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Ferne Stimmen in Ihrer Nähe

von Koreanisches Kulturzentrum

drei höchst unterschiedliche koreanische Autoren geben sich auf Einladung des koreanischen Institutes für Literatur und Übersetzung gerade die Ehre:
YI Munyol: traditioneller kenntnissreicher ganz fantastischer Erzähler. Sein Roman "Der Dichter" (Suhrkamp 2010) beklagt den Untergang des Feudalismus.
CHOI Seung-H übt scharfe Zivilisationskritik. Seine Gedichte im Band "Autobiographie aus Eis" (Wallstein 2011) reflektieren die Krise des industriellen Zeitalters.
BAE Su-Ah bezieht in ihrer Gegenwartskritik die Position einer fast Außerirdischen.: Sonntag Sukiyaki-Restaurant (unveröffentlichtes Manuskript)

Koreanische Autoren lesen: YI Munyeol, CHOI Seung-Ho und BAE Su-Ah

Montag 17. Oktober um 19:00 Uhr
Societätstheater Dresden
An der Dreikönigskirche 1a

Dienstag 18. Oktober um 19:00 Uhr
Koreanisches Kulturzentrum Berlin
Leipziger Platz 3

YI Munyol: Der Dichter (Suhrkamp 2010)
Textprobe:
Hier wurde die Stimme des Räuberhauptmanns kalt und streng:
"Jedenfalls ißt du, ohne zu arbeiten, und verbrauchst, ohne zu schaffen. Solchen wie dir nehmen wir das Leben."
Irgendetwas in dieser Art hatte er von Anbeginn an auf sich zukommen sehen, und war darum nicht übermäßig überrascht, selbst wenn es ein Todesurteil sein würde. Für ihn fühlte es sich wie ein Witz an, mit dem er einen unausgegorenen Adligen aufzog, als er fragte:
"Ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen, wenn das bitte möglich wäre. Überhaupt nicht, um hier um mein Leben zu flehen, vielmehr um meine Neugier zu befriedigen. Könnten Sie so freundlich sein, mir zu sagen, was Sie schaffen? Was schaffen Sie, um das zu bekommen, was Sie zum Essen, Ankleiden, Ausgeben brauchen?"
"Ich habe für die Armen Träume geschaffen, an die sie glauben können, und auf die sie vertrauen können. Ich habe eine Zukunft geschaffen, auf die man geduldig warten kann. Und in der Zukunft möchte ich eine bessere Welt schaffen."
"Wenn das so ist, dann schaffe ich auch etwas. Ich habe Gedichte geschaffen."
"Gedichte hast du geschaffen?"

CHOI Seung-Ho: Autobiographie aus Eis. Gedichte (Wallstein 2011)
Textprobe:
Ich ging in eine Schule aus Eis und erstarrte zu Eis. Die Welt war eine Eisfabrik.
Mein Vater, mein Lehrer, der Diktator und Gott, alle produzierten sie Eis.
Mit zwanzig waren meine Tränen erfroren und so kalt wie das Eis.
Ich war ein Schloß aus Eis mit weißen Wänden aus Eis, ich bestand darauf,
in meiner Einsamkeit, nicht mehr als aus Eis zu sein. Ich war unberührbar,
und selbst die Flamme der Liebe, wenn sie mir nah kam, erlosch. Was,
in meiner Eismauerzeit, dachte man in der Familie über meinen vermeintlichen
Hochmut? Äxte aus Eis ins Eis meiner Höhle geschlagen, Eiszapfen, die mir
zu einem Bart geworden sind - ja, für eine Ewigkeit war ich erfroren.
Meine Geschichte ist die Geschichte der Eiszeit.

BAE Su-Ah: Sonntag Sukiyaki-Restaurant (unveröffentlichtes Manuskript)
Textprobe:
Wenn Du beides genießen möchtest, Deine moralischen Überlegenheitsgefühle und die Lust an Deiner Verderbnis, so kannst Du das tun. Jetzt, in dieser Generation, ist das nicht mehr schockierend und auch kein Geheimnis mehr. Wenn Du nicht verlieren möchtest, was Du hast und gleichzeitig die unglückliche Prinzessin sein willst, so kannst Du das auch machen. Du brauchst mir keine Briefe zu schicken, um das bekanntzugeben. Aber ich bin zu faul, um für unbestimmte Leser etwas zu schreiben und zu veröffentlichen, und denke auch nicht, dass ich Talent dazu habe. Ich mache einfach nur ein paar Notizen, wie ich hier diesen Brief schreibe..... Ich glaube, diejenige, die schreiben möchte, das bist Du. Ich bin keine Doppelpersönlichkeit, klage nicht dauernd über unerfüllte Wünsche und bin auch keine Frau! Ich habe keine Lust, mittels irgendwelcher Veröffentlichungen Selbstbefriedigung zu betreiben.

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Dresden
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Montag 17. Oktober um 19:00 Uhr
Societätstheater Dresden
An der Dreikönigskirche 1a
01097 Dresden

Moderation: Askold Hitzler
Sprecher der deutschen Übersetzung: JEONG Ok-Hee
Dolmetscherin:  Y. CHO
Eintritt frei
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Berlin
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Dienstag 18. Oktober um 19:00 Uhr
Koreanisches Kulturzentrum
Leipziger Platz 3
10117 Berlin

Moderation: Nataly Jung-Hwa Han (Leiterin des Kommunikations- und Forschungszentrums im Korea-Verband)
Sprecher der deutschen Übersetzung: Hartmut Fischer (Schauspieler)
Dolmetscherin: Y. Cho

Eintritt frei
Um Anmeldung wird gebeten:
✆ 030/269 52 0
lesung@kulturkorea.de

Veranstalter
Korean Literature Translation Institute
Koreanisches Kulturzentrum
Societätstheater Dresden

http://koreaverband.ahkorea.com/_board8/bbs/board.php?bo_table=ank_organisation&wr_id=40

Eine ausführliche Beschreibung der Veranstaltung, der Autoren, ihrer Werke sowie Textproben stehen Online und zum Download:
http://koreaverband.ahkorea.com/_board8/bbs/board.php?bo_table=ank_organisation&wr_id=40