Austritt aus der Partei: "DIE LINKE."
Von Ralph Geiling
Bereits im Jahre 2004 engagierte ich mich in der damaligen WASG (Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit), die zu dieser Zeit noch als Verein auftrat. Bereits zu dieser Zeit war ich einer der beiden Vorsitzenden im späteren KV-Gelsenkirchen, den ich mit begründete. Dies änderte sich auch bei der Gründung des Kreisverbandes am 25. Februar 2005, nun auf Ebene der Partei (aber immer noch WASG) erst einmal nicht.
Voller Enthusiasmus und Begeisterung, mit viel Engagement und Herzblut haben wir den KV in unserer Stadt bekannt gemacht und etabliert. Zur Bundestagswahl traten die damalige PDS und WASG gemeinsam an. Am 18. September 2005 dann die Bundestagswahlen. In Gelsenkirchen lautet das Ergebnis 6,8 % bei den Erststimmen und 7,9 % bei den Zweitstimmen. Vom Ergebnis her das Beste in ganz NRW!
Zur Landtagswahl 2005 kandidierte ich, damals noch für die WASG, im Wahlkreis 74 und erreichte ein Ergebnis von rd. 2,6 Prozent.
Im Mai 2007 war es dann soweit, die neue Partei "DIE LINKE" wurde geboren. Bei dieser Urabstimmung hatte ich bereits meine Bedenken ob diese Allianz der richtige Weg ist und habe dagegen gestimmt.
Zur Bundestagswahl 2009 wurde ich als Kandidat für Gelsenkirchen aufgestellt. Leider wurde es von unserem damaligen Wahlleiter innerhalb der Linken anscheinend versäumt mich richtig anzumelden. Zufall - Unvermögen - Dummheit oder auch einfach nur geschlafen, (wie man liest, bewegt man sich ja dabei in besten Kreisen) man wird es nie erfahren!
Bei der Landtagswahl 2010 errang DIE LINKE in Gelsenkirchen, einen weiteren Achtungserfolg. So holten wir im Wahlkreis 74 bei den Zweitstimmen 7,2 % und meine Person bei den Erststimmen 8,0 %.
Bis zum 31. August war ich als einer der beiden Vorsitzenden tätig, habe dann aber nicht mehr für diese Amt kandidiert. Weiterhin habe ich allerdings die Website des KV gepflegt und war als Pressesprecher tätig. Diese Ämter hielt ich bis September 2010 inne. Seit November 2009 bin ich Bezirksverordneter in Gelsenkirchen-Süd. Mein Mandat in GE-Süd werde ich aber weiterhin wahrnehmen - nur eben nicht mehr für DIE LINKE.
DIE LINKE sollte, zumindest in meinen Augen, anders sein als die anderen Parteien. Die von vielen Menschen mit der ursprünglichen Gründung der damaligen WASG ersehnten neuen Ideen zur Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit als auch neuer demokratische Spielregeln werden aber im Keim erstickt durch Ehrgeiz um Machtpositionen. "Ran an die Fleischtöpfe ist anscheinend das Motto!" - aber wo ist da der Unterschied zu den etablierten Parteien?
Als Mitbegründer des Kreisverbandes fällt mir der Austritt alles andere als leicht, aber die Erkenntnis, dass die Ideale im jetzigen Zustand der Partei und des Kreisverbandes anscheinend verraten, oder zumindest missachtet werden, lassen mir keinen anderen Ausweg. Was in den letzten Monaten und Wochen in der Partei und vor allem auch im Kreisverband vorgefallen ist, bringt das Fass endgültig zum Überlaufen. So sehe ich mittlerweile auch meinen guten Ruf durch gewisse Strömungen im KV gefährdet. Fakt ist, DIE LINKE in NRW als auch KV Gelsenkirchen spiegelt nicht mehr das wieder, wofür ich jahrelang eingetreten bin. Die jüngsten Ereignisse auf allen Ebenen bestärken mich heute in meinem Entschluss.