Handfester Beistand - Argen - Zwickauer-Land
von ali-gegenwind.de
Beistand wird jetzt in Zwickau mit Gewalt durch den Security-Rambo und mit Erpressung durch den Geschäftsführer verhindert.
Wie bei Gegenwind so üblich, ist donnerstags Flyer verteilen vor einem Jobcenter angesagt. Diesmal traf es das Jobcenter Zwickau an der Werdauer Straße. Außerdem waren 3 Beistandsbesuche geplant, von dem einer einen sehr außergewöhnlichen Verlauf nehmen sollte.
Bei dem Hilfebedürftigen wurden laufend Aufrechnungen durchgeführt, bei denen niemand so recht mehr durchsah. Zuletzt wurden einfach 160 € einbehalten, obwohl er in der Anhörung der Aufrechnung widersprochen und um eine Ratenzahlung gebeten hat. Jetzt stand er quasi mittellos da. Um eine Aufklärung und um Bares zu holen, sind wir in das Jobcenter gegangen.
Die Bearbeiterin Frau E. sah sich nicht in der Lage irgendetwas zu unternehmen. Sie hat alles richtig gemacht und wenn das dem Hilfebedürftigen nicht passe, kann er ja Widerspruch einlegen. Von was er zwischenzeitlich lebt, schien ihr offenbar am Arsch vorbeizugehen. Auch die Bitte von mir, die Bescheide noch einmal nachzuschauen, lehnte sie mit dem Hinweis auf die Widerspruchsmöglichkeit ab.
Also die nächste Möglichkeit in Angriff nehmen und zur Teamleiterin gehen, man kann ja nicht einfach gewalttätig werden. Leider war die Teamleiterin Frau Sch. nicht sofort auffindbar, so dass wir etwas warten mussten.
In der Zwischenzeit meldete sich ein weiterer Hilfebedürftiger, mit dem ich kurz als Beistand mitging. Er benötigte nur ein paar Auskünfte, so dass die Angelegenheit in 5 Minuten erledigt war. In der Zwischenzeit war aber Frau Sch. wieder aufgetaucht und unsere Moni war mit dem Hilfebedürftigen schon in ihrem Zimmer. Ein weiteres Mitglied von Gegenwind sagte mir, dass er mitgehen wollte und das der Security-Mitarbeiter Herr W. ihn daran gehindert hat. In der Tat stand der Mann wie ein Andreaskreuz im Türrahmen zum Flur, wo sich das Zimmer von Frau Sch. befand. Nun ist es ja so, dass Beistände nicht so einfach abgewiesen werden dürfen und von einem Möchtegern-Wichtig-Waszusagenhaber schon gar nicht.
Ich wollte also an dem Herrn vorbei in das Zimmer von Frau Sch.. Herr W. packte mich in seiner Dienstbeflissenheit und da ich mich von keinem gern in dieser Art und Weise angreifen lasse und mich auch nicht an meinem Recht hindern lasse, entstand ein kleiner Ringkampf, in dessen Folge wir zu Boden gingen. Es war übrigens eine gute Erfahrung. Es hat mir gezeigt, dass man durchaus noch in der Lage ist, auch noch körperlich mithalten zu können, obwohl so eine Auseinandersetzung nicht unbedingt nötig ist.
Nun war der Tumult perfekt. Alles kam gestürmt um selbst Augenschein von allem zu nehmen, unter anderem waren auch die Standortleiterin, Frau P. Sch. und der neue Geschäftsführer, Herr M. M., herbeigeeilt. Anstatt sich um den Vorfall zu kümmern und dem eigenmächtigen und gewaltsamen Verhindern von Beistand des Herrn W. eine deutliche Absage zu erteilen, schien das die Führungsetage wenig zu interessieren.
Im Gegenteil, Frau P. Sch. beschuldigte uns, wir würden hier ständig und in letzter Zeit verstärkt als Beistand auftauchen und nichts weiter als Unruhe schaffen. So ginge das nicht! Da sich die Gesellschaft mittlerweile wieder in das Zimmer der Teamleitern zurückgezogen hatte, wollte auch ich nun endlich meinen Beistand wahrnehmen und ging ebenfalls hinein.
Nun redete Frau Sch. gebetsmühlenartig auf mich ein, ich solle rausgehen, da ich nicht erwünscht wäre. Dabei kam auch ganz klar zum Ausdruck, dass sie persönlich etwas gegen mich hat. Da ich ihr das Kompliment zurück gab und den Raum doch nicht verliess, versuchte sie es jetzt beim Hilfebedürftigen. Schauen Sie mal, wir wollen ihnen doch nur helfen, aber das geht nur, wenn hier Ruhe herrscht und der Herr Pianski draußen bleibt. Zum Glück ließ sich der Hilfebedürftige nicht auf so einen primitiven Versuch der Überredung ein und blieb standhaft.
Im Übrigen hat von meiner Seite aus Ruhe geherrscht, ich habe nur ab und an zu der Aufforderung zu gehen, nein gesagt. Die Aufregung und die Unruhe ging ganz allein von Frau Sch. aus, die ständig auf mich einredete, wie überhaupt der ganze Tumult vom Jobcenter und seinen Angestellten ausgeht. Denn hätte Frau E. sich hingesetzt und die Bescheide noch einmal zur Hand genommen und angesichts der Mittellosigkeit des Hilfebedürftigen eine Barzahlung angeboten, wäre eigentlich nichts passiert.
Schließlich bot ich auch Frau Sch. ein paar Mal an, mir doch Hausverbot zu erteilen, aber die Gelegenheit wollte sie einfach nicht wahr nehmen. Vermutlich wollte sie so offensichtlich das Recht dann doch nicht beugen. Wie mir Moni später mitteilte, hatte die Teamleiterin Frau Sch. schon beim Durchschauen der Unterlagen erkannt, dass ihre Mitarbeiterin Frau E. den Hilfebedürftigen vermutlich beschissen hat und wir rechnen auch damit, dass sich der größte Teil der Forderungen in Luft auflöst.
Nun wurden wir alle nach draußen gebeten, denn die Herrschaften mussten wohl ihre Strategie besprechen. Was jetzt kam, hat mich in der Tat sprachlos gemacht und das passiert selten.
War der Ringkampf noch locker zu sehen, hat der Geschäftsführer, Herr M. M., der seines Zeichens Volljurist ist, doch den Hilfebedürftigen mit der Aufforderung erpresst, wenn ich nicht draußen bleibe, würde das Ganze an der Stelle abgebrochen, was bedeutet hätte, das der Hilfebedürftige ohne Geld dagestanden hätte.
Dies bestätigt eigentlich die ganze Arbeitsweise der Jobcenter und zwar vom kleinen Sachbearbeiter bis in die Führungsetage.
Um die Ziele zu erreichen, werden jegliche Mittel genutzt. Da das Geld für den Hilfebedürftigen existentiell war, blieb ich natürlich draußen. Er bekam eine Barauszahlung in Höhe von 50 € und seine Bescheide sollen nun am Freitag alle geprüft werden, sodass er am Montag Bescheid bekommt.
Stellt sich die Frage, ob das ohne unseren Einsatz so gelaufen wäre? Sicherlich nicht.
Es wäre Widerspruch eingelegt worden, der nach 3 Monaten entschieden worden wäre und danach wäre geklagt worden. In der Zwischenzeit hätte man ja den Kitt aus den Fenstern fressen können, so man das Glück gehabt hätte, dass es noch alte Holzfenster sind. Der Herr W. wurde natürlich angezeigt. Die Polizei wurde gerufen und eine Anzeige erstattet. Zwei Zeugen standen auch zur Verfügung. In diesem Zusammenhang möchte ich dem jungen Mann danken, der extra gewartet hat. Verwundert waren die Beamten, weil einmal nicht das Jobcenter nach den Ordnungshütern gerufen hat, sondern die Gegenseite.
Was bleibt, ist eigentlich die traurige Gewissheit, dass die Normalität schon lange aufgehört hat zu existieren und die knallharte Verfolgung von Arbeitslosen nur noch eine Frage der Zeit ist. Ein großer Schritt in diese Richtung ist schon getan.
Eine zweite Erkenntnis könnte lauten, dass man niemals ohne Pfefferspray ins Jobcenter gehen sollte, man weiß nie, ob man körperlich angegriffen wird.
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www.ali-gegenwind.de/2011/07/15/handfester-beistand
Die Marktdemokratie ist verfemend und verfolgend und zu"guter"letzt vernichtend, das sind einfach die Spielregeln des "nicht"totalitären "demokratischen" Regimes der Privatwirtschaft.
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