»Unser Auschwitz«
von 3d.antideutsch
Erinnern als Surrogat des Vergessens
Donnerstag, 18. September 2014, 20:00 Uhr, Druckluft, Oberhausen
Eintritt frei
NIKLAAS MACHUNSKY*
Vortrag & Diskussion
Einen Schlussstrich unter die Vergangenheit des »Dritten Reiches« wollen heute nur noch die ewig Gestrigen ziehen. Selbst Martin Walser verwahrt sich dagegen. Tatsächlich hatte er schon 1965 die Formel »Unser Auschwitz« gefunden, die heute Karriere macht. Für die Kontinuität des nationalen Kollektivs, des Wir, nimmt er die Kollektivschuld in kauf. Der neueste Zungenschlag der Vergangenheitsbewältigung spricht von Auschwitz als einem »negativen Gründungsmythos«. Auschwitz wird damit als Ereignis nationaler Identitätsstiftendung gewürdigt. Der Vortrag soll die Konsequenzen und Implikationen einer nationalen Identifikation mit Auschwitz ergründen.
* Niklaas Machunsky ist Redakteur der Kölner Zeitschrift »Prodomo« und Autor des Wiener Blattes »sans phrase«.
Eine Veranstaltung der Antifa D-Day Duisburg mit Unterstützung des Bildungswerks der Ruhrwerkstatt