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Klein-Griechenland bei ThyssenKrupp

Ein Vergleich

Von Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet

Die deutschen Politiker Merkel, Schäuble und Gabriel sind mächtig stolz auf die Reformen, die sie Griechenland aufgezwungen haben. Nicht weniger stolz verkündete der Vorstand ThyssenKrupp, den Konzern wieder in die Gewinnzone zu führen.

Was sollen das für „Sozialreformen“ sein, die in Griechenland das Staatsvermögen privatisieren, die Mehrwertsteuer erhöhen und die Renten kürzen? Was ist das für eine EU, die die griechische Wirtschaft durch die Verarmung der Lohnabhängigen ankurbeln will? Und was ist das für eine Konzernpolitik, die ThyssenKrupp durch Verzicht auf Lohn und Einfrierung der Betriebsrenten zu sanieren versucht?

Mit dem Sparprogramm für Griechenland werden die Gewinne der Banken bedient. Mit „best in class reloaded“ werden die Profite von ThyssenKrupp gesteigert.

61,3 Prozent der griechischen WählerInnen haben das Kahlschlagprogramm der EU abgelehnt. 251 von 300 Abgeordneten haben es trotzdem gebilligt. Bei ThyssenKrupp Steel sind gefühlte 90 Prozent der KollegInnen gegen die Lohnkürzung. Aber 29 von 39 Betriebsräten stehen dahinter.

Die Syriza-Regierung ist umgefallen und hat sich dem Sparprogramm gebeugt. Tsipras hat im großen Maßstab das Gleiche getan, was IG Metall und Betriebsratsmehrheit im Kleinen 2013 bei ThyssenKrupp vereinbart haben.

Unverständlich ist das Zusammengehen von Syriza mit der rechtskonservativen ANEL-Partei. Bei TKS ist kaum zu begreifen, wie die CDA als Nachhut der Arbeiter führend im Betriebsrat und bei den IGM-Vertrauensleuten sein kann.

Deutschland ist Exportweltmeister – Griechenland wurde niederkonkurriert. Stände die Existenzkrise von ThyssenKrupp beispielhaft für die ganze deutsche Wirtschaft, dann würden sich Merkel, Schäuble und Gabriel nicht scheuen, uns allen das mieseste Sparprogramm aufzuzwingen – so wie heute in Griechenland.

Wer bei ThyssenKrupp auf Lohn verzichten muss, dem stehen die KollegInnen in Griechenland tausendmal näher, als die Hiesingers, Merkels und Gabriels. Die Erkenntnis der gleichen Klassenlage über alle Grenzen hinweg ist der Grundstein der internationalen Solidarität.

Wirkliche Veränderungen können nur von unten kommen, wenn Menschenmassen auf die Straßen gehen. Wo der geballte Widerstand in der EU gegen Lohnabbau, Rentenklau, Privatisierung und sozialen Kahlschlag beginnen wird, wissen wir nicht. Wir hoffen auf dem Syntagmaplatz in Athen und vor Tor 1 in Hamborn.

Was tun bei ThyssenKrupp, 17.7.2015

Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet

http://www.riruhr.de/grtks.html