Nehmt erst mal ein Bad
von Wilhelm Vollmann
Faschistoide Sprüche eines US-Präsidentschaftskandidaten
Der zurzeit chancenreichste republikanische Kandidat für die im nächsten Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA entpuppt sich täglich mehr als lupenreiner rechtspopulistischer Demagoge und Faschist.
Nach der brutalen Räumung des Protestcamps der Occupy-Bewegung im Bankenviertel von New York City hat Newt Gingrich doch tatsächlich öffentlich Tausende von „Empörten“-Demonstranten gegen Machtmissbrauch des Finanzkapitals nassforsch aufgefordert: "Nehmt erst einmal ein Bad und sucht euch dann einen anständigen Job.“
Auf einer Veranstaltung christlich-fundamentalistischer Gruppen in Des Moines, Hauptstadt des US-Staates Iowa inmitten des politisch extrem konservativen "Bibelgürtels“ (bible belt) im Mittleren Westens der USA hat Gingrich mit diesem und anderen „frommen“ Sprüchen die in den US-Städten an der Ostküste und in Kalifornien stetig wachsende Occupy Wallstreet-Bewegung ins Visier genommen.
Nicht zufällig ist Des Moines auch der Hauptsitz gleich eines halben Dutzends der führenden US-Versicherungen, einem regelmäßig unterschätzten zentralen Faktor des Internationalen Finanzkapitals.
Dieses Zentrum des Internationalen Finanzkapitals präsentiert als einzige US-Stadt stolz ein „Capitol“ mit echtvergoldeter Kuppel. Die dort wie im gesamten eher ländlichen "Bibelgürtel" des Mittleren Westens weit verbreitete dumpfe und gewaltträchtige evangelikale Ideologie ist besonders den Älteren bei uns noch allzu gut aus dem Hollywood-Kultfilm "Easyrider" bekannt, der ihre Brutalität und deren faschistoide Folgen zeigt.
Die an die Propaganda des Faschismus gemahnende rechtspopulistische Demagogie Gingrichs scheint nicht ohne Erfolg; denn "Public Policy Polling", eines der bekanntesten US-Meinungsforschungsinstitute, hat ihm zurzeit immerhin einen Stimmanteil von landesweit 28 Prozent bescheinigt. Damit liegt er klar vor seinen republikanischen Mitbewerbern Romney, Perry und Cain.
Die Menschen der auch in den US schnell wachsenden gesellschaftlichen Schicht der von Ausbeutung und Armut Bedrohten oder bereits schwer Betroffenen kann sich sehr gut ausmalen, was der unverschämte und antidemokratische Populist Gingrich unter einem „anständigen Job“ versteht:
Hungerlöhne ohne Tarifverträge, von denen niemand existieren kann, kaum oder keine Sozialversicherung, nicht einmal eine Krankenkasse und die brutalen und asozialen Konsequenzen der Hire-And-Fire-Praxis und Herr-im-Haus-Mentalität, die für die Handlanger und Profiteure des US-Finanzkapitals nachgerade typisch sind – und das Ganze präsentiert in bigottem, pharisäerhaftem und pseudochristlichem Rahmen.
Der Regionalverband der LINKEN.Eifel-Mosel und die Sozialistische LINKE.Rheinland-Pfalz: Auch in den USA wird sich Wut und Empörung der Menschen, die tagtäglich vom Ausbeutung und Machtmissbrauch des Internationalen Finanzkapitals bedroht sind, nicht länger unter den Tisch kehren lassen.
Die Forderungen nach Sozialer Gerechtigkeit und mehr Demokratie und nach wirksamer Bekämpfung des unverschämten antidemokratischen Machtmissbrauchs durch das Finanzkapitals werden sich auch nicht durch noch so brutale Polizeigewalt wie in New York City und Portland dauerhaft unterdrücken lassen.
DIE LINKE. steht in Solidarität zu den Empörten
Ihre Sache ist auch unsere Sache
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