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DGB-Düsseldorf lehnt höheres Renteneintrittsalter ab - „Die Politik muss dringend handeln“

Von DGB-Düsseldorf

Mit Unverständnis reagiert der DGB in Düsseldorf auf die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgestellte Prognos-Studie zur Zukunft der Rente. Darin geht es unter anderem darum, wie sich die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung über das Jahr 2030 hinaus entwickeln werden. Ein Ergebnis: Wenn alle bis 67 weiterarbeiten würden, könne der Beitragssatz sinken, das System werde stabilisiert. 

„Länger arbeiten und damit das Rentensystem stabilisieren? Das funktioniert nicht und belastet vor allem die Jüngeren. Die Politik muss dringend handeln!“ so Sigrid Wolf, DGB-Stadtverbandsvorsitzende in Düsseldorf und fordert stattdessen ein stabiles Rentenniveau.

Nach Ansicht des DGB kann derzeit niemand ernsthaft eine sichere Bevölkerungsentwicklung und das Arbeitskräftepotential für die Zukunft prognostizieren.

„Jetzt eine Debatte über ein höheres Rentenalter loszutreten, ist ein billiges Ablenkungsmanöver zur realen Situation der Absenkung des Rentenniveaus. Die Studie verdeutlicht, dass das Rentenniveau in allen Szenarien deutlich abgesenkt werden soll. Wir brauchen eine Rente, von der man auch künftig im Alter in Würde leben kann. Jede Anhebung der Regelaltersgrenze ist de facto eine verdeckte Rentenkürzung,“ so Wolf weiter.

Die aktuelle Debatte verstellt den Blick auf die Realität. Die Altersgrenzen wurden bereits deutlich angehoben. Versicherte ab Jahrgang 1952 können im Regelfall frühestens mit 63 Jahren in Rente gehen und damit erst drei Jahre später als vor 1952 Geborene. Die abschlagsfreie Rente gibt es künftig erst mit 67 Jahren. Für die Jüngeren bedeutet die aktuelle Rentenpolitik schon jetzt, länger zu arbeiten, trotz sinkendem Rentenniveau.

Der DGB fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Statt steigender Altersgrenzen muss der Sinkflug des Rentenniveaus gestoppt werden. Langfristig muss das Rentenniveau deutlich steigen. Der DGB hat mit seinem Rentenmodell gezeigt, dass dies selbst innerhalb des niedrigen Beitragssatzziels der Bundesregierung von 22 Prozent möglich ist.

„Wir lehnen als DGB nicht grundsätzlich die Möglichkeit ab, dass Menschen, die das wollen und können, länger arbeiten, aber für die, die es nicht können bedeutet ein Verschieben der Altersgrenzen in jedem Fall eine Rentenkürzung, und eine staatliche Alimentierung im Rentenalter wird deutlich zunehmen,“ so Wolf abschließend.