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Essener LINKE nennt Designhauptstadt „Träumerei und Hirngespinst“

Von DIE LINKE. Essen

Als „typisches Essener Hirngespinst, geboren aus einer Verbindung von Provinzialismus und Selbstüberschätzung“ hat der Sprecher der Essener Linkspartei, Michael Steinmann, die Pläne für eine Bewerbung Essens um den Titel „Designhauptstadt“ bezeichnet.

„Wenn eine Stadt das genaue Gegenteil einer Designstadt ist, dann Essen!“ so Steinmann weiter. Es reiche für einen solchen Titel nicht aus, dass man ein paar Studien- und Arbeitsplätze in dem Bereich vorweisen könne, man müsse „Design leben“.

Steinmann, der selbst Designer ist, verweist auf die Tatsache, dass nahezu nirgendwo im öffentlichen Raum Essens auch „nur ein einziges Gebäude, ein einziger Platz oder eine einzige Skulptur zu finden“ sei, die einem „auch nur rudimentären Designverständnis“ genüge. Ansonsten könne er in Abwandlung eines Satzes von George Bernard Shaw nur sagen: „Ich bin bekannt für meine Ironie, aber darauf, Essen als Designhauptstadt zu bezeichnen, wäre selbst ich nicht gekommen.“

In Essen regiere die nackte Ideenlosigkeit. Plätze wie der Berliner Platz, der Willy-Brandt-Platz oder der Gildehofplatz, die nach Skulpturen, Brunnen oder sonst einer Idee geradezu schrieen, böten nichts als „gähnende Langeweile und Ödnis.“ Auch die letzten Neubauprojekte, ob der „Kuhfladen“ (das Einkaufszentrum Limbecker Platz), ob das ehemalige Karstadt-Gelände am Rüttenscheider Stern oder das neue Univiertel, zeichneten sich durch Hässlichkeit oder Langeweile aus. 

„Wenn man selber keine Ideen hat“, ergänzt Sonja Neuhaus, ebenfalls Sprecherin der Linken, „warum fährt man nicht einmal ins Ausland, nach Barcelona, Paris, London oder wenigstens nach Oostende in Belgien, da kann man genügend Ideen abkupfern.“

Stattdessen greife man immerzu „nach irgendwelchen Titeln oder Etiketten wie Essen.2030, Kulturhauptstadt oder Grüne Hauptstadt“, in der Hoffnung, damit das Image zu heben oder möglicherweise irgendwelche öffentlichen Zuschüsse zu ergattern. Es brächte der Stadt mehr für ihr Design- und das sonstige Image, wenn sie beispielsweise die Bärendelle den jungen Künstlern überlassen würde, anstatt solche Initiativen mit Polizeigewalt zu unterdrücken.

Nach Auffassung der Essener Linkspartei solle die Stadt erst einmal ein paar Ideen entwickeln, wie man Essen zu einer echten Großstadt entwickele, wie man mit Industriebrachen, Leerstand und dem Niedergang einer ganzen Region umgehe, bevor man „irgendwelchen Designstadt-Träumereien“ nachhänge.