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Naziaufmarsch in Plauen verhindern!

von kommunistische-initiative

Zur Bombardierung Plauens


Die RNJ („Revolutionäre Nationale Jugend“), will dieses Jahr zum zweiten Mal  einen „Trauermarsch“ in Plauen durchführen. Wie in Chemnitz, Dresden oder Magdeburg,  geht es ihnen nicht darum den Opfern von Faschismus, Kapitalismus und imperialistischen Krieg zu gedenken. Ihnen geht es, wie in Magdeburg oder Chemnitz darum, den deutschen imperialistischen Raubkrieg zu verharmlosen und  reden vom „alliierten Bombenterror“.

Deshalb dieser Artikel, der den Angriff auf Plauen schildern soll: Es stimmt dahingehend, dass Plauen zum Ende des Krieges starke Bombardierungen hinnehmen musste:  „Am 12. September 1944 erfolgte der erste große Luftangriff der US-Airforce (USAAF), dem im März und April 1945 mehrere Bombenangriffe der USAAF und der RAF folgten. Den folgenreichsten und letzten der insgesamt 14 Luftangriffe erlebte die Stadt am 10. April. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer. 1965 Tonnen Sprengstoff zerstörten 164 Hektar des Stadtgebietes. Insgesamt forderten die Luftangriffe in Plauen mindestens 2340 Menschenleben.“1

Die Frage ist, warum bombardierten die britischen und amerikanischen Imperialisten Plauen so heftig? Wurde es doch eines der meist zerstörten Städte? Ein Grund dafür war die in Plauen ansässige „Vogtländische Maschinenfabrik AG (VOMAG). Sie produzierte überwiegend für die „Heimatfront“. War aber auch an der Entwicklung des „Einheits-LKW" beteiligt. 

Später produzierte sie Panzer- und Kettenfahrzeuge: „Seitens der Heeresleitung merkte man jedoch schnell, dass man aufgrund des extrem intensiv geführten Krieges jedes Wirtschaftsunternehmen für die Rüstungsindustrie benötigte. Schon 1940 nahm die VOMAG im Auftrag der Wehrmacht zunächst die Panzerreparatur und kurz darauf die Produktion solcher Kettenfahrzeuge auf. Diese machte jedoch 1940 jedoch nur 3 % des Gesamtumsatzes aus.“

Wie andere Firmen, schreckte auch die VOMAG aus Profitinteressen nicht vor Zwangsarbeiter/innen zurück. 350 weibliche Gefangene verrichteten für die VOMAG Arbeit. Aber vergessen wir auch nicht, dass  sich  in der  Nähe von Plauen zwei Außenlager des KZ-Flossenbürg befanden, aus denen die Arbeiterinnen überwiegend rekrutiert worden sind.

Ganz unerheblich war ihre produzierte Menge trotzdem nicht, auch wenn sie sich nie gegenüber Krupp oder  anderen Firmen durchsetzen konnte. Trotzdem gab es Technologie zu holen! Die Maschinenfabrik lieferte bis zum Ende  des Ende des Krieges: 1700 Exemplare des Jagdpanzer  IV aus, produzierte vorher das Sonder-Kraftfahrzeug  (Produktionsumfang 240 Panzer), weiterhin versuchte man sich an:  Trägerfahrzeuge für Flakgeschütze (Ungefähr nur 24 Fahrzeuge wurden aber an die Wehrmacht geliefert). 

Außerdem wurde die Herstellung von elektrisch gesteuerten MG-Ständen für Flugzeuge ausprobiert. Deshalb hatte 1945 Hatte die Fabrik hohe Priorität für die anglo-amerikanischen Imperialisten. Die VOMAG wurde als „Tragender Rüstungsbetrieb“ klassifiziert.  Daher auch die Bezeichnung Plauens in den Logbüchern als „Primary Target“.  Die VOMAG soll ungefähr  neun direkten Angriffen an  sechs Kampftagen ausgesetzt gewesen  sein sollen. Immer zwischen 11.00 – 14.00 Uhr.

„Der USAAF reichten zwei massiv durchgeführte Luftangriffe mit fast 500 B-17 Bombern, um die gesamte VOMAG lahmzulegen. Es mussten keine komplizierten Manöver geflogen werden, denn die VOMAG lag an der Elster wie auf dem Präsentierteller. Durch die fehlende Fliegerabwehr auf den angrenzenden Anhöhen konnten sogar Tiefflieger die VOMAG perfekt angreifen.“
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Hier sieht man schon, dass man die Anlage nur lahm gelegt hat, zerstört wurde sie nie wirklich. Es muss erwähnt werden, dass zwischen den geplanten Zielen und den eigentlich getroffenen, große Unterschiede zu finden sind.

Der Zerstörungsgrad liegt bei: „Kulturstätten 80 %, von Wohnraum 78 %, von Betriebsgebäuden 70 %, von Verwaltungseinrichtungen 55 % und des Verkehrsnetzes 48 % betrug. 91 % des Gasnetzes (150 km Rohrleitungen) und circa 200 Kilometer des Wassernetzes wurden außer Betrieb gesetzt.“4 Das städtische Versorgungsnetz und der Verkehr  kamen vollständig zum erliegen. Durch die Zerstörung des Bahnhofsgebäudes und Syratalviadukts (Bruchsteinbogenbrücke) kam der Schienenverkehr  zum Stillstand. 75% der Stadt wurden zerstört. Im Vergleich, Dresden wurde „nur“ zu 60% zerstört. 126000 Bombentrichter wurden in der Innenstadt gezählt. Die Bombenlast betrug 185,4 Tonnen pro km². Die USAAF  hatte einen sehr genauen Bomben– und Angriffsplan verfasst. Warum aber wurde die Stadt so zerstört? Verwundert es da eigentlich nicht, dass die imperialistische Konkurrenz  zum 3.Reich, Demontagen durchführte, nachdem das 347. US-Infanterieregiment Plauen besetzt hatte?  

Es wurde Spitzentechnologie von VOMAG(z.B. Feinstbohrwerke) demontiert. Konstruktionsunterlagen wurden beschlagnahmt, fähige Ingenieure und Facharbeiter wurden in die westliche Besatzungszone transportiert. Wir können sagen: Es ist nicht verwunderlich, dass die Luftwaffe der westlichen Alliierten  in Ostdeutschen Städten die verheerendsten Angriffe flog und das nicht nur, um die dortige Industrie zu zerstören und den Krieg so zu verkürzen. 

Stand doch ziemlich sicher fest, welche Teile Deutschlands in der sowjetischen Besatzungszone liegen sollten. Es gilt dasselbe wie in Dresden: „[…]hier wurde bereits der Grundstein für die fortgesetzte und verschärfte Systemauseinandersetzung zwischen Imperialismus und Sozialismus gelegt.“5 Man zerstörte Verkehrswege und Infrastruktur um den Nachkriegsaufbau  zu verzögern, Technik  und Fachpersonal wurde geklaut.

Damit die Sowjetunion 1. Fachpersonal  und –Technik nicht in die Finger bekommt um einen Vorteil zu erlangen und
2. Damit die UdSSR um ihre Reparationszahlungen gebracht wird.Aber wir sollten auch den  eigentlichen Täter nennen, den deutschen Faschismus und Imperialismus:Konnte dieser Krieg doch nur geführt werden, weil es das 3.Reich war, welches den bisher hemmungslosesten Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt hatte. Haben doch die Faschisten damit begonnen, rücksichtslose Angriffe gegen Einwohner zu führen. Waren es nicht die Faschisten selber, die die Innenstadt von Freiburg bombardierten, um ihre Vorgehen zu rechtfertigen. Waren es nicht die Faschisten die das Ghetto in Warschau errichteten, waren es nicht die deutschen Imperialisten die die Sowjetunion überfallen haben und gebrandschatzt und geplündert haben? Trotz dieser Tatsache, kann es keine Entschuldigung sein, dass die britischen und amerikanischen Alliierten solche Bombenangriffe ebenfalls mit voller Absicht durchführten.

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Plauen
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik#Der_Konkurs
3http://de.wikipedia.org/wiki/Vogtl%C3%A4ndische_Maschinenfabrik#Der_Konkurs
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Plauen
5 http://www.sachsen.kommunistische-initiative.de/component/content/article/34-beitraege/117-13-februar-1945-dresden-mahnt-.html

www.kommunistische-initiative.de/images/stories/verschiedenes/zur bombardierung plauens.pdf