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CO-Pipeline-Vertrag erregt Bürgerzorn

Der Chemieriese Bayer  möchte die Inbetriebnahme der CO-Pipeline zwischen den Werken in Dormagen und Krefeld-Uerdingen durch einen kürzlich geschlossenen Privatvertrag mit der Bezirksregierung Düsseldorf – in Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen – forcieren. Ministerpräsident Rüttgers (CDU) und Regierungspräsident Jürgen Büssow (SPD) spielen fröhlich mit.

Die Kritik eines namhaften Mediziners aus der Pipeline-Anlieger-Stadt Erkrath: “Es ist kaum zu fassen, viele Manager und Politiker schrecken für Geld auch vor nichts zurück! Nun soll aus Profitgier ganz NRW mit Giftgasleitungen durchsetzt werden. Das geruchlose und unsichtbare Giftgas, mit dem Hunderttausende von Menschen sog. unwerten Lebens im Dritten Reich ermordet wurden, weil es so schnell und sanft den Tod herbeiführe, soll nun bald durch unsere Wohngebiete strömen. Der Raubtierkapitalismus zeigt hier unverblümt seine hässliche Fratze. Kapitalertragsgier sollte spätestens vor dem Menschenrecht auf Leib, Leben und Gesundheit Halt machen!“

Großen Respekt habe er vor den Grünen im Landtag, die als einzige Landtagspartei gegen die Giftgasleitung eintrete. Es bleibe zu hoffen, dass dies von den Bürgern in der nächsten Landtagswahl honoriert werde. Die DKP in Gerresheim erinnerte daran, dass die Grünen, die dem “CO-Pipeline-Gesetz” zunächst ebenfalls insgesamt zugestimmt hatten, nicht allein die Opposition gegen die CO-Pipeline im Landtag ausmachen. Auch die vier CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Umfeld der Pipeline im Kreis Mettmann sind inzwischen gegen die CO-Pipeline – und der fraktionslose Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (Die Linke). In seiner Landtagsrede zum Haushalt vom 27.08.2008 führte er aus: ““Interessant ist auch, Herr Ministerpräsident, was Sie zur CO-Pipeline gesagt haben und dass Sie der Opposition vorwerfen, dass sie dem kritisch gegenübersteht. Ich weise darauf hin, dass Ihre eigenen Abgeordneten vor Ort diese CO-Pipeline ebenfalls ablehnen. Nur Sie in der Landesregierung betreiben eine andere Politik. Das ist übrigens typisch: Bei Widersprüchen vor Ort tut man so, als wäre man dagegen, und hier in der Landespolitik will man die CO-Pipeline durchsetzen.” .