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G7-Gipfel Münster: Brief an Ministerin Baerbock: Urangeschäfte mit Russland beenden

Von BBU

G7-Gipfel Münster: Brief an Ministerin Baerbock
"Urangeschäfte mit Russland beenden – Atomkraft hat keine Zukunft"
Alternativer Nobelpreisträger morgen (3.11.) auf Klima-Demo in Münster


27 Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltorganisationen aus vier Ländern fordern in einem Offenen Brief an Bundesaußenministerin Annalena Baerbock das sofortige Ende aller Uran- und Atomgeschäfte mit Russland. Anlass ist das G7-Außenminister:innentreffen am morgigen Donnerstag, 3. November, in Münster.

Zu den Unterstützer:innen des Briefs zählen neben regionalen Organisationen aus dem Emsland und Münsterland unter anderem die russische Umweltorganisation Ecodefense, die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz sowie Fridays for Future in Münster. Letztere veranstalten morgen (3.11.) in Münster um 16 Uhr am Schloss eine große Klima-Demo zum G7-Treffen. An der Demo nimmt auch der Ko-Vorsitzende von Ecodefense und Träger des Alternativen Nobelpreises, Vladimir Slivyak, teil.

Kritisiert werden in dem Offenen Brief insbesondere die Urangeschäfte zwischen Deutschland, Frankreich und Russland. Der französische Atomkonzern Framatome betreibt in Lingen/Emsland die einzige Brennelementefabrik in Deutschland und hat dort Ende September ungeachtet des völkerrechtswidrigen russischen Angriffs auf die Ukraine erstmals wieder Uran aus Russland geliefert bekommen – ausgestattet mit Genehmigungen deutscher Behörden und Ministerien.

In Ungarn beteiligen sich Framatome und Siemens Energy am Bau des vom Kreml-Konzern Rosatom gelieferten Atomkraftwerks in Paks. Framatome unterstützt dieses gefährliche AKW-Projekt vom deutschen Standort im bayrischen Erlangen. Deutschland ist also auf mehreren Ebenen in die unverantwortlichen Atomgeschäfte mit Russland verwickelt.

Framatome ist eine Tochter des staatlichen französischen Energiekonzerns EdF. Auf russischer Seite ist ausgerechnet der staatliche Atomkonzern Rosatom der Vertragspartner. Rosatom koordiniert zum Beispiel die fachliche Besatzungsverwaltung im militärisch eroberten AKW Saporischschja in der Ukraine – ist also für den Kreml direkt am Ukraine-Krieg beteiligt. Der Kreml-Konzern beliefert auch die USA mit Uranbrennstoff.

"Es kann nicht angehen, dass ausgerechnet die deutsch-französischen Atomgeschäfte mit Russland mitten im Ukraine-Krieg einfach so weitergehen. Wer jetzt Atomgeschäfte mit Rosatom macht – ob im Emsland, in Bayern, in Frankreich oder in Ungarn – unterstützt damit letztlich den Kreml und schwächt die Ukraine. Atomkraft ist nicht die Zukunft," so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

"Die Bundesregierung muss die russische Atomwirtschaft endlich auf die Sanktionsliste setzen. Die FDP-Minister, die an der Atomkraft festhalten wollen, verkennen, dass dies die Abhängigkeit von Russland nur vergrößern würde. Es geht nicht an, dass Uranfabriken und AKW-Betreiber in Deutschland mit ihren Einkäufen weiterhin unbehelligt die russische Kriegskasse füllen," erklärt Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

"Die aktuellen Atomgeschäfte mit der russischen Regierung sind ein sehr schlechtes Zeichen. Sie belegen, dass sich viele Länder in Europa sowie die USA nicht von der Atompartnerschaft mit dem Kreml trennen wollen. Dafür wird ihnen Präsident Putin eines Tages eine politische Rechnung servieren. Deutschland und Frankreich, die EU und die G7 müssen die Atompartnerschaft mit Russland endlich beenden," ergänzte Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender der russischen Umweltorganisation Ecodefense und Träger des Alternativen Nobelpreises.

Den Offenen Brief an Ministerin Baerbock finden Sie unter folgendem Link:

https://sofa-ms.de

Direktlink:

https://sofa-ms.de/wp-content/uploads/2022/11/Brief-an-Ministerin-Baerbock-G7-zu-Urangeschaeften-mit-Russland.pdf