LINKE: Anleihe für Privatuni ist unsolidarisch
Von DIE LINKE. NRW
Während die Studierenden lange darum gekämpft haben, dass die ungerechten Studiengebühren zurückgenommen werden, unterlaufen nun Studenten der Privatuniversität Witten/Herdecke mit der Ausgabe von Anleihen zur Finanzierung der Studiengebühren an der Privatuni ein weiteres Mal die Solidarität mit den Studierenden an öffentlichen Universitäten.
Bereits vor 20 Jahren hatten die „Elite“-Studierenden eine eigene Gesellschaft gegründet und so die Möglichkeit geschaffen, die hohen Gebühren der Privatuniversität erst nach dem Studium zu bezahlen. Nach dem weiteren Anstieg der Studierendenzahlen legen sie mit der Ausgabe des neuen Wertpapiers zur Erhöhung des Kapitals nun noch eins drauf.
„Um ihre elitäre Ausbildung an der Privatuni zu sichern, sind sie sich nun auch für risikoreiche Finanzgeschäfte nicht zu schade“, kritisiert Ingrid Remmers, stellvertretende NRW-Landessprecherin der Partei DIE LINKE. Dass die Anleihen nicht frei von Risiken sind, hat auch die GLS-Bank bestätigt.
„Die einen gehen riskante Finanzgeschäfte ein, um ihr teures Elitestudium zu finanzieren, für alle anderen gilt, sich weiter durch die immer schlechter werdenden Bedingungen zu kämpfen“, so Remmers weiter. Zwar wurden in den meisten Bundesländern die ungerechten Studiengebühren wieder abgeschafft, allerdings erlauben die durch die Bologna-Reform stark gestrafften Studiengänge kaum noch, den Unterhalt während des Studiums durch Arbeit selbst zu finanzieren, und auf die magere BAFöG-Erhöhung von 7% warten die Studierenden an öffentlichen Hochschulen noch bis Ende 2016. Bis dahin wird sie allerdings längst von der Inflation aufgefressen sein.
DIE LINKE fordert dagegen die kostenfreie Bildung von der KITA bis zum Studium. Alle jungen Menschen müssen die Chance und das Recht haben, unabhängig vom Geldbeutel ein qualitativ hochwertiges Studium zu absolvieren. Die Eliteförderung durch teure Privatuniversitäten untergräbt den Kampf um dieses Recht.