen die Errichtung eines Atommüllendlagers in Gorleben.
Trotz der unterschiedlichen zugrundeliegenden lokalen und politischen Konflikte, aus denen heraus Akte des zivilen Ungehorsams entstehen, eint diese Proteste doch eines: Die bewusste kollektive Regelübertretung von Vielen im Sinne eines Wunsches nach politischer Veränderung und dem Recht auf demokratischen Meinungsstreit und Mitbestimmung.
Auf dem Kongress in der TU Dresden wollen wir – pünktlich zum Jahrestag der Tahrir-Platzbesetzung in Kairo und, mit Blick auf den Dresdener Nazi-Aufmarsch, zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – auf insgesamt fünf Podien, in zahlreichen Vorträgen, Workshops und World-Cafes Möglichkeiten zum internationalen Austausch und zur Vernetzung bieten. Zudem wird es viel Platz für kontroverse Debatten und Diskussionen zu Geschichte, Theorie und Perspektiven Zivilen Ungehorsams geben.
Wir werden diskutieren, wie kollektive Regelübertritte bei Gipfelmobilisierungen, antirassistischen und queerfeministischen Aktionen, antifaschistischen Aktionen, bei Umweltpolitik und sozialen Protesten Anwendung finden.
Wir werden uns – insbesondere am Beispiel von Dresden – auch mit den politischen Gegenstrategien von Konservativen in Justiz und Politik beschäftigen.
Referent_innen aus über zehn Ländern werden von ihren Erfahrungen bei der Parlamentsbesetzung von Wisconsin, den Protesten auf dem Tahrir Platz, den Anti-Nazi-Protesten in Dresden oder Occupy Wall Street und vielen weiteren Aktionen berichten.
Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!
Programm
Freitag, 27. Januar 2012
20:00 Uhr Podiumsdiskussion
Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung findet im Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus 1 statt
Eingangsstatements internationaler Aktivist_Innen:
Ola Shaba, youth for justice and freedom (Kairo)
Camila Vallejo, Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile (FECh/ Chile)
tba., Occupy Wall Street (New York)
Podiumsdiskussion:
„Politische Kultur und Perspektive von Zivilem Ungehorsam“
Eingeladen:
Samstag, 28. Januar 2012
(All day) Uhr Vortrag
Demokratietheoretische Grundlagen des Zivilen Ungehorsams
Vortrag von Thomas Seibert, Philosoph & Wissenschaftler / Interventionistische Linke
(All day) Uhr Vortrag
Ziviler Ungehorsam im Kontext antirassistischer Kämpfe an den Grenzen der Festung Europas
Vortrag von transact!
(All day) Uhr Workshop
Queerfeministische Perspektiven auf Zivilen Ungehorsam
Workshop mit Eva von Redecker, Humboldt Universität Berlin
(All day) Uhr Vortrag
Ziviler Ungehorsam als Mittel im "Arabischen Frühling"
Vortrag von Ola Shaba, youth for justice and freedom (Kairo):
(All day) Uhr Workshop
Zum Begriff des Zivilen Ungehorsams
Workshop mit Andrea Pabst, Universität Oldenburg
(All day) Uhr Workshop
Gesellschaftliche Vermittlung von Aktionen Zivilen Ungehorsams
Workshop mit u.a.: Matt Kearney, University of Wisconsin
09:30 Uhr
Eröffnung
Eröffnung: 9.30 Uhr, Keynote von Prof. Alex Demirovic (TU Berlin)
10:00 to 12:00 Uhr Podiumsdiskussion
Internationale und historische Perspektive auf Zivilen Ungehorsam
Moderation: Mona Brick (angefragt)
Roland Roth, FH Magdeburg
Camila Vallejo, Santiago/Chile
Ola Shaba, Kairo/Ägypten
Alexis Passadakis, Attac
15:30 to 17:30 Uhr Podiumsdiskussion
Theorie & Praxis
Moderation: tba
Thomas Seibert, Philosoph & Wissenschaftler, Interventionistische Linke
Andrea Pabst, Universität Oldenburg (angefragt)
Alex Demirovic, TU Berlin
Magarita Tsomuo, Journalistin und Künstlerin
Sonntag, 29. Januar 2012
(All day) Uhr Workshop
Internationale Perspektive auf Repression und Zivilen Ungehorsam
Workshop mit Matthias Monroy, Gipfelsoli
(All day) Uhr Workshop
Juristisch-praktische Grundlagen von Aktionen Zivilen Ungehorsams
Workshop: tba, Republikanischer Anwältinnen- und Anwaltsverein RAV (angefragt)
10:30 to 11:30 Uhr
Zusammenfassung 1. Tag
14:30 to 16:30 Uhr Podiumsdiskussion
Legitime Aktionen vs. Illegitime Repression
Moderation: tba.
Bodo Ramelow, MdL DIE LINKE
Prof. Rosemarie Will, Humanistische Union
tba., VertreterIn Komitee für Grundrechte und Demokratie (angefragt)
tba.,
http://www.ungehorsam-kongress.de/programm