Was der Rücktritt von Dr. Andrej Holm beweist
Von René Lindenau
Eines wurde am Beispiel Holm deutlich: Hier wurden 5 Monate Stasi-Vergangenheit (Grundausbildung!) gegen 12 Jahre Nazi-Vergangenheit, inklusive Beteiligung an Vernichtungskrieg und Kriegsverbrechen gegeneinander aufgerechnet. Nach über einem Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall wurde so erneut, im Umgang mit Ost-West-Biographien mit zweierlei Maß gemessen.
Nun verlor Dr. Andrej Holm sein Amt und trat am 16. Januar 2017 zurück. Das nur einen Tag nach der ach so machtvollen alljährlichen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration. Rosa Luxemburg sagte mal: „Eure Ordnung ist auf Sand gebaut“. Vorausschauend wie sie war, dachte sie vielleicht schon an den Berliner Senat, anno 2017.
Mit Holm geht ein Mann, der wie kaum ein anderer für eine soziale Stadt und dem Kampf für eine soziale Mietenpolitik stand. Eigentlich auch folgerichtig, wenn man weiß, dass der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, einst selbst Bausenator und damit Clan-Mitglied der Immobilien-Mafia war, b.z.w. ist. Denn einmal Mafia immer Mafia!
Doch an die Partei DIE LINKE in Berlin geht ebenso Kritik. Sie - die es offenbar hat an Solidarität und Konsequenz im Umgang mit der Causa Holm, fehlen lassen. Ferner hat die Berliner LINKE im Bundestagswahljahr an Glaubwürdigkeit, speziell bei Mieterinitativen verloren und sich für alle Senats-Zeit erpressbar gemacht.
Wie war das noch im Wahlkampf? Die Stadt gehört euch! DENKSTE, Lederer&Co! Wenn es eines Beweises des Gegenteils bedurfte, dann dieser Vorgang. Büttel der Immobilienwirtschaft und Hass-Prediger, die es auf alles und jeden abgesehen haben, die/der eine noch so kleines Flecken DDR-Biographie an der Weste oder am Rock kleben haben müssen nur auf jene einzudreschen - bis eine alternative Politik-Gestaltung durch sie (Holm) nicht mehr möglich ist.
Ihr (LINKE Berlin) glaubt, ihr regiert ?
Cottbus, den 17.01. 2017 René Lindenau