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Veranstaltungsreihe "Berxwedan jiyan e - Widerstand ist Leben" startet diesen Freitag

Von YXK Göttingen

 

Wir freuen uns, euch zu unserer Veranstaltungsreihe einzuladen, die wir gemeinsam mit der Roten Hilfe Ortsgruppe Göttingen, dem Lampedusa Bündnis und verschiedenen anderen Göttinger Gruppen organisiert haben.

Mit einem reichen kulturellen und inhaltlichen Programm soll in den nächsten Wochen das Leben und Arbeiten von Kurd*innen in Deutschland und der Türkei von verschiedensten Seiten gezeigt werden.

Auftakt ist ein Konzert mit verschiedenen kurdischen Künstler*innen, diesen Freitag, dem 27.01.2017 ab 18:00 im Lumière in Göttingen. Karten sind im Vorverkauf im Roten Buchladen und dem T-Keller zu erwerben und natürlich auch noch an der Abendkasse.

Hier ist noch einmal die komplette Liste mit allen Veranstaltungen die in den kommenden Wochen stattfinden werden. Im Anhang sind auch das Plakat und der Flyer mit allen wichtigen Informationen zu finden. Es wird sicher spannend und wir sind uns sicher das für alle etwas dabei sein wird. Wir freuen uns also auf zahlreiches Erscheinen.

27.01 Konzert mit Serhado, Celoviz, Serhildan 63 und Servet

Einlass: 18:00 Uhr | Lumiére | Geismar Landstraße 19

Widerstand kann auf vielen verschiedenen Eben geführt werden und Musik ist eine Form um Kraft für den alltäglichen Kampf gegen die Widersprüche in der kapitalistischen Moderne zu schöpfen.  Serhado lebt in Schweden und rappt überwiegend auf kurdisch.

Er sagt, dass jeder Mensch auf seine eigene Art Widerstand leistet und er macht das in Form von Musik. Celoviz lebt in Oldenburg und rappt vor allem  über den Widerstand der kurdischen Bewegung und Widersprüche im Leben in Europa. Zudem sind Serhildan 63 eine Rapperin aus Vechta und Servet aus Hannover eingeladen.

01.02 | Vortrag: Frauenbefreiungskampf in Rojava

19:00 Uhr | Autonomicum | Blauer Turm

Inmitten von Bürgerkrieg und Kampf gegen den IS, findet eine Revolution in Rojava statt, eine Frauen Revolution. In Rojava wird ein alternatives Gesellschaftssystem zum Staat, wie wir ihn kennen aufgebaut,  nämlich der Demokratische Konföderalismus. Die eingeladene Referentin war viele Monate in Rojava und hat dort viele Eindrücke von der Frauenbewegung und dessen Kampf bekommen. In dem Vortrag wird sie uns über die Frauenbefreiungsideologie und den Kämpfen von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft berichten.

03.02 | Kinofilm „Sara – Jiyana min her ser bû“ Einlass 19:30 Uhr | Lumiére Geismar Landstraße 19

Die Dokumentation zeigt das Leben von Sakine Cans?z (Sara), einem Gründungsmitglied der PKK und Symbol des Widerstands. 1980 wurde sie verhaftet und im berüchtigten Gefängnis von Amed (Diyarbak?r) eingekerkert. Dort erlebte sie unbeschreibliche Gräueltaten. Dennoch hielt Sakine an ihrer revolutionären Haltung fest, sie organisierte sich im Gefängnis und schloss sich nach ihrer Haft der Guerilla an. 1998 erhielt sie in Frankreich politisches Asyl. Am 09. Januar 2013 wurde Sakine Cansiz in Paris zusammen mit zwei ihrer Genossinnen, Fidan Do?an und Leyla ?aylemez ermordet. Die Dokumentation erzählt eindrucksvoll von einer starken Persönlichkeit aus der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung.

Der Film geht 1 Std. 35 Min. und wird mit deutschen Untertiteln gezeigt.

08.02: Das PKK-Verbot und die Verfolgung von politischen AktivistInnen

19 Uhr | Rote-Hilfe-Haus | Lange-Geismar-Straße 3

Besonders seit dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2015, wird auch in den deutschen Medien über den menschenverachtenden Umgang mit den Kurdinnen und Kurden dort berichtet. Doch Repression auf unterschiedlichen Ebenen gibt es auch in Deutschland. Sie geht zurück auf das PKK-Betätigungsverbot, das bereits seit 1993 besteht.

Von Kriminalisierung betroffen sind seit dem vergangenen Jahr auch politisch Aktive der türkischen Linken. Mit der Behauptung, sie seien Mitglieder der TKP/ML, wurden europaweit 10 Personen verhaftet. Gegen sie wird seit Monaten vor dem OLG München verhandelt. Die Organisation ist in der BRD nicht verboten und auch nicht auf der EU-Terrorliste indiziert.

Derzeit laufen auch etliche Prozesse vor verschiedenen OLG-Staatsschutzsenaten, in denen kurdischen Aktivisten vorgeworfen wird, Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland (§§ 129a/b

Strafgesetzbuch) zu sein und diese zu unterstützen. In zermürbenden Verfahren werden Personen für eigentlich normale Parteiarbeiten wie das Organisieren von Veranstaltungen oder Demonstrationen, die Vorbereitung von Wahlen oder die Kontaktpflege zu Genoss*innen, in der Regel zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der § 129b macht es möglich, dass jede exilpolitische oder kulturelle Aktivität zur „terroristischen“ Handlung umgedeutet wird. Dazu kommt, dass einzig das Bundesjustizministerium die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung von Personen erteilt und festlegt, ob eine Organisation als terroristische Vereinigung einzustufen ist. Hierbei spielen vorwiegend außenpolitische Interessen eine Rolle.

Häufig werden als „Beweise“ in den Verfahren auch Geständnisse aus der Türkei herangezogen, die Personen unter Folter gemacht haben.

Monika Morres (AZADI e.V., Rechtshilfefonds für Kurdinnen und Kurden in Deutschland) und Süleyman Gürcan (ATIF) werden in der Veranstaltung die Thematik aufgreifen und anhand von aktuellen Fällen aufzeigen, wie sich die Situation der politisch aktiven Exilpolitiker*innen in Deutschland darstellt. Im Anschluss soll es eine offene Diskussion geben.

10. 02. Demonstration in Göttingen gegen das PKK-Verbot

18 Uhr | Gänseliesel | Göttingen

Seit Juni 2015 findet in der Türkei eine zunehmende Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung und der linke Opposition statt. Es wird versucht, durch die Zerstörung kurdischer Städte und Dörfer, Absetzung von Parteien und Bürgermeister*innen, Verhaftung jeglicher Oppositionelle, Gleichschaltung der Medien und das Verbot von Vereinen, die kurdische Kultur zu zerstören. Innerhalb dieses kulturellen Genozids baut Deutschland seine Beziehung zur Türkei weiter aus. Angesichts der Entwicklungen in der Türkei gibt es keinen objektiven Grund das PKK Verbot in Deutschland aufrecht zu halten. Lasst uns gemeinsam unsere Stimmen auf die Straße tragen! Lasst uns gemeinsam mit dem Kampf der kurdischen Freiheitsbewegung gegen die kapitalistische Moderne solidarisch sein und Menschenrechte für jeden einzelnen überall einfordern!