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DGB-Düsseldorf: Ausbau des Reisholzer Hafens für den Industriegürtel im Düsseldorfer Süden wichtig

Von DGB-Düsseldorf

Der DGB-Düsseldorf spricht sich weiter für den Ausbau des Reisholzer Hafens aus, der sich am Bedarf der Düsseldorfer Industrie orientiert. Dabei müssen die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden. Einen Ausbau des Hafens zu einem überregionalen Logistikdrehkreuz lehnt der DGB ab.

,,Der Reisholzer Hafen ist wichtig für die Sicherung von industriellen Arbeitsplätzen, die sich neben einer hohen Wertschöpfung durch Mitbestimmung und eine Bezahlung nach Tarif auszeichnen‘‘, so DGB-Sprecher Klaus Churt.

Auch unter Umweltaspekten ist der Ausbau des Hafens wichtig. Die Verlagerung von Containertransporten auf Binnenschiffe trägt zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger von Lärm und Schadstoffemissionen bei. ,,Wir als Konsumenten bestellen immer mehr Waren im Internet. Dadurch gibt es immer mehr Transportverkehre. Wenn wir nicht umsteuern gibt es noch mehr LKW-Verkehr der die Luft belastet und die Straßen verstopft‘‘, so Churt weiter.

Der DGB weist daraufhin, dass der Reisholzer Hafen seit über hundert Jahren als Industriefläche ausgewiesen ist und entsprechend genutzt wird. Wer in die Nähe des Hafens gezogen ist, wusste dass er nicht in ein Naturschutzgebiet zieht.

Hintergrundinformation:

Reisholzer Hafen stand schon vor dem Aus

Ende der 1990er Jahre begann die Landeshauptstadt ihr Selbstverständnis und ihre strategische Ausrichtung in einem Leitbild zu umreißen. Damals ging es allerdings unter dem Oberbegriff „Düsseldorf 2000“ nur um Messe, Medien und Mode. Und das, obwohl Düsseldorf – nach Köln – der zweitgrößte Industriestandort Nordrhein-Westfalens war und bis heute ist.

„Vision 2002Plus“ der Stadt Düsseldorf zur Umgestaltung des Reisholzer Industriehafens

Anstelle von Industrie- und Logistikunternehmen sollten dort künftig Luxuswohnungen, universitätsnahe Dienstleistungen, ein Hotel der Spitzenklasse, moderne Büros, Gastronomie und ein Yachtclub entstehen. Diese „Vision“ fand quer durch die Parteien eine breite Zustimmung, stieß zum Teil sogar auf euphorische Begeisterung. Dabei wurden weitreichende Folgen für den Industriegürtel im Düsseldorfer Süden übersehen:

Bestehende Industriebetriebe im Hafen (darunter Demag Cranes, Komatsu, Hille & Müller und Henkel) beziehungsweise hafenabhängige Unternehmen im Umland und somit tausende Arbeitsplätze wären durch einen möglichen Umzug existenziell betroffen gewesen. Mehrere Unternehmen hätten sich sogar gezwungen gesehen, ihre Produktion zu verlagern oder gar zu schließen. Daraufhin schlossen sich Manager der betroffenen Industrieunternehmen zum „Industriekreis Düsseldorf-Süd“ zusammen. Gleichzeitig wurde auf Initiative der IG Metall und des Bürgerkomitees „Leben braucht Arbeit“ ein breites Bündnis aus Betriebsräten, Industrieunternehmen, der IHK und einzelner Parteien gebildet. Für die Zusammenarbeit hilfreich war, dass die angedachte Umgestaltung im Hafengelände mit dem Bestand der ansässigen Industrie nicht zu vereinbaren war.Damit prallten zwei gegensätzliche Visionen aufeinander: auf der einen Seite Industrieunternehmen, Gewerkschaften und die IHK Düsseldorf die eine weitere Deindustrialisierung verhindern wollten. Und auf der anderen Seite der Oberbürgermeister, Lokalpolitiker und Architekten, die von einer „Wohn- und Freizeitmeile der Superlative“ träumten. Nach langen Beratungen, Diskussionsforen und Auseinandersetzungen wurde das Projekt schließlich beendet.