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DIE LINKE nimmt Abschied von Manfred „Chapel“ Kapluck

Von DIE LINKE. Essen

Mit einer bewegenden Gedenkfeier nahm DIE LINKE. Essen am Sonntag Abschied von Manfred Kapluck, der eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten in ihren Reihen war. MdB Wolfgang Gehrke und die Schriftstellerin Erika Runge („Bottroper Protokolle“) hatten es sich nicht nehmen lassen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

 Wie erst im März bekannt wurde, verstarb der ehemalige hohe FDJ- und KPD-Funktionär bereits im Dezember letzten Jahres mit 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Er lebte in Essen-Eiberg und zählte zum Kreisverband Bottrop der Linkspartei.

 „Mit ihm verlieren wir eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte und der politischen Linken in Deutschland“, so Michael Steinmann, Sprecher des Essener Kreisverbandes. „Er war gewitzt, schlagfertig und klug. Niemand verstand sich so auf Öffentlichkeitsarbeit wie er. Unvergessen sein Coup, als er 1973, als auf dem Höhepunkt der Ölkrise das Autofahren verboten war, einen Autokorso der DKP ankündigte und die Partei so in die Schlagzeilen des ganzen Landes brachte.“

Der Essener Journalist und Politiker war Mitbegründer der FDJ und Mitglied der KPD bis zum Verbot 1956 und arbeitete danach in der Illegalität. In dieser Zeit bekam er den Decknamen „Chapel“, auf Ruhrisch „Scheppel“, den er als Spitznamen auch danach beibehielt.

1961 war er Mitbegründer der Deutschen Friedensunion, arbeitete später für den „Studenten-Kurier“ und anschließend für das APO-Organ „Konkret“. Er war einer der Verhandlungsführer mit dem Innenministerium um die Wiederzulassung einer kommunistischen Partei, später Vorsitzender des Bezirks Ruhr-Westfalen und Präsidiumsmitglied der DKP. Nach 1990 arbeitete er für die Marx-Engels-Stiftung Wuppertal, dann jedoch verließ die DKP und entschied sich für DIE LINKE.

Günter Blocks, Sprecher der Bottroper Linken, ergänzt: „’Chapel' war für uns ein gefragter Gesprächspartner, vor allem, wenn es um die Nachkriegs-Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung ging, ein guter Zuhörer und ein faszinierender Redner, vor allem aber auch ein freundschaftlich verbundener Mitstreiter."