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"Schafft neue Arbeitsplätze!"

Appell des DKP-Vertreters im Gerresheimer Rathaus

Mit einem deutlichen Appell für die kommende Legislaturperiode verabschiedete sich Uwe Koopmann aus dem Gerresheimer Rathaus: "Schafft neue Arbeitsplätze!" Die Mahnung war vor dem Hintergrund zu sehen, dass in den vergangenen 50 Jahren 5.000 Arbeitsplätze bei der Glashütte vernichtet worden waren. Zu keinem Zeitpunkt war die Mehrheit der Politik in der Lage oder gar gewillt, die Interessen von Owens-Illinois Inc., des größten Behälterglasherstellers der Welt, wenigstens so zu beeinflussen, dass keine Arbeitsplätze abgebaut werden.

In der Zeitspanne der letzten zehn Jahre wurde nicht nur die Glashütte endgültig geschlossen. Mit schwerem Gerät werden zur Zeit die Hallen und Glaswannen eingerissen. Der Standort Untergerresheim ist inzwischen zu einem vielfältigen sozialen Brennpunkt geworden. Koopmann forderte dazu auf, "Untergerresheim" nicht nur als eine geografische Beschreibung zu verstehen, sondern als eine soziale Zuordnung: An vielen Stellen des Düsseldorfer Stadtbezirks gebe es ein "Untergerresheim".

Wie geheim die Verbindungen zwischen Politik und Ökonomie laufen, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne geht, verdeutlichte die letzte Sitzung dieser am 20. Oktober 2009 auslaufenden Legislaturperiode: Im nicht öffentlichen Teil wurde von der Stadtverwaltung dargelegt, ob - und wenn dies zutreffen sollte: wer - für "Sachmängel" haftet. Bei dieser geheimnisvollen Vokabel auf der Tagesordnung ging es um den Verkauf der Grundstücke von Owens-Illionois Inc. an die Stadt Düsseldorf. Der Boden ist, wie die DKP schon vor Jahren von den "Höttern" erfuhr, "verseucht". Daher stellte sich die Frage, wer für die Dekontamination bezahlen muss: der Verursacher - oder der Käufer. Das Ergebnis dieser Befragung dürfen die Bürger nicht erfahren, da dadurch die Interessen von Owens-Illinois Inc. tangiert werden könnten. Gegen den Verursacher liegt wegen des Verkaufs der mangelhaften Ware "Industriebrache" keine Anzeige vor. Die Käuferin der Industriebrache, die Stadt Düsseldorf, sieht sich durch den Verkäufer offensichtlich nicht über den Tisch gezogen. Dabei soll allein die Räumung der Industriebrache "Lager 61" etwa 25 Millionen Euro kosten.

Die DKP wird diese Entwicklungen mit außerparlamentarischen Formen des Klassenkampfes begleiten. Koopmann: "Vor der Schließung der Hütte hat das Komitee ‚Rettet die Gerresheimer Glashütte!' dafür gesorgt, dass ein riesiges Transparent hoch oben zwischen zwei Gemengetürmen vor der drohenden Vernichtung der Arbeitsplätze warnte.ütte Einige klassenbewusste ‚Hötter' haben dieses Transparent nach der Stilllegung gerettet. Es hat seine Aufgabe nicht verloren. Der Kampf geht weiter!"