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Der Völkermord an den Armeniern, Prof. Lisa M. Stybor: Vernissage, Di., 28. 04.2015

Das Schicksal des armenischen Volkes


Evangelische Stadtakademie Bochum, Westring 26 c

 

VERNISSAGE

 

Prof. Lisa M. Stybor, Berlin

 

„Trail of Tears – Weg der Tränen“ 1915


Der Genozid an den Armeniern

Orte – Zeichnungen – Schicksale

 

Die Künstlerin Lisa M. Stybor hat sich auf die Spuren der armenischen Todesmärsche vor 100 Jahren begeben und regt nun mit ihren Werken die armenischen Nachkommen heute an, zu reden – das Schweigen zu brechen.
An diesem Abend soll das Experiment gewagt werden, angeregt durch die Bilder von Lisa M. Stybor den eigenen Erinnerungen und den Geschichten der Familien zu folgen.

„Das Furchtbarste so sagen, dass es nicht mehr furchtbar ist, dass es Hoffnung gibt, weil es gesagt ist.“ Elias Canetti

 

KEMAH

„Am Bahnhof angelangt erfuhr ich, dass erst am Abend ein Zug nach Kemah fahren sollte. Ein sehr freundlicher Bahnbeamter brachte mich mit seinem Auto zur nächsten Bushaltestelle, aber der Bus war wohl gerade weg. Kurze Zeit später hielt ein Taxi, das mich nach Kemah brachte. Der Taxifahrer sprach kein Englisch oder eine andere Sprache, die ich verstehe. So fuhren wir an diesem strahlenden Morgen schweigend ca. fünfzig Kilometer entlang des Euphrats, auf einer menschen- und autoleeren Straße, durch eine idyllische Landschaft. – Hier auf dieser Straße mussten vor hundert Jahren die Deportierten gegangen sein. Plötzlich sah ich durch das Schweigen hindurch diese Menschen, zerlumpt und krank, mühsam sich weiter schleppend oder niederstürzend, hörte ihre Schreie und ihr Stöhnen. Und sie hörten nicht auf. Sie begleiteten mich die ganze Zeit, bis wir nach etwa einer dreiviertel Stunde in Kemah ankamen.“


Lisa M. Stybor

Lisa Maria Stybor ist seit 1993 Professorin an der FH Anhalt in Dessau. Sie studierte Malerei und Plastik in Aachen und Oklahoma,
1988 T. G. Mays Purchase Award, 1989 Preis für junge Künstler der neuen Darmstädter Sezession, 1990 Preis zur Förderung von jungen Künstlern der Stadt Aachen.

 

Wir zeigen die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Stadtakademie bis zum 25. Juni 2015.

 

Der Eintritt ist frei.

 

 

Evangelische Stadtakademie Bochum

Armenisch-Akademischer Verein 1860 e.V.