VS auflösen - Rassismus bekämpfen!
von Horst Hilse - Soko-Köln
Am 10 November demonstrierte ein Bündnis für die Auflösung des Verfassungsschutzes in Köln Chorweiler zur Bundeszentrale dieses Inland - Geheimdienstes.
Zahlreiche Organisationen hatten den Aufruf unterschrieben, aber die Mobilisierung war sehr mangelhaft, so dass nur etwa 1000 bis 2000 Personen zusammen kamen.
Türkische Organisationen und 'anarchisierende' Jugendblöcke dominierten die Demo eindeutig.
Die übrigen Organisationen hatten sich auf die Entsendung kleiner und kleinster Abordnungen beschränkt. Immerhin sah man hier und dort einige Gewerkschaftskollegen, einige versprengte Falken, attacis und Linksparteiler.
Obwohl auf dem vortägigen 'Arsch-huh' zur Unterstützung der Demo aufgerufen wurde, obwohl 30 000 Flugblätter verteilt worden waren, obwohl der Aufruf im Vorfeld breit unterstützt wurde, war die Teilnahme enttäuschend.
Wahrscheinlich führten mehrere Gründe zu diesem Ergebnis. Einige Überlegungen mögen zur Bilanzierung beitragen:
Das Werbematerial litt an unerkennbarer Symbolik und Textüberlänge. Bei der Verteilaktion am Vortag bei "Arsch-huh" beispielsweise war den meisten der Text zu unleserlich und das Material wurde weggeworfen. In Deutschland hat man zudem nur wenig Courage, sich gegen Einrichtungen des Staates zu positionieren.
Das Wetter war regnerisch und gegen Ende der Demo setzte dann auch massiver Regen ein, zeitlich überfrachtet war auch die Auftaktkundgebung mit nicht enden wollenden Beiträgen, so daß einige bereits vor der Demo gingen.
Es gibt in der derzeit agierenden Linken ein sehr verbreitetes Maulheldentum, gepaart mit 'Schreibstubenmief', so daß sich Inhalte bei konkreten Aktionen vor Ort nicht umsetzen. Insofern gleicht die linke Szene hierin sehr stark dem durchschnittlichen Gewerkschaftertum in 'Germoney'.
In Köln, - aber nicht nur dort, - besteht im linkem Milieu eine Unfähigkeit zur Koordination und Zusammenarbeit, so dass die bestehenden Kleingruppen immer am Rande ihrer Kapazitäten agieren oder mit 40 Grad Fieber unterwegs sind.So setzt dann jeder Club seine eigene Priorität ohne weitere Koordination.
Zu fragen wäre auch nach der Sorgfalt, die bei der Ausarbeitung von Kampagnenplänen waltet und ob man sich dabei auf mehr als das eigene Milieu bezieht.
Vieles mag bei diesem enttäuschenden Ergebnis beigetragen haben und es gilt für uns, daraus Schlüsse zu ziehen und zu lernen.