Veranstaltung: Polizeigewalt in Köln 24. April 2013
von Kölner Netzwerk „Kein Mensch ist illegal“
Veranstaltung: Polizeigewalt in Köln 24. April 2013, 20 Uhr, ab 19.00 Uhr Konzert von „La Papa verde“ im Kirchhof Lutherkirche (Martin-Luther-Platz, Südstadt)
Am 10. März 2013 überfielen Kölner Polizisten Flüchtlinge und UnterstützerInnen der „Refugee Revolution Bus-Tour“ in der Ehrenfelder Geisselstraße. Die AktivistInnen hatten ihren Besuch des Flüchtlingsheimes in der Nr. 19 angekündigt, verteilten dort Flugblätter und luden die Bewohner-innen zu ihrer für den selben Tag geplanten Kundgebung in Köln ein.
Die Beamten setzten Pfefferspray ein, verprügelten einzelne AktivistInnen und sparten dabei nicht mit rassistischen Beleidigungen. Im Polizeigewahrsam gingen die Übergriffe auf Festgenommene weiter. Offensichtlich hat die Kölner Polizei aus den Erfahrungen der vergangenen Jahren nichts gelernt. Nachdem am 19. Januar 2001 in einem deutsch-iranischen Geschäft in der Kölner Probsteigasse eine Bombe explodiert war und eine junge Frau schwer verletzt wurde, hatten die Behörden von vornherein einen rassistischen Hintergrund ausgeschlossen. Auch nach dem Bombenanschlag vom 9. Juni 2004 in der Keupstraße, bei dem 22 Menschen teils schwer verletzt wurden, ermittelte die Kölner Kripo nicht in der Naziszene, im Gegenteil.
Die Opfer und deren Angehörige gerieten unter Generalverdacht. Sie wurden jahrelang schikaniert, mussten nächtliche Hausdurchsuchungen, demütigende Verhöre und massive Anschuldigungen über sich ergehen lassen. Dass es sich tatsächlich um rassistische Mordanschläge der Nazi-Terror-Bande „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ handelte, kam erst durch deren menschenverachtendes Propaganda-Video ans Licht. Diese Vorfälle verbindet eines: Bei Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln durchziehen ganz offensichtlich rassistische Einstellungen und Vorurteile die Ermittlungen. Gewalttätiges Handeln von Beamten wird verharmlost, gedeckt, Übergriffe werden nicht geahndet. Es wird Zeit, dass die Opfer von polizeilicher Gewalt in Köln öffentlich Gehör finden. Bei der Veranstaltung kommen deshalb Betroffene und Anwälte zu Wort.
Gäste: AktivistInnen der „Refugees‘ Revolution Bus-Tour“, BewohnerInnen aus der Keupstraße und Rechtsanwalt Christian Kemperdick.
Inzwischen ruft Pro Köln zu einer Kundgebung vor der Lutherkirche auf. Die von ihnen zu erwartende rechtsextreme und rassistische Hetze wird uns nicht davon abhalten, unsere Veranstaltung „Polizeigewalt in Köln“ durchzuführen.
Ab 19.00 Uhr laden wir deshalb zu einem Konzert mit „La Papa verde“ in den Kirchhof der Lutherkirche (Martin-Luther-Platz, Südstadt).
Veranstalter: Kölner Netzwerk „Kein Mensch ist illegal“ und FreundInnen. Weitere Informationen
www5.kmii-koeln.de und unter 01799139535