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Kein Fussbreit den Faschisten bei der Einweihung des Denkmals für Deserteure in Köln am 1.9.09

Genau 70 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wird am 1.9.2009 um 18 Uhr das Deserteur-Denkmal am Appellhofplatz in Köln, unmittelbar gegenüber dem Zeughaus und zwischen EL-DE-Haus und Verwaltungsgericht eingeweiht werden.

Die faschistischen Kameradschaften haben bei der Kölner Polizei in unmittelbarer Nähe des Denkmals zu gleicher Zeit eine Gegenkundgebung angemeldet. Trotz Verbot durch die Kölner Polizei planen sie kurzfristig eine Aufhebung des Verbots zu erwirken. Es muss also damit gerechnet werden, dass es eine faschistische Gegenkundgebung gegen die Einweihungsfeier geben wird.

Bitte kommt massenhaft zur Einweihung des Denkmals und zeigt den Nazis, dass sie in dieser Stadt unerwünscht sind….


Ein Denkmal für Deserteure - Einweihung am Antikriegstag 2009

Köln . Der Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkrieges jährt sich am 1. September 2009 zum siebzigsten Mal. Nach deren Kapitulation am 8. Mai 1945 und dem damit verbundenen Ende der NS-Herrschaft wurden rund 50 Millionen Tote in Europa gezählt. Die Stadt Köln nimmt den Jahrestag zum Anlass, den Männern und Frauen ein Denkmal zu widmen, die sich diesem verbrecherischen und rassistischen Angriffskrieg verweigert und widersetzt haben.

Als Deserteure, «Wehrkraftzersetzer», Kriegsdienstverweigerer oder «Kriegsverräter» in der Wehrmacht oder als zivile Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner scherten sie aus Front und Heimatfront aus. Ihren Mut mussten sie oft mit dem Leben bezahlen. Allein 30 000 Soldaten und Zivilisten wurden von der NS-Militärjustiz zum Tode verurteilt, 20 000 davon hingerichtet.

Das Denkmal hat der in der Schweiz und Frankreich lebende Künstler Ruedi Baur in Zusammenarbeit mit Denis Coueignoux und Karim Sabano geschaffen. Das Denkmal hat seine Entstehung nicht nur einer großen Zustimmung im Rat der Stadt Köln und einer breiten Unterstützung innerhalb der städtischen Verwaltung, sondern auch einem vielfältigen bürgerschaftlichen Engagement zu verdanken.

Angeregt durch die Gedenkveranstaltung zum 27. Januar 2006, in deren Zentrum die Opfergruppe der Deserteure stand, wurde das Projekt seitdem von einer Gruppe ehrenamtlich aktiver Bürgerinnen und Bürger betrieben. Sie recherchierten nach Kölner Beispielen, organisierten Veranstaltungen und veröffentlichten Ergebnisse. Vor allem aber sammelten sie Spenden, um sich an den Kosten für das Denkmal zu beteiligen.

Dank der breiten Unterstützung in Rat Verwaltung und Bürgerschaft konnte ein renommiert besetzter Kunstwettbewerb durchgeführt werden. Es ist das erste Mal, dass in der Bundesrepublik die Opfer der NS-Militärjustiz auf diese Weise geehrt werden.

Unterstützer Bürgerfest:

Arbeitskreis Antifa im ver.di Bezirk Köln / Arbeitskreis Christlicher Kirchen / Arbeitskreis Lesben und Schwule im ver.di Bezirk Köln / Bündnis 90/Die Grünen / Bundesverband für Information und Beratung für NS-Verfolgte / Centrum Schwule Geschichte / Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen / DGB Region Köln-Leverkusen- Erft-Berg / Die Linke.Köln / DKP Köln / Evangelische Gemeinde Köln / FDP Kreisverband Köln / Friedensbildungswerk / Friedensforum Köln / Geschichtswerkstatt Kalk / Kölner Appell gegen Rassismus e.V. / Kölner Frauengeschichtsverein / Kölnische Gesellschaft für christlichjüdische Zusammenarbeit / NS-Dokumentationszentrum / Pax Christi Köln / Ratsfraktion Die Linke / Rom e.V. / Schwules Netzwerk NRW / SPD-Ratsfraktion / Ver.di Bezirk Köln / Verein EL-DE-Haus / Verein gegen Vergessen - für Demokratie Regionalgruppe Mittelrhein / Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten VVN / BdA / Werkstatt für Ortsgeschichte Köln Brück