BOMBODROM Baumholder - bald Fluglärm rund um die Uhr?
DIE LINKE im Kreis Birkenfeld hofft auf Widerstand der Bevölkerung.
Die Forderung des Landstuhler Bürgermeisters, dass Helikopter der US-Army abends und in der Nacht auf dem als Bombodrom ausgelegten Truppenübungsplatz Baumholder üben sollen, trifft auf heftigen Widerspruch bei der Partei DIE LINKE. Für einen Skandal halten wir die unglaubliche Äußerung von Platzkommandant Osbahr, der in Krach rund um die Uhr offenbar kein Problem sieht und damit die wissenschaftlich nachgewiesene gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch Fluglärm einfach ignoriert.
Partei DIE LINKE.Kreisverband Birkenfeld
Postfach 1228
55760 Birkenfeld
Offener Brief des Landstuhler Bürgermeisters im Amtsblatt der Verbandsgemeinde Landstuhl, auf den wir uns beziehen.
Schreiben von Bürgermeister Klaus Grumer an Oberstleutnant Lars N. Zetterstrom Oberstleutnant
Commander US Army Garrison Lars N. Zetterstrom Geb. 2933 Pulaski Barracks 67661 Kaiserslautern
66849 Landstuhl, den 13.02.12 AZ.: 1/Str.
Sehr geehrter Herr Oberstleutnant Zetterstrom, mit einiger Verwunderung habe ich der Tageszeitung „Die Rheinpfalz" vom 8.2.2012 entnommen, dass Sie bereits in der Öffentlichkeit Stellung zu dem Heliport in Landstuhl genommen haben und damit eigentlich bereits das Ergebnis der vereinbarten Besprechung am 24.2.2012 vorweggenommen haben. Es stellt sich daher ernsthaft die Frage, was Sie selbst mit dem vereinbarten Termin bezwecken wollen. Ich möchte Ihnen am 24.2.2012 nochmals die Probleme im Zusammenhang mit dem Standort des Heliports und den Beeinträchtigungen des Hubschrauberlärms bei Übungen dieser Einheit im Bereich unserer Verbandsgemeinde darstellen.
Gleichzeitig beabsichtige ich, mit Ihnen Lösungsmöglichkeiten zu einer möglichen Standortverlegung und kurzfristig auch zu einer Änderung des Übungsbetriebes zu erörtern. Sehr wichtig erscheint auch die Frage des unmittelbaren Zusammenhangs zwischen dem Standort Heliport und dem LRMC auf dem Kirchberg in Landstuhl.
Entgegen der Pressemeldung Ihrer Einheit vom 8.2.2012 sind wir immer davon unterrichtet worden, dass es eine zwingend notwendige Verbindung zwischen dem Hospital und dem Heliport gebe. Nach unserem Kenntnisstand und in dem uns vorliegenden Schriftverkehr sowohl des Bundesministeriums für Verteidigung als auch in den Mitteilungsblättern der US Army ist der Zusammenhang zwischen dem Hospital und dem Heliport immer wieder zum Ausdruck gebracht worden.
Mit Verfügung des Bundesministeriums für Verteidigung vom 15. Sept. 2006 wurde diese Aussage an die Bundestagsabgeordnete. Frau Anita Schäfer, bekräftigt. Es wurde ausgeführt, dass die derzeitige Entscheidung für den Erhalt des Hubschrauberlandesplatzes Kirchberg im Zusammenhang mit der Entscheidung für den Erhalt des Militärhospitals Landstuhl, dem größten amerikanischen Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika stehe.
Eine Änderung hinsichtlich der Notwendigkeit der Heliports in unmittelbarer Nähe zum US-Hospital, zumindest aus Sicht des Bundesministeriums liegt bis heute nicht vor.
Auch der Luftpost „Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautem/Ramstein vom 29.06.2009 war zu entnehmen, dass sich Oberst Brian Lein, der Kommandeur des Landstuhler Hospitals geäußert hat, „Wir reden nicht nur über das Hospital, es geht auch um die USO (Abkürzung für United Service Or- ganisations, eine private Organisation die sich um das Wohlergehen der Gls - auch der Verwundeten - und ihrer Familien kümmert), das von ihr betreute Medical Transient Detachment (eine Durchgangssation für Leichtverletzte, die nur ambulant vorsorgt werden müssen), der Kasernen und die Fischer Houses (die Gästehäuser für Angehörige von Verwundeten). Es könne nicht nur das Hospital verlegt werden. Es müssten alle auf dem Kirchberg vorhandenen Einrichtungen auf ein Gelände auf der Air Base Ramstein umziehen.
Diese Aussage wurde auch in dem Stars and Stripes Mitteilungsblatt vom 22.01.2010 wiedergegeben.
Es ist daher unzumutbar für unsere Bürgerinnen und Bürger, dass nach einer Verlagerung des US-Hospitals der Heliport mit den sich ergebenden Lärmbelästigungen auf dem Kirchberg verbleibt. Nach den heutigen Presseausführungen stellen sich für die Sickingenstadt Landstuhl als auch für die Verbandsgemeinde Landstuhl folgende Fragen:
1. Welche Pläne gibt es für die Einrichtung auf dem Kirchberg, wenn der Umzug und der Neubau des Medizinischen Zentrums auf das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots Weilerbach vollzogen ist?
2. Können zumindest Teile des Geländes für eine zivile und kommerzielle Nutzung des Kirchbergs zurückübertragen werden?
3. Wieso steht der Heliport aus heutiger Sicht nicht mehr im Zusammenhang mit dem LMRC?
4. Werden nach dem Neubau des Hospitals das Hauptgebäude des LRMC mit seinen Nebengebäuden weiterhin militärisch genutzt, oder wird das bestehende Gebäude abgerissen?
5. Was passiert nach dem Neubau mit den Kindergärten, Schulen, Feuerwehr, Fisherhouses, Veterinäre, Heizzentrale, Werkstatt usw.?
6. Kosten der Verlagerung des Heliports im Verhältnis zu den Kosten des Neubaus des Hospitals in Weilerbach?
7. Wie viele Hubschrauber sind derzeit im Heliport stationiert?
8. Welche neuen Aufgaben hat die Hubschraubereinheit?
9. Warum können Übungen der Hubschraubereinheit nicht auf dem Truppenübungsplatz Baumholder stattfinden?
10. Wie viele Personen (militärisch und zivil) sind auf dem Heliport beschäftigt?
11. Wie viele deutsche Zivilbeschäftigte arbeiten auf dem Kirchberg?
12. Warum müssen Flugübungen in den Wintermonaten nahezu durchgehend an Wochentagen bis 23.00 Uhr stattfinden (vgl. die letzten Berichte), obwohl es von November bis März bereits um 18.00 Uhr stockdunkel ist?
13. Was unternehmen die Streitkräfte aktuell zur Lärmreduzierung durch Hubschrauber?
14. Wie oft und wie lange waren die Hubschraubereinheiten in den letzten 3 Jahren ins Ausland verlegt? Wer versorgt in dieser Zeit das LRMC mit Hubschraubereinheiten?
15. Wie oft waren in den letzten 3 Jahren Hubschraubereinsätze von und zum LRMC notwendig?
16. Gibt es einen Belegungsplan des Truppenübungsplatzes Baumholder, aus dem ersichtlich ist, wer mit welchen Waffen und welcher Truppenstärke dort übt?
17. Gibt es in diesem Belegungsplan nicht ausreichende Lücken gerade abends und in der Nacht, um auch die Hubschrauberübungen dort durchführen zu können?
18. Ist nach dem geplanten Abzug einer Brigade aus Baumholder nicht auch der dortige Standort für die Hubschraubereinheit denkbar?
Nachdem Ihr Pressesprecher die Gesamtproblematik vor unserer vereinbarten Besprechung der Presse mitgeteilt hat. habe ich mein Schreiben an Sie den Medienorganen ebenfalls bekanntgegeben.
Des Weiteren habe ich mir erlaubt, ein Abdruck des Schreibens an die Vorsitzenden der im Stadtrat und im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen zur Kenntnisnahme zuzusenden. Ich bitte die o.a. Fragen in der Besprechung zu beantworten und ggf. weitere zuständige Army-Einheiten einzuschalten. Ich bestätige Ihnen ausdrücklich nochmals den Besprechungstermin vom 24.2.2012, 09.00 Uhr, im Besprechungszimmer der Verbandsgemeinde Landstuhl, Kaiserstraße 49, 66849 Landstuhl.
Mit freundlichen Grüßen gez. Klaus Grumer Bürgermeister