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Verfahren eingestellt: Tierarzt ertränkt Ferkel ohne Betäubung

Von PETA

PETA kritisiert scharf: „Erneute Niederlage für den Tierschutz“

Ferkel im Schlachthof ertränkt: In Rheda-Wiedenbrück fand heute die Hauptverhandlung in dem Verfahren gegen zwei amtliche Tierärzte statt. Im Juni 2022 hatte einer der Ärzte in einem Schlachthof neugeborene Ferkel ohne Betäubung ertränkt, der zweite hatte bei der Tat zugesehen. Der Tierschutzbeauftragte des Schlachtunternehmens Tönnies zeigte die Tat an, die auf Video aufgenommen wurde. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit ohne Auflagen eingestellt. Unter anderem mit der Begründung, dass die beiden Tierärzte bereits mit dem Verlust des Jobs bestraft worden wären. Es wurde zudem ausgesagt, dass auch die vorgesehene CO2-Betäubung mit anschließender Tötung Leid verursacht hätte. Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA Deutschland, kommentiert das Versagen der Justizbehörden:

„Das Vorgehen der beiden Tierärzte sowie die Verfahrenseinstellung machen fassungslos. Dieser Fall macht auf erschütternde Weise deutlich, welchen Stellenwert fühlende Lebewesen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung haben. Diese und weitere schreckliche Formen der Tierquälerei sind trauriger Alltag in dieser Industrie. Es ist ein Skandal, dass diese illegale und grausame Tötung der Tiere nicht bestraft wird. Die Begründung, dass die eigentlich vorgeschriebene Betäubung mit Gas ebenfalls Tierleid verursacht hätte, ist absolut zynisch und lebensverachtend. Tierärzte haben eine besondere Schutzpflicht gegenüber Tieren. Die beiden Angeklagten nur deshalb nicht zu bestrafen, weil ihnen bereits gekündigt worden war, ist eine eklatante Fehlentscheidung. Wir verurteilen es auf das Schärfste, dass das Verfahren wegen angeblicher Geringfügigkeit ohne Auflagen eingestellt wurde. Darüber hinaus hätte auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Landwirt eingeleitet werden müssen. Denn Schweine dürfen im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht transportiert werden. Offenbar wusste der Landwirt nichts von der Schwangerschaft, was ihn jedoch nicht von seiner Verantwortung befreit. Zudem sind die künstlichen Befruchtungen von Sauen in sogenannten Ferkelzuchtbetrieben kalkuliert und werden überwacht. Noch immer werden Tierschutzverstöße als Kavaliersdelikte abgetan – und damit vorhandene Gesetze ignoriert. Das ist ein Schlag ins Gesicht für unseren Rechtsstaat und die Millionen misshandelten Tiere. Wir danken dem Tierschutzbeauftragten, der das kriminelle Vorgehen angezeigt hat. Eine vegane Lebensweise ist der einzige Weg, um solche grauenerregenden Vorfälle nicht zu unterstützen.“