Skip to main content Skip to page footer

Protest gegen das Mästen der Agrarindustrie in Suhl

von Campact e.V.

Campact und das Bündnis "Meine Landwirtschaft" demonstrierten mit Pappkühen, Schildern und Traktoren für eine bäuerliche Landwirtschaft

Während die Agrarminister im Ringberghotel tagten, demonstrierten vor der Türe Bürger/innen für eine ökologische und soziale Landwirtschaftspolitik. Eine Darstellerin mit einer Maske von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verfütterte Geldbündel an Pappkühe, die halb wie Kühe und halb wie Industriefabriken aussahen.

Daneben forderten Aktive des Kampagnennetzwerkes Campact und des Bündnisses "Meine Landwirtschaft" mit Schildern und Transparenten "Agrarfabriken nicht länger zu mästen". Auch Bauern nahmen mit mehreren Traktoren an der Protestaktion teil. Auch sie forderten "Bauernhöfe statt Agrarfabriken".

"Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner blockiert den Vorschlag der EU-Kommission, die Agrarsubventionen künftig an ökologische und soziale Kriterien zu binden und die Subventionen für Großbetriebe zu deckeln",
sagte Astrid Goltz von Campact. "Frau Aigner vertritt die Interessen der Agrarindustrie und nicht die der Bauern und der Verbraucher. Sie will die Agrarfabriken weiter mästen, statt die bäuerliche Landwirtschaft zu fördern. Die von Agrarkomissar Dacian Ciolos geforderte Ökologisierung der Landwirtschaft lehnt sie ab. Dagegen richtet sich unser Protest."

"Frau Aigner bekommt in Suhl Gegenwind von ihrer eigenen CSU. Denn die Bayern sind dafür, dass das eine Prozent der agrarindustriellen Betriebe mit den höchsten Gewinnen in Deutschland künftig keine EU-Subventionen mehr einstreichen darf. Bisher gehen ein Drittel der Steuergelder für die Landwirtschaft in der EU an die 1,5 Prozent der größten Betriebe", so Jochen Fritz von der Kampagne Meine Landwirtschaft. "Ein Systemwechsel, hin zu einer zukunftsfähigen und bäuerlichen Landwirtschaft ist unumgänglich. Der Glaube daran, dass die "Industrielle Landwirtschaft" in Zukunft bis zu 9 Milliarden Menschen ernährt ist wissenschaftlich längst widerlegt."

Über 50.000 Menschen haben bereits im Internet an Aigner appelliert, die Reform der EU-Agrarpolitik nicht länger zu blockieren. Die Unterzeichner/innen fordern, neben der Koppelung der Agrarsubventionen an die Einhaltung ökologischer und sozialer Kriterien und einer Subventionsobergrenze für Großbetriebe, auch ein Verbot von Dumpingexporten.

Zudem sollten Exportsubventionen in die Länder des Südens gestrichen werden, da sie den Kleinbauern dort die Lebensgrundlage zerstörten. Die Demonstranten versuchten die Unterschriften in Suhl an die Bundeslandwirtschaftsministerin zu übergeben.

http://www.campact.de