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Soldatengottesdienst 2013 im Hohen Dom zu Köln

von Hans-Peter Keul

In perverser Weise betonte Kardinal Meisner die Friedensmission des Militärs: 

Soldaten aus aller Welt sind im Kölner Dom zum Internationalen Soldatengottesdienst zusammengekommen. Bei der Predigt betonte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner den Friedensauftrag der Streitkräfte.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat den Friedensauftrag der Bundeswehr hervorgehoben. Der Zwecks ihres Einsatzes sei die "Festigung des Friedens", nur das legitimiere den militärischen Dienst, sagte der Erzbischof am Donnerstag in einem internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom laut Predigttext.
Nur wo Soldaten den Menschenrechten zur Geltung verhelfen würden und den Terrorismus abwehrten, wirkten sie in Wort und Tat für den Frieden.

Allerdings sei es allen Menschen aufgetragen, als Friedensstifter das Miteinander in ihren Gemeinschaften und Nationen zu prägen, erklärte Meisner weiter. Besonders gelte der Aufruf aber den Christen. Von ihnen müssten Politiker lernen können, wie man Frieden in die Welt bringe. "Frieden stiften heißt ja nicht nur Streit vermeiden, sondern aktiver Einsatz für den Frieden", sagte Meisner.
Wie das möglich sei, hätten Menschen wie die Märtyrer im Hitlerregime, etwa Maximilian Kolbe oder Nikolaus Groß, überzeugend vorgelebt.

Während die 1000 abkommandierten Soldaten im hohen Dom zu Köln ihre wutkriegerweihe entgegennahmen, führte ein Bündnis aus Pax Christi, Friedensforum Köln, Bundeswehr weggetreten und den Freidenkern eine entsprechende Gegenkundgebung aus ca. 50 bis 70 Personen durch.

Hierbei wurde neben vielen Schildern und Transparenten mit den Texten "Für den Schutz des geborenen Lebens" oder das Meisner-Zitat aus dem Jahre 1996 "in betenden Händen ist die Waffe des Soldaten vor Mißbrauch geschützt" und einem berühmten Brecht-Zitat eine Veranstaltung aus bekleideten Nonnen mit Pappgewehren und einem Soldatensarg mit der Bundeswehrflagge
auf der Domplatt im Gleichschritt umher getragen. Als Meisner in den Dom einzog wurde er mit lauten Trillerpfeiffen und Buhrufen begleitet. Parolen wie "Soldaten sind Mörder" - "Raus aus Afghanistan" - begleiteten den Einzug des Kardinals in den Dom.

Im Gegensatz zu vergangenen Jahren, kam es zu keinen Zwischenfällen durch polizeiliche Übergriffe. Die Aktion war für das Friedensforum Köln - trotz der geringen Beteiligung - ein voller Erfolg.