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Verlegung von Stolpersteinen in Bünde

Von Initiative 9. November Bünde

Die Initiative 9. November freut sich, dass Gunter Demnig am 10. Oktober zum achten mal nach Bünde kommt, um das Stolpersteinprojekt in unserer Stadt abzuschließen. Insgesamt sind es 60 Stolpersteine, die den ermordeten Juden und ihren entrechteten Verwandten gedenken. Sie sind 10 x 10 cm groß, aus Beton gegossen, mit einer Messingtafel versehen und werden vor der früheren Wohnung des Opfers oder einem späteren Neubau bündig eingelassen. Jeder ist ein handgefertigtes Unikat mit eingravierten Einzelheiten über das Schicksal des früheren Bewohners.
Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat dieses Projekt 1995 initiiert und konzipiert. Er erklärt seine Motivation so: „Das Grauen hat hier in den Städten, bei der Abholung aus den Wohnungen, begonnen“. Stein für Stein kommt er seinem Ziel näher. „Ich will ein dezentrales Mahnmal schaffen, eine begehbare Skulptur über ganz Europa.“
Die Anregung, diese Form des Gedenkens in Bünde zu nehmen, kam schon 2003 von Frau Anna Maria Hof, einer Unterstützerin der Netzwerkgruppe am Gymnasium am Markt. Die Schüler und Schülerinnen konnten sich schnell für diese Form des individuellen Gedenkens begeistern. Besonders am Anfang war der Weg wirklich ein etwas stolpriges Unternehmen, denn Bünde war im Jahr 2003 die erste Stadt in Ostwestfalen-Lippe, in der Stolpersteine verlegt wurden. Bei einigen Bürgern und Bürgerinnen fand die Idee wenig Anklang. Bald fanden sich jedoch unter den Bürgern genügend Sponsoren zusammen, die bereit waren, die Stolpersteine zu finanzieren. Die Spenden kamen immer von Privatpersonen.
Inzwischen wird Gunter Demnigs Arbeit als wachsendes Kunstwerk international anerkannt.
Mit Recht, denn es ist kein rückwärtsgewandtes Ritual, erinnern die Stolpersteine doch an die Menschen, die durch politische Barbarei aus dem Leben gerissen wurden, während viele zuschauten. Aus diesem Wissen heraus werden Menschen zu Zivilcourage ermutigt, wodurch sie eine humanere Zukunft gestalten können. Heute ist es nötiger denn je, Hass und jede Form des Rassismus zu überwinden.
Zeitplan für den Nachmittag des 10.10.
Am 10.10. wird er um 14.00 Uhr an der Lena Strasse 10 in Werfen für Franziska Spiegel, ihren Ehemann Gottfried Spiegel und ihren Sohn Rolf Stolpersteine verlegen, dann um ca. 14.45 an der Winkelstrasse 14 für Johanna Sassen, Herta Simon und Else Burchard, um ca. 15.15 an der Hindenburgstrasse 32 werden für Berta Blumenau, Helene Lebenstein und Johanne Samson Stolpersteine verlegt, um ca. 15.40 in der Eschstrasse 40 für Rudolf Blumenau. Dann geht es weiter um ca. 15.45 an Auf’m Tie 3 für Mathilde und Ernst Friedlich. Schließlich wird ein Stolperstein um ca. 16.05 an der Bahnhofstr.13 für Fritz Münchhausen verlegt.
Von 16.30 bis 17.30 findet eine Begegnung mit dem Künstler in der Aula des Gymnasiums am Markt. Gunter Demnig wird dort sein Projekt erläutern und Fragen beantworten.