-Mangel an Betreuungsplätzen U3 und Ü3 war absehbar – die Infrastruktur kommt dem Bauboom nicht nach, kritisiert DIE LINKE.
Von DIE LINKE. Dreieich
„Dreieich ist ein begehrter Wohnort, die Zahl der Einwohner steigt kontinuierlich an. Das ist auch die Folge der Neubaugebiete wie Heckenborn im bewohnerstärksten Ortsteil Dreieich-Sprendlingen. Weitere Planungen stehen im Raum, zum Beispiel der Sozialwohnbaukomplex an der Hainer Chaussee. Auf den ersten Blick könnten dies durchaus gute Nachrichten sein, da neue Bürger mehr Steuereinnahmen bedeuten“, meint Natascha Bingenheimer, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. in der Stadt Dreieich.
„Der Zuzug von Bürgern erfordert jedoch stets den entsprechenden Ausbau der Infrastruktur, und zwar nicht im Nachgang, sondern zeitgleich. Herr Zimmer schreibt in Harmonie mit einer Mehrheit des Stadtparlamentes Neubaugebiete aus und freut sich berechtigterweise darüber, dass junge Familien in Dreieich eine neue Heimat finden. Neue Bürger heißt auf der anderen Seite jedoch höherer Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, mehr Verkehrsaufkommen, mehr Nutzer für den öffentlichen Nahverkehr, ein Mehr an Sport- und Kulturstätten. Eine vernünftige Bauplanung muss also die Rahmenbedingungen parallel mitdenken, nicht verdrängen.“
„Den Mangel an Betreuungsplätzen im Bereich Ü3 und U3 gab es in Dreieich – wie in anderen Kommunen auch – bedingt durch Rechtsanspruch schon länger. Dass das Konnexitätsprinzip nicht greift, geeignetes Personal schwer zu finden ist, das war und ist allen Beteiligten hinreichend bekannt. Entscheidend ist, dass sich die Versorgungslücke durch die Bauaktivitäten nochmals erhöht hat und sich weiter erhöhen wird. So schnell, wie neue Plätze benötigt werden, kann gar keine Stadt bauen. Wenn die Kinder dann älter geworden sind, eröffnet sich die Folgefrage, welche Kapazitäten die ortsansässigen Schulen haben.“
„Die Eltern samt Kindern sind die Leidtragenden, zumal die Einkommensplanung der Familien im Zusammenhang mit dem Erwerb einer (Neubau-)Immobilie in den meisten Fällen zwingend auf ein zweites Gehalt angewiesen ist, um die Hypotheken bedienen zu können.“
Am 24. Januar gab es zu dem Thema im Sozialausschuss einen Sachstandsbericht zur Kinderbetreuung des Fachbereichs Soziales, Schule und Integration der Stadt Dreieich.