Aufstand des gewerkschaftlichen Gewissens
von Wolfgang Baur
Debatte in der IG Metall entbrannt - GewerkschafterInnen akzeptieren Schließung von Opel Bochum nicht
Es mag überraschen: Vier Wochen vor der geplanten Werksschließung erhalten die Bochumer Opelaner noch einmal kräftige Unterstützung aus dem Werk eines scharfen Konkurrenten in Süddeutschland:
Im Sindelfinger Daimler Werk initiierten Kolleginnen und Kollegen einen „Aufstand des gewerkschaftlichen Gewissens“, der in der Region Stuttgart in weiteren Werken sofort aufgegriffen wurde.
„Wir eröffnen eine Website zu unserem Anliegen und sammeln Unterschriften unter unseren Aufruf als Petition an den IGM-Vorstand, weil wir ein Zeichen der Solidarität und des gewerkschaftlichen Gewissens setzen wollen,“ so Wolfgang Baur, Kontaktmann der InitiatorInnen.
www.gewerkschaftsgewissen.info
„Mit Opel Bochum steht die erste Werksschließung eines Automobilwerkes in der deutschen Nachkriegsgeschichte ins Haus“, heißt es dort. „Die Schließung des Opel-Werkes in Bochum – ein brutaler Akt von GM“, finden die Gewerkschafter.
Aber sie sind auch empört über die Haltung der Verantwortlichen in ihrer Gewerkschaft: „Mit Opel Bochum wird nunmehr nach Nokia das zweite Werk in Bochum von führender Gewerkschaftsseite kampflos preisgegeben. Und das trotz großer Kampfbereitschaft und kämpferischer Initiativen der Belegschaft, der ganzen Region und bundesweitem Solidaritätspotenzial – und obwohl Pläne zum rigorosen Belegschaftsabbau in den Schubladen sämtlicher namhafter Konzerne liegen. (…) Die bundesweit für ihren Mut, Kampfgeist und Einfallsreichtum bekannte Belegschaft wurde zuerst mit wortradikalen Reden ruhig gestellt und vertröstet und dann schlicht im Stich gelassen.“
Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter fordern in ihrer Petition eine Korrektur und gründliche Debatte der Thematik auf dem IGM Gewerkschaftstag 2015.
Ansprechpartner:
Wolfgang Baur
Mobil:0173/9555817
wbaurstgt@t-online.de