NICHTS hören NICHTS sehen NICHTS sagen
von Griechenland Solidarität - Komitee Köln (GSKK)
Deutsche Wehrmachtsverbrechen in Griechenland 1941 - 1944
Solidaritätsveranstaltung mit Unterstützung der Initiativgruppe Griechische Kultur e.V.
26. März 2013 DGB-Haus (großer Saal)
Beginn 19.00 Uhr – 22.00 Uhr
Das Griechenland-Solidaritätskomitee Köln lädt ein zu einer Veranstaltung über die Ver- brechen der deutschen Wehrmacht in Griechenland. Die Politik der deutschen Regierung insbesondere seit 2010 hat die Beziehung zwischen Griechenland und Deutschland stark belastet. Viele Reaktionen von griechischer Seite lassen sich nicht alleine mit dem Titel- bild des „Focus“, der die Liebesgöttin Aphrodite mit einem Stinkefinger zeigte, erklären.
Zu tief sind die Demütigungen deutscher und europäischer „Rettungsschirme“, die große Teile der griechischen Bevölkerung verarmen lassen und der Jugend jegliche Zukunfts- aussicht nehmen. Auch die Erinnerung an die deutsche Besatzungszeit ist bei vielen Griechen aktuell wieder präsent. Dass dies möglich ist, liegt auch an der Weigerung Deutschlands, Verhandlungen über ausstehende Reparationszahlungen aufzunehmen und Entschädigungen an die Überlebenden der deutschen Gewaltherrschaft zu zahlen.
So fand am 10. Juni 1944 in dem griechischen Ort Distomo eines der schrecklichsten Massaker statt. 218 Einwohner wurden auf grausamste Weise ermordet. Alljährlich gedenken die Menschen in Distomo am 10. Juni der Opfer dieses Tages. Ebenso in anderen Orten in Griechenland, die Schauplatz von sogenannten Sühnemaßnahmen der deutschen Besatzungsmacht geworden waren: Kommeno, Lingiades Moussiotitsa, Chortiadis, Kalavrita, müssen hier genannt werden.
Aber auch Kaissariani, ein Stadtteil von Athen, wo Hunderte politischer Häftlinge hinge- richtet wurden sowie die Insel Kephalonia im ionischen Meer. Auf der nach der Kapitu- lation Italiens vor den Alliierten Anfang September 1943 und Übernahme der Insel durch die Wehrmacht, 4000 (manche Zahlen sprechen von 5300) italienischen Kriegsgefang- enen ermordet worden waren.
1953 hatte sich Griechenland auf der Schuldenkonferenz in London bei der Frage der Reparationszahlungen Deutschland gegenüber als sehr großzügig erwiesen und dadurch zu dem sogenannten „Wirtschaftswunder“ beigetragen. Es muss deshalb nicht verwun- dern, wenn der Vorsitzende der heutigen griechischen Linken Alexis Tsipras, eine euro- päische Schuldenkonferenz nach dem Vorbild des Londoner Schuldenabkommens von 1953 fordert.
"Es ist höchste Zeit für eine globale, solidarische und dauerhafte Lösung für das Schuldenproblem“, schreibt er in 'Le Monde Diplomatique'.
Ebenso der griechische Abgeordnete und Gewerkschaftler der SYRIZA Jannis Stathas aus Distomo, der im Februar eine Anfrage des zukünftigen Umgangs der griechischen Regierung, bezüglich der ausstehenden Entschädigungen an die Martyrerorte einreichte. Mehrmals waren die Überlebenden der Massaker in den vergangenen 68 Jahren zum Spielball der griechischen und deutschen Regierungen geworden. Die Opferverbände der einzelnen Gemeinden in Griechenland erhoffen sich von zukünftigen griechischen Regierungen, die bisher versagt gebliebene Unterstützung bei ihrem langen Kampf um Entschädigung durch das wiedervereinigte Deutschland.
Die Journalistin Natalia Sakkatou und Jürgen Rompf von der ΠΟΠ Initiativgruppe Griechische Kultur e.V.* werden über die Ereignisse und die verweigerte deutsche Vergangenheitsbewältigung berichten.
* www.pop-griechische-kultur.de