„Eingreifen statt wegsehen - Zivilcourage kann trainiert werden“
Von Netzwerk Zivilcourage
Netzwerk-Treffen der Zivilcouragetrainer_innen aus Rheinland-Pfalz
Am vergangen Wochenende trafen sich die Zivilcouragetrainerinnen und Trainer aus ganz Rheinland-Pfalz zum Austausch in Annweiler am Trifels. Das Treffen wurde von der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier in Kooperation mit der Leitstelle Kriminialprävention im Innenministerium Rheinland-Pfalz ausgerichtet.
„Gewaltfrei handeln ohne sich selbst zu gefährden“ so das Motto der Zivilcourage-Trainings für Jugendliche und Erwachsene. „Oft sind es kleine Alltagssituationen in denen wir Zivilcourage zeigen können: der rassistische Spruch auf der Arbeit, das Schubsen im Bus, jemand schlägt ein Kind im Supermarkt oder in der Fußgängerzone wird ein Flüchtling attackiert.“ so Hermann Anell Zivilcouragetrainer aus Trier.
„Es kann jeden treffen und jeder hofft auf Menschen die nicht zuschauen, sondern eingreifen – wie das geht, kann jeder in unseren Trainings lernen!“ ergänzt Markus Pflüger ebenfalls Zivilcouragetrainer.
Die Nachfrage nach Trainings erhöhen ist neben Weiterqualifizierung und Austausch der Trainer eines der Ziele des Netzwerks, das 2012 gegründet wurde. Am vergangenen Wochenende bildeten sich die TrainerInnen mit dem "Argumentationstraining gegen Vorurteile und Rassismus" fort.
Das Netzwerk in Rheinland-Pfalz umfasst inzwischen rund 50 ausgebildeten Trainerinnen und Trainer für Zivilcourage, bei den Tagestrainings für Gruppen und Klassen gebucht werden können. Die AG Frieden Trier fungiert als Koordinations- und Kontaktstelle und vermittelt Zivilcourage-Trainerinnen und Trainer in ganz Rheinland-Pfalz. T. 0651-9941017 www.AGF-Trier.de Facebook:
Hintergrund:
Das Netzwerk Zivilcourage hofft auf verstärkte Nachfrage von (Hoch)Schulen, und Jugendeinrichtungen, aber auch von Vereinen und Parteien, aus der Verwaltungen und für „alle zivilgesellschaftlichen Gruppen denen Demokratie und Menschenrechte am Herzen liegen.“
„Unsere Gesellschaft braucht mehr Zivilcourage – Gewalt und Bedrohungen, zum Teil zielgerichtet gegen Minderheiten wie Migranten, Flüchtlinge oder Obdachlose z.B. durch Neonazis, aber auch unspezifisch z.B. durch Jugendliche gegen unterschiedlichste Menschen sowie Diskriminierungen im Alltag bedürfen unseres Engagements für ein demokratisches Miteinander!“ ergänzt Markus Pflüger von der AG Frieden Trier, die das landesweite Netzwerk für Zivilcourage initiiert hat, um das Wissen wie man in Bedrohungssituationen richtig eingreifen kann, noch bekannter zu machen und weiterzuentwickeln.
Zivilcourage kann geübt werden – im Training werden sozialpsychologischen Erkenntnisse vermittelt, Verhaltensweisen erlernt und in Rollenübungen konkrete Tipps erarbeitet, dazu gehören beispielsweise: „Fordern Sie andere direkt auf, mit Ihnen gemeinsam einzugreifen, beauftragen Sie jemanden, Hilfe bzw. die Polizei zu rufen, meiden Sie Körperkontakt mit dem Angreifer, duzen, beleidigen und drohen Sie nicht, kritisieren Sie die Situation, nicht die Person.“ Es gelte für Möglichkeiten der Zivilcourage im Alltag zu sensibilisieren und das Verhaltensrepertoire für gewaltfreies Handeln zu erweitern.
Eine Trainer-Ausbildung wurde auch 2016 von der Leitstelle Kriminalprävention im Innenministerium RLP unterstützt Die erste Ausbildung von 14 ZivilcouragetrainerInnen in Trier erhielt 2010 den Weiterbildungspreis des Landes. Informationen zum Projekt und den Zivilcourage-Trainings unter www.AGF-Trier.de