Bilder vom Krieg - Zwischen Berichterstattung und Propaganda
Von Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier
Felix Koltermann referiert am Freitag 21. Oktober 2016 um 19.00 Uhr in der VHS Domfreihof Trier zum Thema "Bilder vom Krieg - Zwischen Berichterstattung und Propaganda"
Im Vortrag mit anschließener Diskussion wid nicht nur kritisch beleuchtet wie Bilder als Waffen einsetzt werden, sondern auch erläutert welche Art von Berichterstattung und Bild notwendig wären, um zivile Konfliktbearbeitung und frühzeitiges bzw. nachhaltiges Engagement in den Fokus zu rücken. Der Referent – der als als freier Journalist, Lehrbeauftragter und Referent in der Erwachsenenbildung arbeitet - wird auch Alternativen aus der Medien- und Friedenspädagogik wie konfliktsensitive Berichterstattung ansprechen. Veranstalter sind AG Frieden in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP, der DFG-VK Trier und der Volkshochschule Trier, der Eintritt ist frei.
Zum Vortrag: Syrien, Sudan, Ukraine, Libyen, Irak, Zentralafrikanische Republik ... – die Liste der Krisen- und Kriegsschauplätze der letzten Jahre ist leider viel zu lang. Doch Bilder vom Krieg schrecken uns immer nur für kurze Zeit auf, bis die nächste Krise die Medien vereinnahmt. Immer komplexer werden anscheinend kriegerische Auseinandersetzungen in ihren Ursachen, Auswirkungen und möglichen Befriedungsstrategien. Auffallend ist dabei, dass der Ruf nach militärischen Interventionen im bundesdeutschen Diskurs zunimmt und darin eine vermeintliche Lösung gesucht wird. Durch die Digitalisierung und die sozialen Medien des Internets hat sich dabei auch die Art der (Bild-) Kommunikation über Konflikte und Kriege rasant verändert.
Der Vortrag beleuchtet, wie Medienberichterstattung und Bilder die Wahrnehmung in Deutschland von militärischen Konflikten, politischen und wirtschaftlichen Krisen beeinflussen. Dabei geht es um die Wirkmächtigkeit von Bildern, also auch um Bildpropaganda und Bilderkrieg, in dem Bilder als Waffen einsetzt werden. Welche Art von Berichterstattung und Bild wäre notwendig, um die zivile Konfliktbearbeitung und frühzeitiges bzw. nachhaltiges Engagement in den Fokus zu rücken? Welche Alternativen gibt es aus der Medien- und Friedenspädagogik und wie funktioniert beispielsweise konfliktsensitive Berichterstattung? Die Thesen werden mit einigen ausgewählten Bildern veranschaulicht um damit einen Diskurs und eine anschließende Diskussion über das Verhältnis von Fotografie und Krieg anzuregen.
Zum Referenten: Felix Koltermann promovierte an der Universität Erfurt über fotojournalistische Krisen- und Kriegsberichterstattung. Er lebt in Berlin und arbeitet als freier Journalist, Lehrbeauftragter und Referent in der Erwachsenenbildung. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Fotografie und Krieg, Nahostkonflikt, Menschenrechtsarbeit und Friedensarbeit mit Medien.