Jetzt schlägt's 13!
von Horst Hilse - Soko-Köln
Mit dieser Parole hatten mehrere Kölner Gruppen und Organisationen am Samstag, dem 16.März zum Protest aufgerufen. Es ging um die Verab- schiedung des Kölner Sparhaushalts, die für den 30. April geplant ist.
Schwerpunkt der massiven Kürzungen um 100 Mio. Euro sollen im kulturellen und sozialen Be- reich erfolgen.
Bürgerzentren. Hausaufgabenhilfen, Kinder- und Jugendtreffs, Sozialberatungen, Eltern- arbeit, kulturelle Aktivitäten, Sport- und Seniorenangebote sind betroffen.
Ca. 700 Menschen aller Altersgruppen waren trotz kalter Witterung zur Kundgebung erschienen und verfolgten ein ansprechendes und flottes Kulturprogramm. 'Klaus der Geiger', 'Pappnasen Rotschwarz', 'Brings und Nikitakis' waren ebenso engagiert dabei, wie sehr junge gute Nachwuchstalente aus den Kölner Vororten.
Die Redner kündigten weitere massive Proteste an und möglicherweise war dies erst der Auftakt zu weiteren Mobilisierungen. Bedauerlich, dass einige der aufrufenden Organisa- tionen, darunter GEW, DIE LINKE, ATTAC, DIDF e.V. die Mobilisierung anscheinend nur halbherzig betrieben hatten: Den aktivste Teil der Veranstaltung stellten die Jugendlichen und die betroffenen Bürgerzentren.
Angesichts der massiven Angriffe auf das soziale Zusammenleben in der Stadt stehen linke Gruppierungen vor der Aufgabe, die resignative Defensivhaltung bei vielen Betrof- fenen zu bekämpfen und zugleich den Widerstand zu organisieren. Die Dringlichkeit dieser Aufgabe wird durch die vermehrten rassistischen Angriffe auf jene unterstrichen, die von den Rassisten als sozialer Blitzableiter ausgesondert werden.
Schon nächste Woche werden wir in Köln wieder einmal die 'Pro NRW'-Hetzer zu stoppen haben. Gleich an drei Orten wollen sie per Bus Asylantenheime ansteuern…..
Der Zusammenhang zwischen verschärfter sozialer Situation und rassistischer Hetze könnte kaum besser verdeutlicht werden.