Griechenland & ThyssenKrupp: Staatsverschuldung durch Bestechung
Von Revolutionäre Initiative Ruhrgebiet
An dem Verschuldungsprozess Griechenlands war indirekt auch ThyssenKrupp beteiligt.
Seit 2010 haben EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) 206,9 Milliarden Euro für die „Griechenland-Rettung“ aufgewandt. Doch die Staatsschulden Griechenlands sanken wenig von 330 Mrd. Euro im Jahr auf 316 Mrd. Euro in 2015.
Was Deutschland bisher wirklich zahlte
Die BRD bürgt für einen dreistelligen Milliardenbetrag, falls Griechenland pleite geht. Die staatliche Bank „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ hat bisher nur 15,2 Milliarden Euro an Griechenland gezahlt.
Beispiel Militärausgaben
Ein Teil der immer größeren Verbindlichkeiten waren Militärausgaben. Von 2006 bis 2014 gab das griechische Militär offiziell 42,7 Mrd. Euro für Rüstung aus. Rückgrat der griechischen Marine sind U-Boote. Zwölf U-Boote wurden von ThyssenKrupp Marine Systems geliefert. Allein die U-Boote Typ 214 und die Modernisierung anderer U-Boote kosteten 2,8 Milliarden Euro. Vermittelt wurden die U-Boot-Geschäfte durch die Firmen Ferrostahl und MFI. An beiden Firmen war ThyssenKrupp beteiligt.
Ferrostahls maßgeschneiderte Lösungen
Merkwürdig an dem U-Boot-Geschäft war, dass sich der damalige griechische Verteidigungsminister Tsochatzopoulos für die ThyssenKrupp-U-Boote aussprach, obwohl französische U-Boote viel weniger gekostet hätten. Um die U-Boot-Geschäfte einzufädeln, hatte Ferrostahl 2000 und 2003 mit 62 Millionen Euro „Entscheidungsträger“ in Griechenland und Portugal bestochen. Auch Tsochatzopoulos soll vom Essener Unternehmen, das „maßgeschneiderte Lösungen zur Projektfinanzierung“ anbot, bestochen worden sein.
Schuldenkarussell
Haben wir das richtig verstanden? Deutsche Firmen wie Ferrostahl bestachen griechische Regierungsvertreter, um dort Investitionen einzuleiten, die niemand brauchte, aber Griechenland verschuldet haben. Als die Verschuldung hoch genug war, zwang Deutschland Griechenland zur Privatisierung des Staatseigentums, das deutsche Firmen billig kauften.
Das Schuldenkarussell ist für die Kapitaleigner ein profitables Geschäft: 77 % aller Gelder wurden aufgewandt, „um Banken und andere Finanzakteure und vor allem deren Eigentümer vor den Folgen der von ihnen verursachten Finanzkrise zu retten“ (Netzwerk Attac). Unsere KollegInnen in Griechenland bezahlen das mit 30-40% Lohnkürzungen, Massenarbeitslosigkeit, Streichung der Sozialleistungen und Privatisierung öffentlichen Eigentums.
veröffentlicht in WAS TUN bei ThyssenKrupp Steel, 08.10.2015
riruhr.de/Dokumente/WT_08102015.pdf