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Linksjugend und LINKE Rhein-Sieg besetzen Kriegerdenkmal in Siegburg

Von Linksjugend ['solid] Rhein-Sieg
 

Aktivist*innen von Linksjugend ['solid] Rhein-Sieg und DIE LINKE. Rhein-Sieg haben am 01.09.2022, dem Antikriegstag, das Kriegerdenkmal in Siegburg besetzt. Damit wollten sie ein Zeichen setzen gegen die absurde Aufrüstungspolitik der Bundesregierung, die mit dem 100.000.000.000 € schweren Sondervermögen tatsächlich eine Zeitenwende eingeleitet hat. War es zuvor Staatsräson zumindest in der Öffentlichkeit bürgerlicher Diplomatie den Vorzug vor militärischen ,,Lösungen" zu gewähren, soll nun die Bundeswehr fit gemacht werden für die Kriege der Zukunft.

Doch auch die Kriegstoten der Vergangenheit sollten nicht vergessen werden. Das Denkmal in Siegburg wurde am 18.08.1877 auf Initiative des damaligen Kriegervereins mitten in der Kreisstadt auf dem Marktplatz aufgestellt. Es sollte an die für Preußen siegreichen Kriege von 1866 und 1871 erinnern und gleichzeitig auch die für die rheinische, katholische Provinz einzigartige Allianz zwischen lokaler Industrie, katholischem Kleinbürgertum und protestantischer Verwaltungselite besiegeln, die bis heute in 16 preußischen Straßenamen einen bitteren Beigeschmack enthält.

Die Namen der Siegburger, die für den Machterhalt dieses Bündnisses mit dem Leben bezahlten, sind heute zwischen den Insignien des preußisch-deutschen Nationalismus zu lesen. Schon 2021 unterstützte die Linksjugend ['solid] Rhein-Sieg einen Bürger*innenantrag, der das Denkmal mit einer Informationstafel in einen historischen Kontext einordnen sollte. Unterstützt wurde diese Idee vom Ratsherrn Raymund Schön (DIE LINKE.) im Siegburger Stadtrat. Zwar wurde dieser beschlossen, die Umsetzung lässt aber noch auf sich warten.

Traurig und bizarr: In den 1950er Jahren forderte die Siegburger SPD noch das Denkmal zu entfernen. Heute schafft sie auf Bundesebene die Ursachen für die Denkmäler der Toten zukünftiger Kriege.