GEGEN MEISNERS KRIEGERWEIHE
Proteste gegen Soldatengottesdienst in Köln
Von Hans-Peter Keul
90 - 120 Demonstranten trafen sich am vergangen Donnerstag, den 21. Januar 2009 auf der Domplatte in Köln um gegen den am Weltfriedenstag stattfindenden Soldatengottesdienst des Piusbrüderfreundes Kardinal Meisner zu protestieren.
Die Weihe der deutschen- und ausländischen NATO-Soldaten für die weltweiten Kriegs-Einsätze findet seit über 30 Jahren schon statt und verdeutlich die uralte unheilige Alianz von Kirche uns Staat bei der Herstellung der Opferbereitschaft im Krieg.
Starke Einsatzgruppen von Bereitschaftspolizei und Militärpolizei (Feldjäger) flankierten Den Einzug des Kardinals gegen 9:00 Uhr in den hohen Dom zu Köln. Die Demonstranten skandierten "Meisner raus aus dieser Stadt - wir haben Dich schon
lange satt!"
Ebenso "Ich bin nichts - ich kann nichts - gebt mir eine Uniform!"
Die Predigten des Kardinals haben aufgrund ihres reaktionär-klerikalen Inhaltes traurige Berühmtheit erlangt.
Während Kardinal Meisner noch als Bischof von Ost-Berlin in der ehemaligen DDR predigte "Krieg raubt dem Volk das Brot!" - konnte er bereits 1996 im Kölner Dom folgenden Satz Zustande bringen: "In betenden Händen ist die Waffe des Soldaten vor Missbrauch geschützt!"
Perverser geht es kaum noch. Während die evangelische Theologin richtigerweise den Kriegseinsatz deutscher Soldaten in Afghanistan entsprechend der Mehrheit der Bevölkerung Kritisiert, sieht das der Kardinal anders. Allerdings ermahnte er die Verantwortlichen immer auf die "Angemessenheit der eingesetzten militärischen Mittel" zu achten und diese ständig zu überprüfen.
Hans-Peter Keul