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Info-Veranstaltung: Bündnis Köln - Nord gegen Rechts

von H. Hilse - SOKO Köln 

Am Dienstag, dem 21.03. hatte das vor zwei Jahren gegründete Stadtteilbündnis zu einer Infoveranstaltung geladen, um sich über den Stand und die Neugruppierungen der faschistischen und rechten Szene in und um Köln zu informieren. H.P. Killguss von der „Informations- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus“ (ibs) im

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln war vom Bündnis als Referent eingeladen.

In einem aufschlussreichen und interessanten Lichtbildervortrag verschaffte er den 22 Anwesenden einen Eindruck von dem, was verharmlosend als „rechte Szene“ bezeichnet wird.

Das Verbot der Kameradschaften Hamm/Dortmund, Aachen Land und Köln hat die Aktionsfähigkeit dieser Gruppen stark eingeschränkt. Mehrere anstehende Prozesse, u.a. wegen Waffen- und Sprengstoffbesitz dürften weiterhin eine lähmende Wirkung ausüben. Handlungsaktiv sind derzeit noch die „freien Kräfte Oberbergisches“ FKO und die „autonomen Nationalisten“, während sich die anderen Teile dieser Szene neu formieren.

Dies geschieht vorwiegend durch den Eintritt in die rechte Neugründung „die Rechte“, die mittlerweile über Kreisverbände in Aachen, Heinsberg, Rhein-Erft und Wuppertal verfügt. Ebenfalls aktiv sind die „Autonomen Nationalisten Pulheim“

Es zeigt sich, dass staatliches Vorgehen durchaus die Formierung dieser Terrorszene stark behindern kann. Andererseits aber ist dem Cliquenwesen dieser Szene dadurch nicht wirksam zu begegnen. Die Formierung der Cliquen erfolgt sehr häufig aus der Fussballfanszene heraus und erst nach und nach werden Cliquenmitglieder dann auch zu kleineren Propagandaaktionen hinzugezogen und zur Teilnahme an Aufmärschen ermuntert.

Einzelne dürfen dann an nicht-öffentlichen Heldengedenkveranstaltungen und/oder Rechtsrockkonzerten teilnehmen. Damit wird bei den meist sehr jungen Anhängern eine unkritische und bewundernde Haltung erzeugt, die durch das unerschrockene und oft gewalttätige Auftreten von „Führungspersonen“ (oft mit 'Knast'-Erfahrung) zusätzlich verstärkt wird.

Dieser Formierung unterhalb der Kriminalitätsschwelle kann nur durch breiteste Aufklärung und das offene Auftreten möglichst vieler verschiedener Gruppierungen und Institutionen ein Riegel vorgeschoben werden.

Wie sich in der anschließenden Diskussion mit persönlichen Erfahrungsberichten zeigte, besteht hier anscheinend ein großer Handlungsbedarf. Viele Menschen lassen sich einschüchtern und vor uns liegt die Aufgabe, dieses Gefühl der Vereinzelung in breiten Bündnisstrukturen aufzulösen.

Es gibt also viel für uns zu tun und wir müssen massenwirksame antifaschistische Netzwerke knüpfen.