Der Totengräber von ThyssenKrupp
von REVOLUTIONÄRE INITIATIVE Ruhrgebiet
Was tun bei ThyssenKrupp Steel
Hiesingers Bilanzpressekonferenz ist ausführlich in der Wirtschaftspresse analysiert worden.
Auch jeder Arbeiter und jede Angestellte muss sich die Lage des Kon-zerns und besonders von TK Steel durch den Kopf gehen lassen. Wie steht es um TK? Was kommt auf uns zu? Was passiert mit unseren Arbeitsplätzen?
1. In keiner Sparte gehört TK zu den Marktführern. Mit anderen Worten: TK ist nirgendwo richtig konkurrenzfähig.
2. Gewinnvorgabe 15%!
Mit den Aktionären im Nacken verkündet Hiesin-ger das Ziel von 15 % Pro-fit. Die beste Sparte Aufzü-ge macht mit 10,5% ein Drittel weniger. Industrial Solutions macht 6,7% Gewinn, liegt weit unter 15%. Bei Komponenten (Autos) beträgt die Gewinnrate 4,3%. TK Steel macht nur 2,4% Gewinn! Eine Sparte, die in den nächsten Jahren keine 15% Gewinn erreicht, wird umstrukturiert, verkauft oder zerschlagen!
3. Abstiegskandidat Nr 1: ThyssenKrupp Steel.
Bei TK Steel ist lt. Hiesinger kein „Rückenwind von der Konjunktur zu erwarten“ (AW 20.11.14). Mit anderen Worten: Da Steel auch in Jahren keine 15% Gewinn erreichen wird, wird Stahl als erste Sparte aus dem Konzern ausgesondert. Für Hiesinger ist ThyssenKrupp „kein Stahlkonzern mehr“.
4. Fusion mit Stahlriesen
Wie will Hiesinger den Stahlbereich abwickeln? Für ihn ergibt sich „die Notwendigkeit (...), dass sich Unternehmen zusammentun“. Er „rechnet mit Zusammenschlüssen europäischer Stahlhersteller“ (WSJ 20.11.14).
Für die Fusion muss die Braut TKS verkaufsfertig gemacht werden. Die ers-ten Anlagen in KW 1 und WBW 1 werden geschlossen bzw. abgesenkt. Nach bic-reloaded zieht Hiesinger das nächste drastische Sparprogramm aus der Schublade.
4. Auf dem Weg zum „Technologiekonzern“?
Hiesinger: „Was macht uns wirklich aus? Die Antwort lautete: Das herausragende Wissen unserer Techniker und Ingenieure“ (SZ 22./23.11.). Nur in den High-Tech-Bereichen glaubt Hiesinger, 15% Profit zu erreichen. Aber er braucht Geld, um einzelne Sparten durch Zukäufe konkurrenzfähiger zu machen. Dafür soll der Marine-Schiffbau verkauft werden. Hallo? TK wird zum HighTech-Konzern, indem die Spitzentechnologien verscherbelt werden?
In die Unternehmensgeschichte von ThyssenKrupp wird Hiesinger als Totengräber eingehen!
Warme Worte von Willy Segerath auf der Kundgebung letzten Mittwoch. Oder wirkliche Kampfmaßnahmen wie bei AST in Terni?
AST in Terni: 34 Tage Streik ohne Lohn! „Italienisch“ für Anfänger
34 Tage streikten unsere KollegInnen bei AST in Terni gegen den Abbau von 550 der 2600 Arbeitsplätzen. Nach einem Protest vor der Deutschen Botschaft wurden sie auf dem Weg zum Bahnhof Termini von der Polizei angegriffen. Nach der Vertagung eines Gespräches im Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung blockierten sie Mitte November eine Autobahn. Ihre Oktober-Löhne wurden erst Mitte November ausgezahlt. Hat TK Schwierigkeiten mit der Liquidität?
Beispielhafte Unternehmenskultur?
Seine und unsere Betriebsrente
Die Banken haben ThyssenKrupp eine Grenze im Verhältnis Eigenkapital : Schulden von 150 Prozent gesetzt.
Ende September betrug der Wert 109 % für TK, die niedrigste Eigenkapitalquote aller DAX-Konzerne. Als Ursache sieht Hiesinger nicht die 13 Mrd.€ Fehlinvestitionen in Amerika, sondern „die steigenden Pensions-verpflichtungen wegen des niedrigen Rechnungszinses. Das allein hat uns im vergangenen Geschäftsjahr mehr als eine halbe Milliarde Eigenkapital gekostet" (22./23.11. SZ).
Sind jetzt die Pensionäre an der katastrophalen Lage des Ko-zerns schuld und nicht die Kapitaleigner?
Die bisherigen Pensionsaufwendungen für Hiesinger betragen 14,568 Mio. Euro. Was wird sich der Vorstand zur Senkung unserer Betriebsrenten einfallen lassen?
Hiesinger kassiert ab: + 24 %
In der Wirtschaftspresse wird Hiesinger für den Wandel der Unternehmenskultur bei ThyssenKrupp gelobt.
Er hätte Hierarchien aufgebrochen...
Es gibt wohl kaum einen Vorstandsvorsitzenden, der durch seine Maßlosigkeit und Gier das Betriebsklima so vergiftet hat wie Hiesinger.
Jetzt biedert er sich bei den Ingenieuren und Technikern (siehe Zitat S. 1) an, um sie gegen andere Lohnabhängige auszuspielen. Das ist ein Schlag gegen alle Arbeiter und Nicht-AT-Angestellten, die jeden Tag ihr Bestes (ihre Arbeitskraft) für den Konzern gegeben und sogar ihre Gesundheit geopfert haben.
„Unternehmenskultur“ soll uns davon abhalten, unser gemeinsames Klasseninteresse gegen das Kapital zu vertreten.
ThyssenKrupp in der schlimmsten Krise seiner Geschichte. Der Konzern vor der Umstrukturierung oder Zerschlagung, TK-Steel vor der Ausgliederung oder dem Verkauf!
Auf der Kundgebung klagten die IG Metall und die Betriebsratsmehrheit Segerath-Back den TK-Vorstand an, unsere Mitbestimmungsrechte zu missachten.
„Mitbestimmung“, um dem Totengräber den Arbeitsvertrag zu verlängern?
Dem neusten Geschäftsbericht 2013/14 ThyssenKrupp entnehmen wir:
Das Vorstandsgehalt Herrn Hiesingers ist nach der sog. Zuflussbetrachtung gestiegen:
GJ 2012/13 GJ 2013/14
4,172 Mio. € 5,181 Mio. €
Das sind 24 % mehr!
Incl. Versorgungsaufwand kam Hiesinger im letzten Geschäftsjahr auf 6,711 Mio. Euro. Und solche Abzocker verlangen von uns Lohnverzicht!
Frage: Um wieviel % stieg die Vorstandsvergütung für den „IGM-Kollegen“ Oliver Burkhard?
Wurde nicht Hiesingers Vertrag vom ganzen Aufsichtsrat um 5 Jahre verlängert? Stimmten nicht die Aufsichtsräte der IGM mit Wilhelm Segerath (mit Liste 4 im Rücken) für den Totengräber des Konzerns? Nur die allerdümmsten Kälber, wählen ihre Schlächter selber!
Miteinander diskutieren, um gemeinsam zu handeln!
TK in der Existenzkrise, die Betriebsratsmehrheit auf Tauchstation, die Opposition zersplittert. Was tun?
Wir schlagen eine öffentliche Podiumsdiskussion der Oppositionellen zur Lage bei TK vor.
Diesen Vorschlag richten wir an:
Binali Demir (Liste 2); Markus Stockert; Yasar Firat; Fred Wans (Liste 5). Außerdem sollten der Wirtschaftsjournalist Winfried Wolf zur Lage auf dem Weltstahlmarkt und Peter Berens (Herausgeber was tun, Autor „Der Babcock-Bankrott“) vertreten sein. Ein ausführlicher Vorschlag wird den Betreffenden zugehen
best in class struggle reloaded
http://rir.blogsport.de/2013/07/06/was-tun-bei-thyssenkrupp
nao-prozess.de/nao-prozess-beteiligte/beobachterinnen/revolutionaere-initiative-ruhrgebiet
www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=42826&tx_ttnews[cat]=46&cHash=4ef0245142