Mitgliederwerbung Fehlanzeige
von Günter Kleinpenning
Politischer Kommentar zur Mitgliedersituation der Linke im Kreis Lippe
Hat die Linkspartei auf Kreisebene in Lippe im Kommunalwahlkampf 2009 noch auf eine stetige Erhöhung der Mitgliederzahlen gesetzt, so gibt sich der "reaktivierte" Kreisvorsitzende Herr Detering mittlerweile mit einer Stagnation zufrieden. (Nachzulesen in der Lippischen Landes-Zeitung vom 03.01.2011).
Angesichts bundesweit sinkender Mitgliederzahlen (ca. 2.500 in 2010), welches wohl auch im Zusammenhang mit der Alterstruktur in den neuen Bundesländern zusammenhängt, wird in Lippe der Erhalt des Status Quo schon als Erfolg gefeiert!
Das klare Bekenntnis der Bundesvorsitzenden der Linken zum Kommunismus wird weder hilfreiche sein diese mittlerweile zerrissene Partei zu einen, noch neue Mitglieder zu gewinnen. Spielt die Kommunismusdebatte auf Kreisebene in Lippe eher eine untergeordnete Rolle, auch auf dieser Ebene soll es bekennende Kommunismusanhänger geben, so hat der Aderlass bei den Mitgliederzahlen meines Erachtens hier andere Ursachen.
Zum einen scheint es eine an Talentfreiheit grenzende Mutlosigkeit zu sein die Partei in Lippe breiter aufzustellen, denn die fehlende Organisation zur Gründung neuer Stadtverbände hinterlässt seit Jahren die immer noch gleichen "weißen Flecken" in der politischen lippischen Landkarte dieser Partei.
Zum anderen scheint diese Kreispartei eine Führungsschwäche zu haben. Wie sonst ist es zu erklären, daß man einen ehemaligen Kreisvorsitzenden "aus der Mottenkiste" geholt hat, der bis eine Woche vor der letzten Kommunalwahl als Spitzenkandidat der Linken für den Kreis Lippe zur Verfügung stand, obwohl er als städtischer Verwaltungsangestellter eigentlich nicht wählbar war (außer er hätte seinen Job gekündigt).
Und dann gibt es noch die, die als Kreistagsmitglied ein Mandat haben und sich entgegen der eigenen Parteirichtlinie in ein Vorstandsamt wählen lassen. Mann trifft somit in den Führungsriegen dieser Partei immer auf die gleichen Gesichter, so daß der Anschein entstehen könnte man wolle "unter sich" bleiben und zu viele Mitglieder könnten da hinderlich sein.
Die, die den Absprung (siehe Detmold und Bad Salzuflen) dann wirklich geschafft haben, hatten wohl nie beabsichtigt dieser Partei Schaden zuzufügen. Vielmehr haben diese "Realpolitiker" dadurch Schaden von sich selbst abgewendet.